Offensive gegen Lärm

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Rosenheim - Die Sicherheitslage in Rosenheim hat sich nach Angaben der Stadtverwaltung leicht entspannt: Es gibt weniger Prügeleien und Sachbeschädigungen. Die Stadt will aber noch mehr tun.

Die Stadt will aber noch mehr tun, um Anlieger vor nächtlichem Lärm zu schützen. Keine weitere Gastronomie und keine weiteren Vergnügungsstätten in der Altstadt, lautet die Devise.

Ende Juli 2009 zog die Stadt mit einer Sperrzeitverordnung für die Innenstadt die Notbremse. Montags bis freitags dürfen die Lokale bis 2 Uhr nachts öffnen, am Wochenende bis 4 Uhr. Die Auswirkungen sind nach Auskunft des Ordnungsamtes zwar nicht konkret messbar, doch es gebe Anzeichen dafür, dass die Stadt auf dem richtigen Weg ist. Ein Indiz dafür sei, dass es weniger Beschwerden von Anliegern über den Lärm im Zusammenhang mit Lokalen gibt.

Ein Zwischenbericht der Polizeiinspektion bestätige diese Erkennntisse. Delikte im öffentlichen Raum, die mit der Nachtgastronomie in Verbindung zu bringen sind, würden gegenüber dem Vorjahr "tendenziell zurückgehen". Insbesondere unter der Woche sei es in der Innenstadt merklich ruhiger geworden.

Zudem wurde vor zwei Monaten mit der Videoüberwachung in der Münchener Straße und am Salzstadel begonnen. Nach Angaben der Polizei waren die Aufnahmen bisher bei immerhin 13 Straftaten wie Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Beleidigungen überaus hilfreich, um die Tatbeteiligung aufzuklären oder nach den Tatverdächtigen zu fahnden. Die abschreckende beziehungsweise kriminalitätsverhütende Wirkung lasse sich erst nach einer statistischen Auswertung Anfang nächsten Jahres fundiert feststellen. "Doch unser Eindruck derzeit lässt darauf schließen, dass es insbesondere in der Münchener Straße ruhiger geworden ist", sagt Martin Irrgang, der stellvertretende Inspektionsleiter. Verdrängungseffekte hin zu anderen öffentlichen Straßen und Plätzen habe die Polizei bisher nicht beobachtet.

Oliver Horner vom Ordnungsamt, zuständig für die öffentliche Sicherheit, fasst zusammen: "Die genannten Maßnahmen, kombiniert mit verstärkter uniformierter Präsenz im Rahmen von Konzepteinsätzen der Bereitschaftspolizei und der Sicherheitswacht, lassen eine Verbesserung der Sicherheitslage erkennen."

Altstadt Ost: Keine Vergnügungsmeile

Ein weiterer Schritt folgt mit dem Vorhaben der Stadt, für den Bereich Adlzreiter-/Weinstraße/Kaiserstraße/Ludwigsplatz/Salzstadel einen Bebauungsplan aufzustellen. Darin soll unter anderem festgelegt werden, dass in den genannten Bereichen bestehende Lokale Bestandsschutz haben, aber keine weitere Gastronomie mehr zugelassen wird, außer solche mit ausschließlichem Tagesbetrieb. Die vorhandene Wohnnutzung und kleinteilige Einzelhandelsstruktur sollen gestärkt werden. Die Stadt will auf jeden Fall das Entstehen einer Gastronomie- und Vergnügungsmeile verhindern.

In den letzten Jahren hatte es erhebliche Konflikte gegeben, wobei nicht die Lokale selbst, sondern die lautstarken Gäste im Freien das Problem waren. Die Zahl der gastronomische Betriebe hat ständig zugenommen und damit auch der nächtliche Lärm. Vor allem Anlleger aus der Altstadt Ost beschwerten sich im Rathaus.

Wer jetzt schon ein Lokal im Bereich des zukünftigen Bebauungsplans betreibt, soll auch in Zukunft die Möglichkeit haben, sich in "gewissem Umfang veränderten Marktgegebenenheiten anzupassen", zu modernisieren und umzubauen. Es wäre dann beispielsweise auch noch zulässig, aus einer Kneipe eine Speisegaststätte zu machen. Umgekehrt dürfte der Wirt einer Gaststätte diese nicht in eine Diskothek oder Spielhalle umwandeln. Ausgeschlossen werden sollen gleichfalls neue Spielhallen, Sexkinos und Wohnungsprostitution.

Im Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss zeigte sich der CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Borrmann geradezu begeistert: "Das ist genau das, was ich seit Jahren verlangt habe".

WIR-Stadträtin forderte dazu auf, parallel die Verkehrssituation zu überdenken und in bestimmten Bereichen der Altstadt Ost nur noch Parkplätze für Anlieger auszuweisen.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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