ADAC bietet in Rosenheim einen "Fahrfitness-Check" für Senioren an

Fahrfitte Senioren: Schon einen Schritt weiter

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Gutes Gefühl: Fahrlehrer Uwe Hanschmann (rechts) hatte nichts zu beanstanden - und Arthur von der Thann nimmt beruhigt weiterhin am Straßenverkehr teil.

Rosenheim - Für viele Senioren ist es selbstverständlich, bis ins hohe Alter Auto zu fahren. Statistisch gesehen werden durch sie nicht mehr Unfälle verursacht als durch junge Fahrer.

Tatsache ist aber, dass im Alter wichtige Fähigkeiten wie Reaktionsvermögen, Hören und Sehen nachlassen. Die EU-Kommission denkt derzeit über die Einführung regelmäßiger Fahrtüchtigkeitstests für ältere Autofahrer nach. Der ADAC ist schon einen Schritt weiter: Er bietet in Rosenheim einen "Fahrfitness-Check" für Senioren an. Einer der ersten, der daran teilnahm, ist der 63-jährige Arthur von der Thann.

Von der Thann ist passionierter Autofahrer. Selbst längere Urlaubsfahrten bereiten ihm keine Probleme. Trotzdem wollte er sich jetzt von einem Fachmann bestätigen lassen, dass sein sicheres Gefühl beim Autofahren ihn nicht trügt und er den Anforderungen im Straßenverkehr auch mit 63 Jahren noch bestens gewachsen ist.

Etwas "komisch" kam ihm die Situation beim einstündigen Test schon vor. "Man fühlt sich ähnlich wie bei der Führerscheinprüfung", erzählte er bei seiner Fahrt quer durch die Innenstadt. Ganz bewusst bemühte er sich, wirklich alle Verkehrsregeln zu hundert Prozent einzuhalten. Bei einer Ampel wäre er eigentlich noch leicht vor der Rotphase über die Kreuzung gekommen - hielt aber lieber an. "Im Normalfall wäre ich da noch durchgefahren. Aber wenn man beobachtet wird, will man halt alles besonders gut machen", meinte er.

Neben ihm saß Fahrlehrer Uwe Hanschmann. Er hat schon einige "Fahrfitness-Checks" durchgeführt. Oft war nichts zu beanstanden. Allerdings gab es auch Fälle, in denen er es mit der Angst zu tun bekam. "Eine ältere Dame hatte einen enormen Rechtsdrall. Ein paar Mal wollte ich ihr fast ins Lenkrad greifen", berichtete er. Sein Rat an die Seniorin nach der Fahrt: "Unbedingt den Schein abgeben." Ob die Frau das tatsächlich tut, steht nicht fest - der Fahrfitness-Check hat keine rechtlichen Konsequenzen. Die Probefahrt für Senioren ist keine zweite Prüfungsfahrt; allenfalls Empfehlungen und Hinweise gibt der Fahrlehrer mit auf den Weg.

Doch obwohl Senioren nicht befürchten müssen, ihren Führerschein zu verlieren, ist die Resonanz bisher noch gering. "Vielen ist es anscheinend trotzdem lieber, wenn sie erst gar nicht wissen, wie es um ihr Fahrvermögen steht", meint Hanschmann.

Dabei würde er sich beim "Fahrfitness-Check" ganz gezielt auf die Bedürfnisse der älteren Autofahrer einstellen. Sie dürfen, anders als Führerschein-Prüflinge, die Probefahrt in ihrem eigenen Fahrzeug absolvieren und auch bei der Auswahl der Strecke mitreden: "Wenn mir ein Senior sagt, dass er nie mehr die Autobahn benutzt, muss er das auch bei dieser Fahrt nicht machen."

Arthur von der Thann ist eigentlich nur selten in Rosenheim mit dem Auto unterwegs, aber er hatte keine Probleme, sein Fahrzeug routiniert durch die Straßen zu steuern. Hanschmanns Urteil: "Da gibt es nichts zu beanstanden."

Von der Thann fiel damit ein Stein vom Herzen. "Jetzt weiß ich, dass ich mich weiterhin mit gutem Gefühl hinters Lenkrad setzen kann." Hätte es an seinem Fahrstil größere Beanstandungen gegeben, stand für den 63-Jährigen aber auch eines ganz klar fest: "Dann hätte ich sofort meinen Führerschein abgegeben. Ich will niemand anderen gefährden."

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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