Internetseite wegen Castor-Kampagne gesperrt

Rosenheim - Weil die Infogruppe Rosenheim die Kampagne "Castor? Schottern!" beworben hatte, wurde ihre Internetseite für circa 29 Stunden gesperrt. Jetzt nimmt die Gruppe Stellung dazu.

Stellungnahme der Infogruppe Rosenheim zur vorübergehenden Sperrung ihrer Internetseite

"Wir halten die Absichtserklärung zur Aktionsform "Castor? Schottern!" für legitim und richtig. Atomkraft ist ein schmutziges Geschäft, das den großen Stromkonzernen, unterstützt durch die Regierung, Milliardengewinne beschert. Die Einlagerung des über Millionen Jahre strahlenden Mülls ist skrupellos. Atomkraft ist unkontrollierbar und die Folgen sind unabsehbar. Ein Staat der dies gegen den Willen der Menschen ermöglicht, begeht ein Verbrechen. Im Rahmen der Kampagne "Castor? Schottern!" erklären mittlerweile über 850 Gruppen und Einzelpersonen, dass sie am Tag des Transportes der Castor-Behälter auf die Schienen gehen werden, um dort die Schottersteine zu entfernen. Die Folgen dieses Handelns sind vollkommen überschaubar: Zu diesem Zeitpunkt ist dieser Streckenabschnitt für jeglichen Zugverkehr gesperrt -- die Ausnahme ist ein polizeilich streng bewachtes Sonderfahrzeug. Durch die Aktion wird kein einziger Mensch in Gefahr gebracht. Mit dieser Aktion wird der Widerstand gegen Atomkraft in einer Gegend stattfinden, in der die Menschen den immer weiter wachsenden strahlenden Müllbergen unmittelbar ausgeliefert ist. Dennoch will die beepworld GmbH in einem Weblink und einem Banner zur Kampagne "Castor? Schottern!" - wohlgemerkt nicht der Absichtserklärung selbst -- einen Aufruf zu einer Straftat erkennen. Aktiv wurde sie auf Bitte der Rosenheimer Kriminalpolizei und sperrte kurzerhand unsere Website ohne vorher mit uns Kontakt aufzunehmen. Eine Google-Abfrage zum Stichwort "Castor schottern" ergibt über 200.000 Ergebnisse. Nach unseren Informationen sind wir jedoch die einzige Seite, welche gesperrt wurde. Dieses unverhältnismäßig repressive Vorgehen wirft ein eigenartiges Licht auf beepworld und spiegelt einmal mehr das Demokratieverständnis der Rosenheimer Polizei wider. Dieser Schuss ging allerdings nach hinten los: Bundesweite Berichterstattung, die uns ansonsten eher selten zuteil wird, ein gutes Mehr an Öffentlichkeit für die Kampagne "Castor? Schottern!". Zu guter Letzt können wir ab sofort mit einer brandneuen Homepage aufwarten.

Unter den derzeitigen Umständen bleibt es dabei: Wichtige Dinge können wir keiner Regierung überlassen. Atomausstieg ist Handarbeit! Gemeinsam mit tausenden anderen Menschen werden wir ins Wendland fahren um den Castor zu stoppen. Dazu werden wir die Mittel anwenden, die wir für legitim halten."

Pressemitteilung infogruppe rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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