Opfer sind oft Migranten aus Osteuropa

„Schockanrufe“ bringen Senioren um Erspartes

Nürnberg - Eine besonders hinterlistige Variante des Enkeltricks hält die Staatsanwaltschaft in Nürnberg auf Trab: „Schockanrufe“. So bringen die Betrüger gutgläubige Senioren um ihr Erspartes:

„Die Anrufer geben sich dabei als enge Verwandte aus, die einen Unfall verursacht hätten, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Die Betrüger behaupten dabei, dass ein Kind verletzt worden sei und sie dringend tausende Euro bräuchten, um die Krankenhauskosten zu bezahlen.

Bei den Geschädigten handele es sich meist um ältere Menschen mit russischem Migrationshintergrund, berichtete Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke. Sie würden anhand typischer Vornamen in Telefonbüchern rausgesucht. Gabriels-Gorsolke vermutet, dass es von dieser Zielgruppe leichter sei, höhere Bargeldsummen zu fordern - viele hätten ihr Erspartes zu Hause, und die Familie lebe weit verstreut und sei schwer zu erreichen.

Seit März wurden bereits elf Verdächtige festgenommen. Meist arbeiten Gruppen von vier Betrügern zusammen, die auf Russisch bei ihren Opfern auch außerhalb Bayerns anrufen. Ein „Verwandter“ des angeblich verletzten Kindes holt das Geld dann unmittelbar nach dem Anruf ab.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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