Sicherheit auf der Wiesn

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Stark präsent und beherzt konsequent sind die Beamten der Wiesnwache auf dem Herbstfest, damit ein störungsfreies Fest gewährleistet ist.

Rosenheim - Über eine Million Besucher kommen jährlich zum Herbstfest. Passiert sind 2011 bislang keine wesentlichen oder schwereren Unfälle.

Verantwortlich dafür sind neben dem TÜV, der zu Beginn der Wiesn die Betriebe in Punkto Sicherheit gründlich abklopft, auch Polizei, Feuerwehr und Rettungswache. Diese tragen ihren Beitrag zur Sicherheit der Wiesnbesucher bei.

Damit mancher, der zu sehr in den Masskrug geschaut hat, nicht ausfällig wird, dafür sorgen die Polizeibeamten der Wiesnwache. An Wochentagen tun hier bis zu zwölf, an den Wochenenden entsprechend dem Geschehen auch in der Innenstadt, bis zu 60 Beamte Dienst. Verstärkt wird die Truppe auch von der Bereitschaftspolizei. Polizeioberrat Rudolf Morawek, Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim, zieht über den bisherigen Verlauf des Herbstfestes eine positive Bilanz. Dazu trage auch das neue Konzept der Polizei bei, die verstärkt an den jeweiligen Ausgängen zusammen mit dem ebenfalls aufgestockten Ordnungsdienst Präsenz zeigt und so vieles schon früher im Griff habe. Wenngleich sich das Geschehen deutlich entspannt habe, sind laut Morawek heuer schon weit mehr Platzverweise ausgesprochen worden als in früheren Jahren.

Polizeihauptkommissar Robert Maurer ist der Chef der Wiesnwache und sieht in der Videoüberwachung eine nützliche Hilfe. Man werde frühzeitig auf zu erwartende Probleme aufmerksam. Maurer setzt auf den Slogan "Stark präsent und beherzt konsequent". Es habe keinen Sinn in der Wache zu warten bis etwas passiert. "Besser ist es, bei einer gewissen Prognose mitten drin zu sein. Es soll schließlich ein friedliches Fest bleiben, Störenfriede können wir hier nicht brauchen."

Insgesamt stellten beide Polizisten den Herbstfestbesuchern bis auf wenige Ausnahmen ein gutes Zeugnis aus. Kuriose Fälle gibt es auch immer mal wieder. Maurer erinnert sich an einen Fall aus vergangenen Jahren, als ein Wiesnbesucher völlig nackt auf der Wache erschien. Der Mann sei schließlich von der Polizei mit einem blauen Müllsack eingekleidet, von seiner "hocherfreuten" Frau in Empfang genommen worden.

In den Bierhochburgen sorgen die Mannen des Sicherheitsdienstes für Ordnung. Fritz Schäffler, Chef des "Security Oberland", der mit seinen Leuten für die Sicherheit in der Auerbräu-Festhalle zuständig ist und neuerdings auch Aufgaben auf den Festgelände und an den jeweiligen Ausgängen wahrnimmt, sieht in der höheren Präsenz von bis zu 50 Ordnern durchaus seine Berechtigung. So sei man in der Lage an den drei Haupteingängen Leute auszufiltern, die beispielsweise mit hochprozentigen Getränken und eigenen Bierträgern auf die Wiesn wollen - oder mit dem Masskrug das Herbstfest verlassen. Sein erstes Fazit für 2011 fällt bis auf kleine Reibereien aber recht positiv aus. Aber auch er weiß Ungewöhnliches zu berichten. Schäffler erinnert sich an einen völlig aufgebrachten und erbosten Wiesnbesucher, der ins Festbüro stürmen wollte. "Er beschwerte sich, dass in der Toilette kein Spiegel angebracht sei." Schäffler konnte ihn dort aber überzeugen, dass der Wiesnbesucher den Spiegel lediglich übersehen hatte.

Über seine ersten Erfahrungen beim Herbstfest 2011 berichtete Rudi Scheibenzuber, Leiter der BRK-Rettungswache. Bisher seien bereits über 300 kleinere Blessuren verarztet worden. Besonders sei der erste Herbstfesttag, der zusätzliche Freitag, mit immerhin 100 Behandlungen ins Gewicht gefallen. Mit 80 Prozent seien aber in erster Linie Bagatellverletzungen und Abschürfungen aufgelaufen. Relativ viele Splitterverletzungen kämen von der historischen Rutsche. Nicht ganz so lustig empfand diese ein Besucher, der sich in sein Hinterteil einen 16 Zentimeter langen Holzsplitter eingezogen hatte, der zudem nur noch einen Zentimeter sichtbar gewesen ist. Weniger Probleme gibt es laut Scheibenzuber bisher mit alkoholbedingten Einsätzen. Unverändert und wetterbedingt sind internistische Einsätze mit Kreislaufschwächen geblieben. In der Rettungswache wurde, gegenüber früher mehr Platz geschaffen. Derzeit sind im Behandlungsraum vier Liegen untergebracht. Eine weitere Vergrößerung steht im kommenden Jahr ins Haus. Gerne erinnert sich Scheibenzuber an Vorkommnisse im Bereich Familienzusammenführung. "Es ist teilweise schon amüsant, wenn beispielsweise ein angetrunkener Jugendlicher von seinen Eltern abgeholt wird."

In Punkto Sicherheit leistet auch die Feuerwehr, die jeden Tag zwölf Stunden mit bis zu sechs Mann in der Wiesnwache Bereitschaft hat, ihren Beitrag. Stadtbrandrat Hans Meyrl berichtet über die Schwerpunkte des Dienstes. "Die Arbeit der Feuerwehr ist schon im Vorfeld des Herbstfestes gefragt. Sie ist mit dabei wenn es um die Planung ausreichender Fluchtwege geht." Zu den Fahrgeschäften verschaffe sich die Feuerwehr technisches Hintergrundwissen, um bei Einsätzen rasch eingreifen und Hilfe leisten zu können. Vor wenigen Jahren griffen die Floriansjünger beispielsweise schnell ein, als es in einem Fahrgeschäft eine technische Panne gab und die Fahrgäste in ihren Sitzen auf luftiger Höhe unfreiwillig ausharren mussten. In einem anderen Fall musste die Feuerwehr laut Meyrl zusammen mit dem THW bei einem Stromausfall mit Stromaggregaten dafür sorgen, dass die Fahrgäste betreut und aus ihrer Lage befreit werden konnten. Mit allen verfügbaren Kräften ist die Feuerwehr beim alljährlichen Feuerwerk rund um die Wiesn im Einsatz. Hier gelte es die Situation im Auge zu behalten, um möglichst schnell eingreifen zu können.

jre/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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