Schießerei in Prien:

Notarzt soll Schlimmeres verhindert haben

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In dieser Hofeinfahrt eskalierte die Situation und es fielen vier Schüsse.
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Prien - Der Schock sitzt nach der Schießerei am Montagabend in Prien immer noch tief. Es hätte aber noch viel mehr passieren können. Zivilcourage verhinderte offenbar Schlimmeres!

In unserer Gesellschaft wird immer über mangelnde Zivilcourage diskutiert. Das mag stimmen, hier in Prien hat die Zivilcourage offenbar aber viel Schlimmeres verhindert. Wie unser chiemgau24-Reporter vor Ort erfahren hat, soll vor allem ein Notarzt uneigennützig reagiert haben. Demnach soll der Notarzt den 38-jährigen Schützen überwältigt und entwaffnet haben. Mit Hilfe anderer Passanten soll der mutige Mann den Priener dann festgehalten haben, bis die Polizei kam. Im Anschluss soll er sich auch um den angeschossenen 48-Jährigen gekümmert haben.

Wie berichtet hatte der 38-jährige Einheimische seine 30-jährige Ex-Freundin am Montagabend im Zentrum von Prien abgepasst. In der Folge eskalierte die Situation und es fielen vier Schüsse. Dabei wurde ein 48-jähriger Passant von einer Kugel getroffen und schwer verletzt.

Trennung bereits vor einigen Monaten?

Während die Kripo weiterhin nach Zeugen sucht (Tel.: 08031/2000) - insbesondere nach einer Person, die die dramatischen Szenen angeblich mit dem Handy gefilmt haben soll - werden immer mehr Details bekannnt. So berichten die OVB-Heimatzeitungen, dass sich die 30-jährige Bankangestellte, die in Prien zeitweise auch ein Lokal betrieben haben soll, bereits vor einigen Monaten von dem 38-Jährigen getrennt habe.

Weiter ist inszwischen bekannt, dass der 38-Jährige insgesamt vier Schüsse abgab. Laut Polizei hat er auch auf seine Ex-Freundin geschossen. Die Frau wurde bei dem tätlichen Angriff zwar mittelschwer verletzt, eine Kugel traf sie zum Glück aber nicht. Weniger Glück hatte indes ein 48-jähriger Passant, er wurde von einer Kugel im Oberkörper getroffen und musste operiert werden. Des Weiteren erlitt der 48-Jährige eine stark blutende Gesichtsverletzung. Ob diese von einer Kugel stammt, ist bislang noch unklar. Für den 48-Jährigen bestand zum Glück keine Lebensgefahr.

War es eine geplante Tat?

Der 38-Jährige ist laut OVB-Heimatzeitungen bei der Polizei kein Unbekannter. Er sei bereits wegen mehrerer Delikte aktenkundig geworden. Diese Delikte würden aber bereits einige Zeit zurückliegen und hätten mit dem aktuellen Fall nichts zu tun.

Womöglich hat der 38-Jährige aber die Tat schon länger geplant, denn Antonia Socher berichtete gegenüber chiemgau24.de, dass der 38-Jährige gegenüber eines älteren Nachbars gesagt haben soll: "Heute Abend passiert noch was!"

Zweifache versuchte Tötung

Der 38-Jährige wurde am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt. Ihm wird die versuchte Tötung der 30-jährigen Ex-Freundin und des 48-jährigen Passanten vorgeworfen.

Woher er die Waffe hatte, ist bislang noch nicht bekannt. Er hatte offenbar keine Erlaubnis für die Pistole.

Bilder vom Tatort:

Schüsse auf Mann in Prien

Eine Augenzeugin im Video-Interview:

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie auch auf ovb-online.de sowie in den OVB-Heimatzeitungen.

Quelle: rosenheim24.de

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