Serienräuber schlug zweimal in Rosenheim zu

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München/Rosenheim - Als die Polizei 2010 bei Augsburg einen Bankräuber stellen wollte, sprengte dieser sich vergeblich in die Luft. Zweimal hat der Täter auch in Rosenheim zugeschlagen.

Der Fall sorgte für bundesweites Aufsehen: Als die Polizei im August 2010 bei Augsburg einen flüchtigen Bankräuber stellen wollte, sprengte sich der Mann im Fluchtwagen mit Gas in die Luft. Er überlebte schwer verletzt. Nun wurde Anklage gegen den 50-Jährigen erhoben. Eine ganze Serie von Raubüberfällen in Südbayern soll auf sein Konto gehen. Zweimal hat der mutmaßliche Täter auch in Rosenheim zugeschlagen.

Die Vorgehensweise bei der spektakulären Überfallserie war immer die gleiche: Der Räuber fuhr mit einem Roller mit gestohlenem Kennzeichen zu einer Tankstelle oder einem Optikerladen, betrat mit dem Helm auf dem Kopf den Kassenraum, bedrohte das Personal mit einer täuschend echt aussehenden Softair-Pistole und verschwand anschließend auf dem Roller. Das kleine Motorrad lud er in einen meist nicht weit entfernt abgestellten VW-Bus, mit dem er seine Flucht dann fortsetzte.

Der erste Überfall in Rosenheim fand am 21. Oktober 2008 statt. Der maskierte Täter forderte in der Kaufland-Tankstelle im Aicher-Gelände mit vorgehaltener Waffe Geld und konnte trotz Großfahndung entkommen. Knapp zehn Monate später, am 6. August 2009, schlug er in der Innenstadt zu. In der Bahnhofstraße erpresste er mit gezückter Pistole in einem Optikergeschäft Bares. Die Beute betrug jeweils nur mehrere hundert Euro.

Der Mann, arbeitslos geworden, hatte seine Wohnung bei München aufgegeben und war nach Süditalien ausgewandert. Für seine Überfälle kam er nach Angaben der Ermittler jeweils nach Bayern zurück und hauste während dieser Zeit zusammen mit einem kleinen Hund in seinem VW-Bus.

Die Raubserie endete im August letzten Jahres mit einem Banküberfall in Burgau bei Augsburg. Dieses mal heftete sich die Polizei an das Fluchtfahrzeug und konnte den VW-Bus zum Anhalten zwingen. Der mutmaßliche Räuber verschanzte sich im Fahrzeug. Schließlich öffnete er eine Propangasflasche und entzündete das ausströmende Gas. Der Mann erlitt schwerste Brandverletzungen und lag eine Zeitlang im künstlichen Koma.

Sieben Polizisten wurden ebenfalls verletzt. Die Staatsanwaltschaft München I wirft dem 50-Jährigen deshalb nicht nur 17-fachen Raub, sondern auch siebenfachen Mordversuch vor. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

ku/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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