Was bringt der Siebenschläfer heuer?

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Landkreis - Am Donnerstag ist Siebenschläfertag. Eine alte Regel sagt: „Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt“. Doch was genau hat es mit diesem Tag auf sich?

Am kommenden Donnerstag ist Siebenschläfertag. Eine alte Regel sagt: „Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt“. Doch was genau hat es mit diesem Tag auf sich? Bestimmt wirklich nur das Wetter an einem bestimmten Tag über den gesamten Sommer? Wie oft trifft diese Regel zu? Dazu Fragen und Antworten von Wetterexperte Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Was hat es mit der Siebenschläferregel auf sich?

Jahrhunderte über haben Menschen das Wetter beobachtet. Daraus sind viele Regeln entstanden, die sogenannten Bauernregeln. Auch die Siebenschläferregel ist eine dieser Bauernregeln. So wie das Wetter an diesem Tag ist, so soll es den ganzen Sommer über bleiben bzw. mindestens die kommenden sieben Wochen.

Was hat das Pelztier Siebenschläfer damit zu tun?

Mit dem Tier Siebenschläfer hat das ganze rein gar nichts zu tun. Es geht zurück auf eine Legende aus der frühen Christenheit. Sieben Brüder wurden damals bei der Christenverfolgung gefangen genommen und lebendig eingemauert. Sie schliefen 195 Jahre lang und wurden am 27. Juni 446 entdeckt. Sie lebten noch, bezeugten den Glauben an die Auferstehung und starben dann kurz danach. Der Name Siebenschläfer kommt als von den sieben schlafenden Brüdern.

Ist diese Regel treffsicher? Kann man das Wetter an exakt einem einzigen Tag für den ganzen Sommer festmachen?

Zur Wettervorhersage in der Region.

Zunächst muss man sagen, dass der Siebenschläfertag in der heutigen Zeit eigentlich erst am 7. Juli wäre. Es gab 1582 nämlich eine Kalenderreform. Dabei hat sich alles um 10 Tage verschoben. Aber egal ob am 27. Juni oder am 7. Juli, das Wetter an EINEM einzigen Tag bestimmend für den ganzen Sommer heranzunehmen ist unsinnig. Wir Meteorologen schauen daher auf den gesamten Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli. Und tatsächlich: Das Wetter in diesem Zeitraum ist tatsächlich oftmals schon bestimmend für den weiteren Sommerverlauf gewesen. Untersuchungen haben ergeben, dass besonders in Süddeutschland die Trefferquote bei 60 bis 70 Prozent liegt. In Norddeutschland ist die Regel allerdings deutlich weniger zuverlässig. Das ganze hängt unter anderem mit dem Jetstream (Starkwindband in großer Höhe) zusammen, der sich Ende Juni/Anfang Juli für einige zeit stabilisiert und damit eben je nach Lage trockenes und sonniges oder eben wechselhaftes und kühles Sommerwetter bringen kann. Also noch mal: Die Regel ist anwendbar, wenn man sie auf den gesamten Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli bezieht. Ein einzelner Tag macht dagegen keine Aussage zum gesamten Sommer möglich!

Wie sind denn nun die Aussichten für den Sommer 2013?

Das ist eine gute Frage. Letzte Woche berichteten wir an dieser Stelle ja schon, dass der Deutsche Wetterdienst in seiner Jahreszeitenvorhersage eher einen leicht unterkühlten Sommer sieht. Der amerikanische Wetterdienst sieht dagegen einen durchschnittlich temperierten Sommer, wobei der Süden feuchter und der Norden trockener als üblich werden sollen. Doch was sagt die Wetterlage ab kommenden Donnerstag? Am Donnerstag selbst ist es ziemlich wechselhaft und sehr kühl. Die Höchstwerte liegen zwischen 15 und 21 Grad und damit im Bereich der Tiefswerte von letzter Woche. Die Tiefstwerte diese Woche liegen dagegen vielfach im einstelligen Bereich. Sogar Bodenfrost möchte ich in einigen Regionen in den kommenden Tagen nicht ausschließen. Wir bekommen es mit einer verspäteten Schafskälte zu tun. Doch ab dem Wochenende wird es langsam wieder wärmer. Ein Azorenhoch versucht sich nach Mitteleuropa auszudehnen, ob es das schafft ist allerdings noch sehr unsicher. Für die erste Juliwoche deuten die Prognose wieder sommerliche Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad an, örtlich sogar bis zu 30 Grad. Auch danach zeigen erste Tendenzen, dass die Wetterlage überwiegend stabil bleiben könnte. ABER ganz ohne Schauer und Gewitter wird es wohl nicht über die Bühne gehen, wir müssen insgesamt mit einer leicht wechselhaften Witterung rechnen.

Fazit: Die Trends zu einem ziemlich durchschnittlichen Sommer scheinen auf dem richtigen Weg zu sein. Derzeit gibt es keine Anzeichen für einen extremen Hitzesommer oder einen Sommer der besonders kühl ausfallen könnte. Der Juni hat das schon vorgemacht. Bisher ist der Monat etwas zu warm, vom Regen- und Sonnensoll liegt er aber gut im Rennen bzw. im langjährigen Mittel. Juli und August könnten es ihm gleich tun. Natürlich schließt das einzelne kurze Hitzewellen oder Kaltlufteinbrüche wie in den kommenden Tagen nicht aus.

Kachelmann-Wetter: Kühle nach der Schwüle

Zum Schluss noch der Deutschland-Trend für die kommenden Tage:

Dienstag: viele Wolken, ab und zu Sonne, aber auch Schauer, 14 bis 20 Grad

Mittwoch: mal Sonne, mal Wolken, kaum Schauer, 14 bis 21 Grad

Donnerstag: Schauerwetter, 15 bis 21 Grad

Freitag: wechselhaft mit Sonne, Wolken und einzelnen Schauern, 18 bis 23 Grad

Samstag: mit 18 bis 24 Grad wird es langsam wieder wärmer, dazu aber vor allem nachmittags überall wieder Schauer möglich

Sonntag: es wird wieder sommerlich warm, die Werte erreichen 21 bis 26 Grad, dazu Sonne, Wolken und einzelne Gewitter

Montag: mal scheint die Sonne, mal ziehen Wolken mit Gewittern vorüber, dabei werden 22 bis 28 Grad erwartet

Quelle: wetter.net

Quelle: rosenheim24.de

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