Explosion: Frau beging Wahnsinnstat wohl allein

Schliersee - Eine dreifache Mutter hat sich am Donnerstag in ihrem Haus in die Luft gesprengt. Der Schaden ist enorm. Ihr Mann ist jedoch aus dem Schneider:

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Am Donnerstag, 12. Januar, kam es gegen 12.45 Uhr in Schliersee, Ortsteil Neuhaus, zu einer Wohnhaus-Explosion. Daraufhin brannte eine Doppelhaushälfte total aus, die andere Hälfte des Hauses, die unbewohnt ist, wurde ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen.

Schliersee: Haus in die Luft gesprengt

Das Schlimme an der Sache ist, dass die 35-jährige Hausbewohnerin, eine Mutter von drei Kindern, die Tat offenbar vorsätzlich begangen hat. Wie die Polizei am frühen Nachmittag mitteilte, hatte die 35-Jährige gegen 12.45 Uhr beim Jugendamt angerufen und die Explosion des Hauses angekündigt.

Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes verständigte daraufhin sofort Polizei und Feuerwehr. Als die ersten Rettungskräfte am Tatort eintrafen, stand das Haus aber bereits lichterloh in Flammen.

Hausexplosion in Schliersee

Zunächst war unklar, ob sich die Anruferin und ihr 34-jähriger Ehemann zum Zeitpunkt des Brandausbruches in dem Gebäude befanden. Das Haus konnte wegen zu hoher Temperaturen und Einsturzgefahr zunächst auch von der Feuerwehr nicht betreten werden. Erst nachdem ein Kran das Dach gesichert und Trümmerteile beseitigt hatte, konnte ein Suchtrupp in das Haus vordringen. Dort machten die Einsatzkräfte dann eine grausame Entdeckung: Sie fanden eine weibliche Leiche.

Schliersee: Wohnhaus explodiert

Bisher ist die Identität der Leiche noch nicht gesichert, jedoch geht die Polizei davon aus, dass es sich dabei um die 35-jährige Frau handelt, die zuvor die Hauszerstörung angekündigt hatte.

Ihr 34-jähriger Ehemann wurde nicht in den Trümmern des Hauses gefunden. Nach langen Ermittlungen fand die Polizei den Mann gegen 18 Uhr bei Angehörigen im Landkreis Starnberg - körperlich unversehrt. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, werden dem Mann bezüglich dieses Schadensereignisses keine strafrechtlichen Vorwürfe gemacht. Ungeachtet dessen laufen aber die Ermittlungen gegen ihn wegen des Vorfalls Ende Dezember weiter.

Der Sachschaden beträgt laut Polizei mindestens 300.000 Euro.

Jugendamt nahm Kinder in Obhut

Die drei Kinder des Paares im Alter von zehn, elf und 15 Jahren waren nicht in Gefahr. Sie befinden sich seit einigen Tagen in Obhut des Jugendamtes, nachdem das Paar bereits in der Nacht von 28. auf 29. Dezember 2011 versucht hatte, das Haus in die Luft zu sprengen!

Beim ersten Vorfall zeigte sich das Ehepaar geständig und gab zu, dass es das Haus wegen finanzieller Schwierigkeiten in die Luft jagen wollte. Sie beschädigten vorsätzlich die Gasleitung und stellten Teelichter auf. Im Anschluss verließ das Ehepaar mit ihren drei Kindern die Wohnung, in der Hoffnung, dass es eine Explosion geben würde. Damals ging ihr Plan nicht auf. Nachdem sie zu ihrem Haus zurückgekommen waren und nichts geschehen war, verständigten sie die Feuerwehr.

Nachdem das Jugendamt bereits Vorkenntnisse über die betroffene Familie hatte, nahm es die drei Kinder nach der vereitelten Hausexplosion in Obhut - der Auslöser für die erneute Wahnsinnstat?  

Martin Weidner/Martin Vodermair

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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