Schulen: Mehr Eigenverantwortung  und Lehreraustausch

München/Laugheim - Eigenes Budget und Lehrer selbst aussuchen: Spaenle will Schulen mehr Verantwortung geben. Ein Lehreraustausch zwischen Bayern und Baden-Würrtemberg ist geplant.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) will in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit den Schulen mehr Eigenverantwortung geben. “Ein Ziel ist es, Schulen mit einem Personalbudget auszustatten, das sie eigenverantwortlich bedarfsgerecht einsetzen können“, sagte Spaenle am Freitag in München. Sie könnten damit - je nach Profil der Schule - etwa Quereinsteiger für naturwissenschaftlichen Unterricht einstellen, oder auch Sozialarbeiter.

Außerdem sollen die Schulen die Stellen selber ausschreiben können. “Sie sollen sich die Personen aussuchen, die zur Schule passen.“ Hier müsse das Land jedoch dafür Sorge tragen, dass nicht alle Lehrer in beliebte Regionen abwandern, sondern es weiterhin eine gleichmäßige Verteilung im ganzen Freistaat gibt. “Die Modelle liegen sozusagen schon in der Schublade“, sagte der Leiter von Spaenles Büro, Herbert Püls.

Einen konkreten Zeitpunkt, bis wann diese Ziele umgesetzt sein sollen, nannte Spaenle nicht. Am 11. April ist jedoch ein Treffen mit den kommunalen Spitzenverbänden geplant. Die Budgethoheit sei hier ein Thema. Um bestimmte Ideen im Modellversuch unter “Echtheitsbedingungen“ zu testen, könnten “bestehende gesetzliche Bedingungen außer Kraft gesetzt werden“, sagte Spaenle.

In großen Schulen sollen außerdem mehr Leute an der Personalführung beteiligt werden. “Es soll nicht mehr einer für 100 Lehrer verantwortlich sein, sondern einer für 20“, verdeutlichte Spaenle. So könnten etwa bestimmte Fachlehrer als Leiter für ihre Fächer benannt werden. An Realschulen ist hier der Startschuss für 2012 geplant.

Und auch die Eltern sollen stärker einbezogen werden. Über ihre Mitarbeit etwa im Elternbeirat hinaus, müssten die Lehrer stärker auf einzelne Familien und Eltern zugehen. “Im Einzelfall ist das sehr wichtig. Das muss die Schule zusätzlich leisten“, sagte Spaenle.

Bayern und Baden-Württemberg wollen Lehrer tauschen

Lehrer aus Bayern und Baden-Württemberg sollen zudem einfacher zwischen beiden Bundesländern wechseln können. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) und seine baden-württembergische Amtskollegin Marion Schick (CDU) wollten am Freitag in Laupheim eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnen. Ziel sei, qualifizierten Bewerbern, denen Bayern keine Stelle anbieten kann, eine Beschäftigungsmöglichkeit im Nachbarbundesland zu eröffnen. Eine ähnliche Vereinbarung besteht bereits mit dem Land Berlin, sagte ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums in München.

Zum Schuljahr 2011/12 sollten verstärkt Absolventen bayerischer Studienseminare für Gymnasien und Realschulen als Lehrer im Südwesten eingestellt werden. Baden-Württemberg habe vor allem auch an beruflichen Schulen Lehrerbedarf. Beide Ministerien wollen die Rückkehrmöglichkeit erleichtern und unbürokratischer machen. Interessenten erhielten daher vorab eine Freigabe für einen Länderwechsel zurück nach Bayern vom Schuljahr 2013/14 an.

Lehramtsanwärter aus Bayern sollen künftig bereits an den Studienseminaren gezielt über Einstellungsmöglichkeiten im Nachbarland informiert werden. Dazu diene auch das Lehrerportal www.lehrereinstellung-bw.de. “Zusätzlich werden wir frühzeitig Regionen und Fachbereiche benennen, in denen wir verstärkt auf die Gewinnung externer Bewerber setzen wollen“, kündigte Schick nach Ministeriumsangaben an.

dpa

 

 

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