Ein sensibler Fahrkartenautomat

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Das ist der sensible Automat: Das Gerät kann die Karte von Christian Sievi immer noch nicht lesen.

Rosenheim - Wieder Erfolge durch die OVB-Rubrik „Was mich freut – was mich ärgert": Ein Fahrkartenautomat, der keine Fahrkarte ausspuckt, defekte Türklingeln und demolierte Parkbänke bewegten die OVB-Leser in den letzten Monaten.

Das OVB griff die Beschwerden in der Rubrik „Was mich freut – was mich ärgert“ auf. In vielen Fällen konnte geholfen werden. Nur beim Fahrkartenautomat stellte sich heraus: Er ist vermutlich besonders sensibel.

Zwölf Beschwerden über den Fahrkartenautomat in der Unterführung am Eingang der Klepperstraße innerhalb von sechs Monaten sind Franz Lindemair bekannt. Der Bahnsprecher sagt, bei allen zwölf Beschwerden sei ein Service-Mitarbeiter losgeschickt worden. Der habe zwölfmal festgestellt, dass der Automat funktioniert. Einer, der sich über den Automaten ärgert, weil dieser ihm die Fahrkarte permanent verweigert, ist Christian Sievi. "Vielleicht", so mutmaßt der Bahnsprecher, "hat dessen Karte einen Kratzer". An anderen Automaten kann Sievi allerdings Fahrkarten ziehen. Auf die Frage, ob dieser eine Automat eventuell besonders sensibel auf Kratzer reagiert, meint der Sprecher: "Das kann schon sein." Er rät Sievi, die Bahncard erneuern zu lassen, "vermutlich gegen eine kleine Bearbeitungsgebühr". Zudem bietet er ihm einen gemeinsamen Termin am Automaten an. Auf eine Rückmeldung oder Aufklärung der Deutschen Bahn wartete Sievi bisher vergeblich.

Ludwig Weinberger fand gleich zweimal den Weg in die Rubrik: Ende November ärgerte er sich, weil das neue Justizgebäude an der Kufsteiner Straße von der Straße aus leicht zu übersehen war. Zwei Monate später durfte er sich aber freuen: Amtsgerichtsdirektorin Helga Gold hielt ihr Versprechen, sich um einen Wegweiser zu kümmern. "Das große Schild sieht wirklich sehr gut aus", lobte Weinberger.

Gut sieht mittlerweile auch die Bahnstrecke neben der Sudetenlandstraße aus. Ende August hatte sich Alfred Mühlberger noch darüber geärgert, dass zwischen der Strecke und den angrenzenden Gärten eine Wildnis entstanden war. Gebüsch, Äste, Humus, Wurzeln und Grünabfälle lagerten dort, seit die Arbeiten für eine Schallschutzmauer liefen. "Kurz nach dem Artikel im OVB war das Gestrüpp über Nacht verschwunden", freute sich Mühlberger. Die Bahn hatte die Bio-Berge per Güterzug restlos beseitigt.

Marianne Berthaler-Elis störte sich schon zur Zeit der Landesgartenschau am Springkraut im Auwald-Bereich. Ihrer Meinung nach hat sich bis heute nichts an der Situation geändert. "Jetzt im Frühling fängt es wieder an, zu sprießen." Werner Oeckler von der Landesgartenschau-Gesellschaft verspricht aber, ein Auge auf das sich schnell verbreitende Unkraut zu haben: "Wir haben die Pflanzen bereits letztes Jahr ausgerupft, und auch jetzt werden wir mähen, bevor das Springkraut aufblüht."

Auch Hans-Georg Hunger störte sich an Gestrüpp: Der Fußgänger- und Radweg zwischen der Wendelsteinstraße und Am Graspoint war zugewuchert. "Wenn Kinder aus der Volksschule Fürstätt Radfahrern ausweichen müssen, landen sie in den Dornbüschen", schimpfte der Rosenheimer. Mittlerweile pflege der Baubetriebshof den Weg besser, freut er sich, "jetzt kommt man gut durch."

Hans-Jürgen Klein war bei seiner Radtour zum Innspitz ebenfalls der Weg versperrt, von Bauzäunen. Nach der Landesgartenschau mussten noch eine Böschung aufgeschüttet und ein neuer Weg angelegt werden. "Mittlerweile sind alle Bauzäune weg, alles ist bestens", freut sich Klein, "die neuen Anlagen sehen wirklich super aus." Lediglich einen Wunsch hat er noch: "Bisher zeigen Wegweiser den alten Radweg an. Wenn man da noch die neue Route anzeigen könnte, wäre das das i-Tüpfelchen."

Rudi Stocker ärgerte sich, weil das vordere Tor der Fahrradeinstelle des "Weißen Raben" am Bahnhof zu bestimmten Zeiten abgeschlossen wurde. Aufgrund seiner besonderen Arbeitszeiten konnte der Lokführer die Einrichtung darum nicht mehr nutzen. Hiltrud Ettl, Betriebsleiterin der Hausmeisterei des "Weißen Raben", konnte ihm damals wenig Hoffnung machen, die Sicherheit für die Räder hätte Vorrang. "Durch die Hilfe der Stadt konnte aber eine Lösung gefunden werden, die alle zufriedenstellt", erklärte Ettl jetzt. Die Stadt zahlte einen Zaun, um zwei Bereiche zu schaffen.

