Indianersport Lacrosse in Rosenheim

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Rosenheim - Nicht nur im Lokschuppen, auch auf dem Sportplatz des ASV Happing ist die Kultur der Indianer hautnah zu erleben. Dort spielen seit wenigen Monaten junge Männer Lacrosse, einen alten Indianersport.

Sie versuchen bei diesem Ballspiel mit einem Netzschläger den Ball ins gegnerische Tor zu befördern.

Der hier lebende Kalifornier Chris Bengtson und einige Gleichgesinnte gründeten im Winter die erste Lacrosse-Mannschaft in Rosenheim: "Rosenheim United Lacrosse". Ab Herbst würden sie gerne im Ligabetrieb mitmischen. Um eine Mannschaft melden zu können, benötigen sie jedoch mindestens 23 Mann. Angefangen haben die Sportler mit fünf Pionieren, inzwischen konnten sie mit ihrer Begeisterung weitere zehn Spieler anstecken. Chris Bengtson, der das Training leitet, freut sich über jeden, der diese in Deutschland noch ziemlich unbekannte Sportart ausprobieren möchte (siehe auch Kasten unten).

Mittwochs und freitags treffen sich die Sportler zum Training. Zurzeit sind immer Neulinge dabei, also geht es auch darum, jedesmal das Spiel geduldig neu zu erklären. Lacrosse ist ein sehr schnelles und körperbetontes Spiel. Für jede der beiden Mannschaften stehen zehn Spieler auf dem Feld, das so groß ist wie ein Fußballplatz, ein Torwart, drei Verteidiger, drei Mittelfeldspieler und drei Angreifer. Wichtigstes Hilfsmittel ist der Schläger, genannt "Stick", zwischen einem Meter und 1,80 Meter lang, je nachdem, ob Verteidiger oder Angreifer mit ihm umgehen. Am Ende des Sticks ist ein Netz wie ein kleiner Korb gespannt. Während die Spieler über das Spielfeld laufen, werfen sie sich einen 200 Gramm schweren Gummiball zu. Der Ball wechselt schnell von einem Spieler zum anderen. Verteidiger dürfen ihn auch mit Bodychecks und Schlägen auf den Stick erobern. Die Spieler tragen Helm und Schulterpolster, um Verletzungen zu verhindern.

Schon beim Training auf dem Sportplatz des ASV Happing wird sichtbar: Lacrosse-Spieler müssen einiges einstecken können. Ziel des Spiels ist es, möglichst oft den Ball im Tor des Gegners zu versenken. Das befindet sich wie beim Eishockey nicht am Spielfeldrand, sondern einige Meter davor. Während des Spiels kann jederzeit eine beliebige Anzahl Spieler ausgewechselt werden.

Chris Bengtson fungiert als aufmerksamer Trainer. Während er unermüdlich dem Torwart Bälle zuwirft, die dieser mit einem besonders großen Netz auffangen soll, wärmen die Feldspieler ihre Muskeln auf, indem sie aufeinander zulaufen und dann den Ball ins Spiel bringen. Dabei wird deutlich, dass Kraft alleine nicht hilft, um bei diesem Sport erfolgreich zu sein, es ist gleichfalls Geschicklichkeitt gefragt.

Auch Frauen haben das Spiel schon für sich entdeckt, doch die Anzahl ist in Rosenheim erst so gering, dass noch nicht einmal ein Training lohnt. Junge Männer, die Lacrosse ausprobieren möchten, können mittwochs und freitags um 20.30 Uhr am Training von "Rosenheim United" teilnehmen. Anfangs stellt die Mannschaft die Ausrüstung zur Verfügung. Wer dabeibleiben will, muss tief in die Tasche greifen. Ein guter Helm und Schläger kosten jeweils um die 100 Euro. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage: www.rosenheim-united.de.

von Lisa Hekele/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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