Durch Mitfahrzentrale zu Schleusern geworden

Teisendorf - Schleuser missbrauchen immer wieder die Mitfahrzentralen für ihre Machenschaften! Offenbar sind nun ein Deutscher und ein Italiener darauf reingefallen:

Die Bundespolizei hat am Wochenende die Ermittlungen gegen einen 24-jährigen Deutschen und einen gleichaltrigen Italiener aufgenommen. Sie werden der Schleuserei beschuldigt, weil sie zwei Sudanesen nach Deutschland gebracht haben. Die illegal eingereisten Afrikaner hatten keine Papiere für den Aufenthalt im Land. Ein Unbekannter soll über eine Mitfahrzentrale den Kontakt zwischen den Männern hergestellt haben. Die Bundespolizei warnt daher vor dem Missbrauch der Mitfahrzentralen durch Schleuser.

Auf Höhe Teisendorf stoppten die Bundespolizisten ein Auto mit österreichischen Kennzeichen. Fahrzeugführer war ein italienischer Staatsangehöriger. Eigenen Angaben zufolge hatte er zusammen mit seinem deutschen Begleiter den Wagen gekauft, um ihn als Gemeinschaftsauto zu benutzen. Um die Fahrt ein wenig rentabler zu machen, hätten sie die Tour von Österreich nach Deutschland bei einer Mitfahrzentrale angegeben. Prompt habe sich ein unbekannter Vermittler gemeldet, der die Mitfahrt von zwei Männern ankündigte. In Wien sollen die beiden Sudanesen dann zugestiegen sein. Dass sie keine Papiere mitführten, sei den Fahrzeugeigentümern nicht bewusst gewesen.

Bei der Kontrolle auf der A 8 stellte die Bundespolizei fest, dass weder der 32- noch der 40-Jährige aus dem Sudan einen Ausweis dabei hatten. Sie wurden wegen unerlaubter Einreise angezeigt und anschließend der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München zugeleitet. Fahrer und Beifahrer wurden als mutmaßliche Schleuser vorläufig festgenommen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen durften sie die Dienststelle der Bundespolizei in Bad Reichenhall wieder verlassen und ihre Reise fortsetzten. Die Ermittler werden jedoch im Verfahren wegen Einschleusens von Ausländern die Angaben zur Mitfahrzentrale überprüfen.

Nach Erkenntnissen der Bundespolizei nutzen Schleuser immer wieder Mitfahrzentralen für ihre kriminellen Machenschaften. Die ahnungslosen Fahrer könnten im Fall einer Kontrolle dann schnell unter Schleusungsverdacht geraten. Deshalb empfiehlt die Bundespolizei Anbietern von grenzüberschreitenden Mitfahrgelegenheiten, sich davon zu überzeugen, ob unbekannte Begleiter tatsächlich Ausweise mitführen. Bei Zweifeln an der rechtmäßigen Ein- oder Ausreise sollte von einer Mitnahme abgesehen und die Polizei verständigt werden.

Quelle: Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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