Erfolg hatte auch Gert Ungewiß. Ihm waren demolierte Parkbänke nahe der Kaiserstraße aufgefallen. Das Stadtplanungsamt erfuhr durch die OVB-Redaktion davon. Bereits zwei Tage später hatte die Stadt die Bänke repariert. "Das ging rucki zucki", freute sich Ungewiß.

Alois Westner ist erleichtert, weil sich in der Nähe seiner Wohnung in der Innsbrucker Straße nicht mehr soviel Müll ansammelt. Auf einer freien Fläche lagerten Berge von Unrat. "Der Artikel darüber hat auf jeden Fall etwas gebracht", sagt er. Die Stadt holte die kaputten Staubsauger, alten Koffer und leeren Kartons ab und verteilte Flugblätter, wo sich der nächste Müllplatz befinde. Die Situation ist laut Westner wesentlich besser geworden, "leider laden einzelne aber immer noch ihren Müll dort ab."

Nur einen Teilerfolg hatte die Beschwerde von Christian Fahrenschon. Für die Sondernutzung eines Münzkarussells auf dem Max-Josefs-Platz verlangte die Stadt 50 Euro Gebühr pro Tag. Dabei hätte das Karussell laut Betreiber höchstens 20 Euro eingebracht. Die Stadt hätte die Gebühr dann zwar gesenkt, Fahrenschon fand das trotzdem noch ziemlich teuer. Er zahlte, baute das Kinderkarussell aber wieder ab.

Irene Sterr hatte es satt, vergeblich auf den Bus nach Happing zu warten. Seit sie ihren Ärger in der Rubrik "Was mich freut - was mich ärgert" geäußert hatte - das war im Dezember - musste sie sich nur noch einmal übermäßig gedulden.

Geduld war auch das Stichwort beim Ärger von Chistine März: Mehrfach öffnete der Rollstuhlfahrerin niemand, wenn sie auf die Klingel am Hallenbad drückte. Sie musste bis zu 25 Minuten warten, bis das Personal öffnete und sie den Lift benutzen konnte. Seitdem sie sich aber öffentlich darüber beklagt hatte, musste sie kein einziges Mal mehr warten. Nur die Tür im Innern des Bades, die so schwer aufgeht, dass die Rollstuhlfahrerin auf fremde Hilfe angewiesen ist, ist für sie noch ein Ärgernis. Daran hat sich bisher nichts geändert.

Franz Gößl hatte 2007 auf Einladung der Stadt an einem Seniorentag mit Zukunftswerkstatt teilgenommen. Über sechs Tage hinweg erarbeitete er mit seinem "Arbeitskreis Verkehr" Ideen, wie Rosenheim noch lebenswerter gestaltet werden könne. Über den Fortschritt oder Ergebnisse wurden die engagierten Senioren aber nicht unterrichtet. "Ein Abstimmungsproblem mit dem Seniorenbeirat", wie Christian Meixner jetzt sagt. Der Leiter des Sozialamts hat bereits Kontakt zu Gößl und den anderen Teilnehmern aufgenommen, die Abschlussbesprechungen sollen in den nächsten Wochen nachgeholt werden.

Mehr Behindertenparkplätze in zumutbarer Entfernung zum städtischen Friedhof wünschte sich Edgar Gieron im November. Die Änderung sei zwar noch nicht umgesetzt, aber bereits beauftragt, sagte Manfred Orgler vom Amt für Verkehrswesen. Zwei Behindertenparkplätze werden in den nächsten Wochen ausgewiesen, versprach er, "an jedem der Eingänge zum Friedhof wird es also mindestens einen Behindertenparkplatz geben."

"Jugend erzieht Alter", so beschrieb Rektor Wolfgang Zeller die Maßnahmen an seiner Schule. Vor der Volksschule in Aising ignorierten Autofahrer jeden Morgen das Halteverbot. Aus "Zeitnot und Faulheit" hätten dort viele Eltern die Autos abgestellt, um ihre Kinder zur Schule zu bringen. Zeller machte seinem Ärger darüber in der Zeitungsrubrik Luft. Zudem überwachten engagierte Schüler daraufhin jeden Tag die Straße und wiesen Falschparker auf ihren Verstoß hin. Beratungsresistente wurden der Polizei gemeldet, die die Autofahrer ermahnte. "Die Situation hat sich verbessert", freut sich der Rektor, "dank der engagierten Schüler, der Polizei und der Zeitung".

Mehrere tausend Autos fahren derzeit täglich an der Haustüre von Beatrix Wölfl vorbei. In der Von-der-Tann-Straße rollt der Verkehr, seit die parallel verlaufende Hubertusstraße gesperrt ist. Daran konnte auch unsere Rubrik nichts ändern. Dafür hat die Stadt auf Wölfls Beschwerde reagiert, wegen Lücken in der Asphaltdecke würden Steine auf die parkenden Autos geschleudert. Das Tiefbauamt hat die Löcher mittlerweile verschlossen.

Den schnellsten Erfolg konnte Günther Fischer melden: Er ärgerte sich, weil die Stadt den beliebten Spazierweg auf dem Bahndamm parallel zum Fasanenweg nicht mehr gemäht hatte. "Noch am Tag, als der Artikel in der Zeitung erschien, haben Stadtmitarbeiter den Weg frei gemacht", zeigte sich Fischer sehr positiv überrascht.

Robert Feiner (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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