Hätte Schießerei verhindert werden können?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der Sohn des Opfers wirft der Polizei vor, zu langsam auf die Notrufe reagiert zu haben.
  • schließen

Prien - Ein 48-jähriger Passant wurde bei der Schießerei am Montag in Prien schwer verletzt. Sein Sohn meldete sich jetzt zu Wort und wirft der Polizei vor, zu langsam reagiert zu haben.

Hat die Polizei bei der Schießerei am Montag zu langsam auf die Notrufe reagiert? Der Sohn des 48-jährigen Schussopfers ist sich sicher: "Wenn die Polizei schneller gekommen wäre, hätte es keine Opfer gegeben." Doch was ist dran an den Vorwürfen? Den Schilderungen einiger Passanten zufolge, habe es 15 bis 20 Minuten gedauert, bis die ersten Beamten am Tatort eintrafen. Das Anrufprotokoll der Einsatzzentrale in Rosenheim gibt allerdings ein anderes Bild wieder:

  • 17.16 Uhr: Passanten geben bei der Einsatzzentrale an, dass ein Mann mit einer Waffe am Priener Marktplatz unterwegs ist.
  • 17.24 Uhr: Eine Meldung über Schüsse in der Schulstraße geht bei der Polizei ein.
  • 17.25 Uhr: Augenzeugen melden, dass es Verletzte gibt und Passanten den mutmaßlichen Täter festhalten.
  • 17.29 Uhr: Die Beamten geben bei der Einsatzzentrale durch, dass der Täter durch zwei Streifenwagen-Besatzungen festgenommen wurde.

"Die Kollegen der Priener Dienststelle waren wenige Minuten nach der Verständigung durch die Einsatzzentrale in der Schulstraße vor Ort. Insgesamt hat es von der Erstmeldung bei der Einsatzzentrale bis zur Abschlussmeldung nach der Festnahme 13 Minuten gedauert", erklärt Stefan Sonntag, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Von diesen 13 Minuten könne man nochmal zwei bis drei Minuten abziehen, die die Beamten gebraucht haben, um die Meldung über Funk durchzugeben. Sonntag: "Somit hat es sogar nur etwa zehn Minuten vom ersten Notruf bis zur Festnahme des Täters gedauert." Doch auch zehn Minuten seien, nach Auffassung des 24-jährigen Sohnes des Schussopfers, zu lang. "Die Inspektion ist so nah am Tatort, dass man auch in einer Minute da sein kann, wenn man sich beeilt."

Für ihn steht fest, dass die ganze Sache, ohne das Eingreifen seines Vaters, wesentlich schlimmer ausgegangen wäre. "Er ist ein Held für mich", so der 24-Jährige. "Obwohl er gesehen hat, dass der Mann eine Pistole in der Hand hält, ist er auf ihn zugegangen." Er habe zu ihm gesagt, er solle die Waffe weglegen. Und das sei auch der Grund dafür gewesen, warum der 48-Jährige zum Opfer des Schützen wurde. "Der Täter hat daraufhin erst in Richtung seiner Ex-Freundin geschossen. Als er sie verfehlte, hat er die Waffe auf meinen Vater gerichtet und ihn mit zwei Schüssen getroffen." Die erste Kugel schlug in die linke Schulter des 48-Jährigen ein, die zweite streifte seine Lippe. Anschließend konnte ein Notarzt den Schützen überwältigen und entwaffnen. Sein Vater befinde sich glücklicherweise mittlerweile schon wieder auf dem Weg der Besserung, berichtet sein Sohn heute: "Er kann auch schon wieder lachen." Was den Polizeieinsatz angeht, bleibe ein fader Beigeschmack bei dem 24-Jährigen zurück.

Bilder von der Spurensicherung

Schüsse auf Mann in Prien

Eine Augenzeugin im Video-Interview:

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser