Schulsozialarbeit gesichert

Rosenheim - Bei der Mitgliederversammlung des Vereins „Pro Arbeit“ wurde einmal mehr deutlich gemacht, dass die Suche nach Geldgebern längst zum Tagesgeschäft gehört.

"Soziale Arbeit, also der Ausgleich von sozialen Benachteiligungen unserer Schüler, wird stets auf finanzielle Förderung angewiesen sein." Mit wenigen Worten machte Inge Ilgenfritz, Vorsitzende des Vereins "Pro Arbeit", bei der 14. Mitgliederversammlung deutlich, dass die Suche nach Geldgebern vor allem für langfristige Projektfinanzierungen bei dem Träger von Schulsozialarbeit und Qualipatenprojekt längst zum Tagesgeschäft gehört.

Umso mehr lag ihr der ausdrückliche Dank an alle Unterstützer und Mitarbeiter am Herzen.

Für die Jugendsozialarbeit an Schulen (JAS) sind nach einigen personellen Veränderungen derzeit 29 Mitarbeiterinnen im Einsatz. Beispielsweise wurden an den Berufsschulen fünf Klassen im Berufsintegrations-, Berufsvorbereitungs- beziehungsweise Berufseinstiegsjahr von Pro Arbeit sozialpädagogisch betreut. Die Vermittlungsquote habehier stets über 60 Prozent gelegen, in einzelnen Maßnahmen sogar über 90 Prozent. Als wertvolle Partner bei dieser Maßnahme würdigte Ilgenfritz dabei die Praktikumsbetriebe.

Zwar sei die Schulsozialarbeit dank neuer Sponsoren - neben dem Wirtschaftlichen Verband, den Rotariern und der Marc-OPolo-Stiftung sind dies Privatleute, die nicht genannt werden wollen - auch nach dem Auslaufen des Vertrags mit der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling für die kommenden beiden Jahre finanziell abgesichert. Jedoch müsse in dieser Zeit "auf der Basis einer fundierten Jugendhilfeplanung" der Bedarf von JAS an den Rosenheimer Schulen ermittelt und die erforderlichen Gelder durch den Träger der öffentlichen Jugendhilfe gesichert werden.

Patenprojekt an den vier Hauptschulen

Breiten Raum neben dem Einzel-Coaching für schwer zu vermittelnden Jugendliche (Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung) nimmt, als drittes Standbein, inzwischen das Patenprojekt an den vier Hauptschulen ein. Die Vorsitzende hält es für unumgänglich, das Bildungsprojekt mit derzeit mehr als 40 ehrenamtlichen Paten auch nach der Beendigung der Anschubfinanzierung durch die Sparkassenstiftung "Zukunft" für die Stadt im nächsten Schuljahr in die Hände einer hauptamtlichen Koordination zu legen. Denn dieses Konzept in Verbindung mit professioneller Nachhilfe an der Volkshochschule "geht absolut auf." Im Sommer hatten mehr als 70 Prozent der betreuten Schüler den Quali geschafft.

Viel Arbeit kommt im Bereich der vertieften Berufsorientierung an Hauptschulen auf das Mitarbeiter-Team zu: Bei der - erstmalig deutschlandweiten - Ausschreibung der Module gewann der Verein, der seit drei Jahren die Berufsorientierungs-Camps durchführt, zwei Lose mit insgesamt 18 Klassen.

Wie bereits 2009, konnte "Pro Arbeit" auch im vergangenen Jahr unterm Strich eine schwarze Null verbuchen, wie Schatzmeister Dr. Helmut Klarner ausführte; bei einem für einen freien Träger durchaus beachtlichen Umsatz von rund einer Million Euro. Mehr als 96 Prozent dieser Erlöse flossen dabei in Personalkosten. Allerdings, so schränkte Klarner ein, sei ein ausgeglichenes Ergebnis fürs laufende Jahr nicht abzusehen und somit ein Griff in die Rücklagen erforderlich. Um die finanzielle Zukunft dieses "hervorragenden Unternehmens" langfristig sicherzustellen, mahnte er, müssten weiterhin neue Förderer gewonnen werden.

Einstimmig gab die Versammlung grünes Licht für eine Satzungsänderung: Ähnlich dem bisherigen Kuratorium wird dem Vorstand nun ein bis zu zehnköpfiger Beirat zur Seite stehen; hier sollen neben dem Stadtoberhaupt auch der Landkreischef sowie der Kreisvorsitzende des Bayerischen Gemeindetags ins Boot geholt werden.

Zwar ist auch "Pro Arbeit" zunehmend dem Konkurrenzdruck durch andere freie Träger unterworfen, wie sich am Beispiel der Otfried-Preußler-Schule in Stephanskirchen zeigt. Doch für Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, die bisherige Kuratoriumsvorsitzende, ist nicht zuletzt das Sponsoring vonseiten hochkarätiger Unternehmen und Vereinigungen ein deutliches Zeichen für die Kompetenz und Integrität des Vereins: "Wir können uns dem Wettbewerb stellen."

pil/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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