Schock am Hochzeitstag

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Rosenheim - Helga Ruhsamer kann ihr Glück noch gar nicht fassen. Um Haaresbreite ist sie einer Katastrophe entkommen.

Sie ist gerade auf dem Weg zur Bushaltestelle, als ein Mülllaster zu schnell in die Kurve beim "Huberwirt" in Westerndorf am Wasen fährt und umstürzt. "Einen Schritt weiter, und ich wäre schon tot", sagt die 68-Jährige. Das alles geschieht ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag.

Unfall am Feuerwehrhaus

Helga Ruhsamer ist verärgert. Ihr Ehemann hat ihren 49. Hochzeitstag vergessen. Um sich dennoch einen schönen Tag zu machen, beschließt die Westerndorferin, spontan auf eine Tasse Cappucino in die Innenstadt zu fahren. Nach dem Mittagessen bricht sie auf zur Bushaltestelle, die nur 50 Meter von ihrem Haus entfernt liegt. Sie ist spät dran und muss sich beeilen. Eigentlich will sie den Bus der Linie 11 um 13.25 Uhr nehmen. Doch so weit kommt sie nicht. Wenige Meter, bevor sie die Bushaltestelle erreicht, passiert das Unglück. Der 49-jährige Fahrer eines Mülllasters nimmt die Linkskurve am "Huberwirt" laut Polizei zu schnell. Der Lkw kippt um, fällt auf die rechte Seite und schleudert Helga Ruhsamer zu Boden. Sie hat Riesenglück: Sie steht zwar unter Schock, bleibt aber sonst unverletzt. "Ich habe furchtbar geschrien und gedacht, jetzt ist alles aus", erzählt sie zwei Tage nach dem Unfall am Krankenbett im Romed-Klinikum.

Müllwagen in Pang umgekippt

Das Müllauto erfasst zudem eine mehrere hundert Kilogramm schwere Bachkugel, die als Fahrbahnbegrenzung dient. Diese wird durch den Aufprall zuerst gegen die Tür des Feuerwehrhauses geschleudert und rollt dann zurück über die Staatsstraße 2010 "Am Wasen". Die Kellnerin vom "Huberwirt" gegenüber der Bushaltestelle hört den Krach, als der Lkw umstürzt. Sie kommt sofort zu Hilfe und gibt der Rentnerin, die am Boden liegt, ein Glas Cola zu Trinken.

Helga Ruhsamers Ehemann und ihr Enkel sind ein paar hundert Meter vom Unfallort entfernt bei der Holzarbeit. Eine Nachbarin verständigt die beiden. Inzwischen heult die Sirene. Die Feuerwehrmänner aus dem Dorf laufen herbei, Polizei und Notarzt kommen. Im Rettungswagen fährt Helga Ruhsamer in die Notaufnahme des Romed-Klinikums. Im Krankenhaus stellen die Ärzte außer Prellungen und blauen Flecken nichts fest. "Das Kreuz tut mir ein bisschen weh, sonst nichts", so die 68-Jährige, die offenbar einen tüchtigen Schutzengel hat. Am Montag darf sie wieder nach Hause. In Zukunft feiert Helga Ruhsamer an ihrem Hochzeitstag auch den zweiten Geburtstag.

Martin Aerzbäck/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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