Schlachtabfälle im Innkanal

Ekelhafte Funde am Töginger Kraftwerk

+
Ekliger Fund an der Rechenreinigungsmaschine am vergangenen Donnerstag: Zum wiederholten Mal fischten Verbund-Mitarbeiter Schlachtabfälle aus dem Kanal.

Töging - "Das ist einfach eine Sauerei": Mitarbeiter von Verbund mussten zum wiederholten Mal Schlachtabfälle aus dem Inn fischen. Das Unternehmen hat Anzeige erstattet.

Seit Herbst letzten Jahres fischen die Mitarbeiter des Verbunds am Kraftwerk Töging regelmäßig Schlachtabfälle aus dem Innkanal. Das Energieunternehmen erstattete nun zum wiederholten Mal Anzeige gegen Unbekannt.

"Eine Zumutung für unsere Mitarbeiter"

"Das ist nicht nur eine Gewässerverschmutzung ersten Grades, sondern auch eine Zumutung für unsere Mitarbeiter", sagt Verbund-Sprecherin Eveline Fitzinger. Zudem muss das Energieunternehmen die Entsorgung der Schlachtabfälle in der Tierkörperverwertungsanstalt St. Erasmus bezahlen.

Zuletzt landeten am vergangenen Donnerstag drei Müllsäcke mit Schlachtabfällen an der Rechenreinigungsmaschine in Töging. "Schon der Gestank ist unerträglich", erklärt Fitzinger. "Zudem weiß ja auf den ersten Blick niemand, um welche Innereien es sich handelt." Inzwischen ist klar: Die Abfälle stammen von Schafen und Ziegen und tauchen in regelmäßigen Abständen auf: am 8. November waren es zwei Säcke, am 2. Dezember ebenfalls zwei, am 19. Dezember folgten weitere drei. In diesem Jahr landeten bereits weitere neun Säcke am Rechen in Töging: am 14. Februar (2), am 26. März (2), am 9. April (2) sowie am 17. April (3).

"Muss den der Innkanal zum Abfalleimer mutieren?"

Für Eveline Fitzinger geht es neben der Umweltverschmutzung durch Tierkadaver auch um eine grundsätzliche Frage: "Wie gehen die Menschen mit ihrem Müll um? Muss denn der Innkanal automatisch zum Abfalleimer der Region mutieren?" Rund 30 000 Tonnen Schwemmgut laufen Jahr für Jahr auf – vom Totholz bis zum Sondermüll. Die Entsorgungskosten liegen bei mehreren hunderttausend Euro pro Jahr. Dabei reicht die Liste von Fahrrädern und Autoreifen über Kühlschränke und Teppiche bis zu Wohnzimmereinrichtungen und gefüllten Propangasflaschen. "Unsere Mitarbeiter sind also viel gewöhnt", sagt Fitzinger. "Aber Schlachtabfälle? Das ist einfach eine Sauerei."

ha/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: innsalzach24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser