Schuhverkäuferin des Jahres

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Lucia Grewe: freundlich und kompetent. Sie wurde zur besten Schuhverkäuferin Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gekürt.

Rosenheim - Will die Kundin reden? Möchte der Kunde intensiv beraten werden oder lieber seine Ruhe haben? Verkäufer müssen die Menschen, mit denen sie täglich zu tun haben, gut einschätzen können.

Lucia Grewe beherrscht diese Kunst und vieles mehr, was ihren Beruf ausmacht, in höchstem Maße.

Die Fachzeitschrift „Schuhkurier“ hat sie gerade zur besten Schuhverkäuferin Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gekürt. Da ist sie aus allen Wolken gefallen.

Der tägliche Kontakt zu Menschen und eine gute Beziehung zu Schuhen sind zwei Gründe, weshalb der 57-Jährigen ihr Beruf besonders gefällt. Die Freude, mit der sie im Schuhhaus Reindl an die Arbeit geht, kommt nicht nur bei ihrem Chef Karl-Georg Reindl gut an, sondern gefiel auch der Redaktion des "Schuhkurier".

Der "shoe courier"-Award wurde heuer zum siebten Mal verliehen. Drei Monate vorher begannen zehn Redakteure und freie Mitarbeiter der Fachzeitschrift mit dem "Mystery Shopping": Sie traten als ganz normale Kunden auf und ließen sich bedienen. Auffällige Unterschiede zwischen männlichen und weiblichern Verkäufern habe es nicht gegeben, sagt "Schuhkurier"-Redakteur Helge Neumann. Nur einer fiel aus dem Rahmen. Der Hamburger Verkäufer war nicht nur unaufmerksam, er fragte die Kunden zudem weder nach ihren Wünschen, noch ging er auf die geäußerten ein. Die Tester waren sowohl in Geschäften wie Schuh Reindl als auch in Läden unterwegs, die einer Kette angehören.

Geduld der Verkäufer wird auf die Probe gestellt

Die Kandidaten, die in Frage kommen, stehen laut Neumann schon im Voraus fest. Die Redaktion des "Schuhkuriers" sammelt das ganze Jahr über Vorschläge von Handelsvertretern und Messeausstellern. In diesem Jahr gab es 28 "Auserwählte".

Die Geduld der Verkäufer wird mit Kritik und Extrawünschen auf die Probe gestellt. Zu auffällig darf das aber nicht sein. Lucia Grewe jedenfalls hat nichts gemerkt. "Das war eine Kundin wie jede andere", erinnerte sie sich später.

Das Geheimnis ihres Erfolgs? Besonders wichtig, so Grewe, sei, das richtige Gefühl für die Käufer zu entwickeln. Die Verkäuferin müsse eine leichte Bindung aufbauen. Manchmal seien Kunden etwas verhalten und würden im Laufe des Gespräches mit den Verkäufern zugänglicher. Es gebe allerdings auch Menschen, die ganz abblocken. Dann sei es für die Verkäuferin an der Zeit, sich zurückzuziehen.

Damit die "Mystery-Shopper" während der Tests den Überblick nicht verlieren, füllen sie nach dem Besuch im Geschäft einen Fragebogen aus. Da heißt es beispielsweise: "Wurden Sie nach Betreten des Geschäftes innerhalb von 30 Sekunden von irgendeinem Mitarbeiter wahrgenommen (Gruß, aktives Zunicken, Zulächeln)? Fragte die Mitarbeiterin auch, und zwar in dezenter Weise, ob bei Ihren Füßen besondere Eigenheiten zu beachten sind? Äußerte sich die Mitarbeiterin fachmännisch hinsichtlich richtiger Größe und Passform?"

Lucia Grewe erfüllte alle Erwartungen optimal. Dabei verkauft sie erst seit drei Jahren Schuhe. Zuvor hat sie bei "Hut-Breiter" in Rosenheim gearbeitet. Nach Schließung des Geschäfts wechselte sie in die Schuhbranche. Sie habe, so Grewe, auf Lehrgängen und von ihren Kolleginnen viel dazulernen können. "Wir sind einfach ein Superteam", betont die Verkäuferin. Alle hätten sich mit ihr gefreut.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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