Soziales Projekt: Kunst gehört auf die Straße

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Mit dem Malmobil wird insbesondere Kindern die Kunst einfach und spielerisch nähergebracht.

Rosenheim - Was hat Kunst mit sozialem Engagement zu tun? Für Christian Maas und Michael Zuber viel. Die beiden Rosenheimer haben 2006 den Verein "Kunst und Soziales" ins Leben gerufen.

Für die Landesgartenschau haben sie 2010 das Projekt "Schule trifft Kunst trifft Natur" initiiert und erfolgreich durchgeführt. Seitdem ist es um den Verein etwas ruhiger geworden. Es fehlen finanzielle Mittel für neue große Projekte. Mit dem Malmobil wird aber noch dafür gesorgt, der Allgemeinheit und insbesondere den Kindern, Kunst einfach und spielerisch näherzubringen.

"Kunst wirkt sozial": Da ist sich Künstler Christian Maas ganz sicher. Allerdings, so stellt er immer wieder fest, sei dieses Denken bei den Bürgern noch nicht angekommen. "Viele meinen, Kunst gibt es nur in Museen und Galerien. Das ist falsch. Kunst gehört auf die Straße", betont er.

Projekte, die der Verein durchgeführt hat, finden sich an vielen Stellen in Rosenheim. So etwa beim Bürgerhaus "E-Werk-Stüberl". Dort wurde zusammen mit den Bewohnern eine zwölf Meter lange Bank geschaffen und mit 48 verschiedenen Mosaiken verziert. "Mit solchen Aktionen lernen die Leute, dass sie tatsächlich Einfluss auf ihre Umgebung ausüben können", erklärt Maas.

Eine besondere Begabung sei für die Teilnahme an derartigen künstlerischen Aktionen nicht notwendig: "Jeder kann sich beteiligen. Das ist das Schöne an der Sache. Kunst kann die Menschen verbinden und ist damit etwas sehr Soziales."

So richtig wahrgenommen wurde die Arbeit des Vereins im Rahmen der Landesgartenschau. Damals fanden sich auf das Stadtgebiet verteilt 19 "Land-Art"-Projekte, erdacht von Schülern, realisiert zusammen mit vielen namhaften Künstlern und unterstützt durch GRWS, Stadtwerke, Getraud-Stumbeck-Stiftung und die Stadt.

Für den Verein "Kunst und Soziales" war die Verwirklichung dieser Idee mit einem enormen Arbeitsaufwand verbunden. Doch Michael Zuber erinnert sich gerne an diese Zeit: "Insgesamt waren über 1500 Kinder beteiligt. Das ist eine tolle Sache".

Nach und nach verschwanden nach der Landesgartenschau diese Beiträge wieder aus dem öffentlichen Raum und damit gab es auch für den Verein wieder weniger zu tun. Betreut wird derzeit nur noch das "Malbmobil". Damit soll gerade auch an sozialen Brennpunkten Kindern freies Malen angeboten werden. Es entstand durch ein Projekt für die "Soziale Stadt".

Allerdings kann auch dieses Angebot nicht so häufig durchgeführt werden, wie die Mitglieder des Rosenheimer Vereins es sich wünschen würden. Es fehlt zunehmend an finanziellen Mitteln. "Kunst und Soziales" ist auf Spenden angewiesen, um auch weiterhin Farben und Staffeleien für eine begrenzte Zeit im Stadtgebiet aufstellen zu können und Kindern sowie Erwachsenen einen Zugang zur künstlerischen Betätigung zu ermöglichen.

"Wir bringen Materialen und Zeit mit, damit die Menschen vor Ort sich ausdrücken, von anderen lernen und miteinander arbeiten können", sagt Maas. Der Bedarf an einem derartigen Angebot sei groß und die Erfolge schnell sichtbar: "Die Teilnehmer werden von Mal zu Mal mutiger. Über den Spaß merken sie, dass sie mit wenig Mühe etwas gestalten und damit ihre Umwelt beeinflussen können." Vielen Bildern sehe man diese Entwicklung genau an.

Besonders bei Kindern sei ein natürliches Interesse für künstlerisches Gestalten vorhanden. "Leider kommen solche Erfahrungen in den Städten oft zu kurz", so die Erfahrung des Rosenheimers. Darum wolle sich der Verein auch weiterhin einsetzen, Kunst der Allgemeinheit zugänglicher zu machen. Wer den Verein dabei unterstützen will, kann dies mit einer Spende bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling tun, auf Wunsch wird eine Spendenquittung erstellt. Nähere Informationen darüber gibt es auch im Internet unter www.kunstundsoziales.de.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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