Ärger über den Meridian

Minister Herrmann stellt BOB ein Ultimatum

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Landkreis -  Jeden Morgen ein Sprint zum Meridian-Anschlusszug: Nun klagt eine Schülerin über unfreiwilligen "Frühsport". Unterdessen droht Verkehrsminister Herrmann.

Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann stellt der Bayerischen Oberlandbahn als Betreiber der neuen Meridian-Züge in der Region ein Ultimatum, berichtet der Radiosender Bayernwelle. Bis Mitte März müssten die Probleme auf den regionalen Bahnstrecken behoben sein. Er werde dann eine Zwischenbilanz ziehen. Wenn die BOB die Probleme nicht in den Griff bekommt, dann sei fraglich, ob die Betreiber des Meridian zuverlässig genug sind, um bei der nächsten Ausschreibung zugelassen zu werden, so der Minister laut dem Radiosender.

Allerdings will Herrmann nicht allein beim Betreiber die Schuld für die Probleme suchen. Mitverantwortlich seien auch der Hersteller der noch fehlenden Flirt-Züge, sowie das Eisenbahnbundesamt.

Jeden Morgen zum Zug sprinten

Eva Kaindl aus Kolbermoor pendelt seit zwei Jahren von ihrer Heimatstadt nach München. Über die neue Meridian-Verbindung ist sie sehr verärgert. Der Zug sei die "größte Lachnummer überhaupt" und jeden Tag müsse sie in Rosenheim zum Anschlusszug sprinten.

Lesen Sie hier die E-Mail der Schülerin

"Jeden Tag aufs Neue darf man sich aneinander kuscheln und schon am Morgen etwas Sport treiben! Seit fast zwei Jahren pendele ich zwischen Kolbermoor und München. Ich mache dort eine schulische Ausbildung und erhalte dafür keinen Lohn, dennoch muss ich mir für inzwischen knapp 200 Euro eine Fahrkarte leisten. Der Service, den man dafür erhält, ist eine bodenlose Frechheit.

Angefangen damit, dass mein Zug in der Früh sowieso jeden Tag Verspätung hat. Weiter dazu, dass der Anschlusszug keine zwei Minuten warten kann. Früher ging mein Zug in Kolbermoor um 7:12 Uhr und in Rosenheim dann um 7:29 Uhr. Jetzt  muss man Glück haben, dass man den Anschlusszug nach München noch mit einem Sprint erreicht - oder er ist weg, weil er nicht wartet. Jedoch wartet der nächste Zug um 7:32 Uhr genauso wenig, so dass ich zu diesem auch schon einmal sprinten musste. Inzwischen stellt sich eine Freundin von mir, die mit mir pendelt, in die Tür um den Zug wenigstens noch eine oder zwei Minuten aufzuhalten für uns. Da frage ich mich, wieso man die Abfahrtszeiten so knapp legt, wenn man dann sowieso mindestens drei Minuten zu spät losfährt? Und der Zug ist sowieso nur ein Witz, teilweise nur ein Wagon, welcher schon überfüllt in Kolbermoor hält bzw. überfüllt von Rosenheim losfährt!

Ich habe langsam das Gefühl, dass an uns Schüler bzw. allgemein an uns Pendler nicht wirklich gedacht wird! Für Schüler wie mich ist es nicht wirklich leicht, immer wieder 200 Euro aufzubringen, aber ich erwarte dann auch eine gewisse Leistung dafür. 

Diese Leistung bezieht sich nicht darauf, am Gleis oder im Zug Süßigkeiten, Schlüsselanhänger etc. zu erhalten, sondern endlich mal Taten sprechen zu lassen!"

Schwere Vorwürfe gegen einen Zugbegleiter

Schwere Vorwürfe gegen einen Meridian-Zugbegleiter und das Unternehmen erhebt auch unser User Martin Eichner aus Raubling. Es handelt sich dabei um einen Vorfall vom 17. Dezember, einem Dienstagabend, zu dem er bislang noch keine Stellungnahme oder Entschuldigung vom Unternehmen erhalten habe.

So habe ihn ein Zugbegleiter auf seiner Fahrt in Richtung Kufstein kontrolliert. Dabei teilte Eichner den Mann mit, dass er bereits bei der nächsten Haltestelle aussteigen wolle. „Dies nahm er auch zur Kenntnis, bestand jedoch darauf, dass ich erst noch meinen Namen auf die Fahrkarte schreiben müsse, und danach dann auch noch meinen Ausweis dazu vorzeige - obwohl ich bereits am Zielort angekommen war“, schreib Eichner in einer E-Mail an unsere Redaktion. „Dabei wies ich dann nochmals darauf hin, dass ich in Kürze aussteigen wolle, mit der Bitte um entsprechende Berücksichtigung. Ich verfügte natürlich über eine gültige Fahrkarte (Bayernticket), welche ich auch ordnungsgemäß vorzeigte. Als der Zug im Bahnhof einfuhr hielt er mich mit seiner Vorgehensweise regelrecht 'fest', und öffnete dann für mich nicht die Tür zum Aussteigen. Mit seinem Handeln nötigte er mich somit gezwungenermaßen bis zum nächsten Bahnhof weiterzufahren.“

Nach dem ärgerlichen Vorfall hat sich Martin Eichner telefonisch und auch per E-Mail beschwert. Doch bislang ohne Antwort: „Bedauerlicherweise ist es auch mittlerweile zu keinerlei Stellungnahme, Reaktion, Antwort o.ä. seitens Meridian gekommen. Mehrfach habe ich angeschrieben, den Vorfall telefonisch gemeldet, und auch zur gefälligen Erinnerung erneute E-mails gesendet", teilte er uns jüngst mit. 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser