Schnee und Eis: 700 Passagiere übernachten am Flughafen

München/Bayreuth - Es schneit wieder. In Franken bricht der Verkehr teilweise zusammen. Auf den Autobahnen im Norden Bayerns geht es streckenweise nur im Schneckentempo vorwärts. Auch Flug- und Bahnreisende müssen viel Sitzfleisch haben.

Deutschland kämpft mit Schnee und Eis

Spiegelglatte Straßen und Neuschnee haben Pendlern und Reisenden in Bayern abermals viel Geduld abverlangt. Auf den Autobahnen besonders in Franken stockte der Verkehr streckenweise auf bis zu 30 Kilometern Länge. Auf einigen Abschnitten durch die Rhön, das Fränkische Fichtelgebirge und die Fränkische Schweiz ging zeitweise wegen liegengebliebener Lastwagen nichts mehr. Auch Flug- und Bahnreisende waren betroffen. Der Münchner Flughafen wurde in der Nacht zum Donnerstag zum Schlafquartier für rund 700 Passagiere. In Kulmbach brach ein Hallendach unter der Schneelast ein.

Bereits am Mittwochabend hatten Schneefälle und Blitzeis den Verkehr erheblich behindert. Dutzende Unfälle ereigneten sich, meist blieb es bei Blechschäden. Einige Menschen wurden leicht verletzt, meldeten die Polizeipräsidien.

Die Bundesstraße 85 zwischen Ludwigsstadt und Steinbach am Wald in Oberfranken wurde nach einem Unfall stundenlang gesperrt. Ein Lastwagen war auf vereister Fahrbahn ins Rutschen geraten und in den Straßengraben gefahren. Ein nachfolgender Laster rammte daraufhin dessen Anhänger und stellte ihn quer.

Auch auf der A72 Hof-Chemnitz blieben zwischen dem Autobahndreieck Hochfranken und der Anschlussstelle Hof-Nord an einer Steigung mehrere Lastwagen liegen. Umgestürzte Bäume blockierten zudem die Bahngleise zwischen Ludwigsstadt und Saalfeld. Die ICE-Strecke Nürnberg-Leipzig war stundenlang unterbrochen. Das Dach einer Brauerei in Kulmbach stürzte unter der Last der Schneemassen teilweise ein.

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In der Rhön ging es auf der rutschigen A7 in der Nacht stundenlang nicht mehr weiter - 25 Kilometer Stau waren die Folge. Rettungskräfte brachten den Wartenden Tee und Decken. “Einzelne Lkw-Fahrer wurden von der Feuerwehr mit Sprit versorgt“, sagte ein Polizeisprecher.

Auf der A3 Aschaffenburg-Würzburg kam es im Berufsverkehr immer wieder zu Staus. Durch Blitzeis verlor ein Lkw-Fahrer die Kontrolle über seinen Sattelzug und verunglückte nahe Biebelried (Landkreis Kitzingen). Auch in Schwaben kam es auf glatten Straßen zu Unfällen.

Auf dem Münchner Flughafen mussten in der Nacht zum Donnerstag etwa 700 Passagiere übernachten. Wegen einer zeitweisen Sperrung des Frankfurter Flughafens waren 21 Maschinen nach München umgeleitet worden. In der Kürze der Zeit hätten nicht mehr für alle Fluggäste Hotelzimmer besorgt werden können, sagte ein Flughafensprecher. So wurden Feldbetten im Terminal 2 aufgestellt. Zudem hätten bis 8 Uhr 13 Flüge annulliert werden müssen.

Auf dem Nürnberger Flughafen hingegen machte der wenige Neuschnee nichts aus: “Hier herrscht ganz normaler Verkehr, wir haben keine Einschränkungen“, sagte Flughafensprecher Reto Manitz. “Das hat es alles schon wieder weggeblasen.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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