Die Staatsanwaltschaft ist am Zug

Antworten heute auf die Vorwürfe der Verteidigung: die Staatsanwälte Martin Forster und Thilo Schmidt. Foto reisner

Rosenheim - Heute steht der zweite Verhandlungstag gegen eine Familie aus Pfaffenhofen wegen angeblichen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte an:

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Am zweiten Verhandlungstag im Prozess gegen eine vierköpfige Familie aus Pfaffenhofen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ist heute zunächst die Staatsanwaltschaft am Zug. Möglicherweise kommen auch die vier Angeklagten erstmals zu Wort.

Video vom Prozessauftakt

In dem Verfahren vor dem Rosenheimer Amtsgericht wird ein Routine-Polizeieinsatz, der im November 2010 in einem Mehrparteienhaus in Pfaffenhofen (Gemeinde Schechen) aus dem Ruder gelaufen war, neu aufgerollt.

Auf der Anklagebank sitzen zwei Ehepaare: Der 67-jährige Ex-Polizist Josef E. und seine Ehefrau Aloisia (62) sowie deren Tochter und Schwiegersohn Sandra und Dr. Anton B. (beide 36). Laut Anklage haben sie die Beamten in ihrer Arbeit behindert. Polizisten seien im Laufe des Konflikts im Hausflur des Wohnblocks geschubst, gepackt, getreten und beleidigt worden. Der ehemalige Polizist habe auch mit der Faust zugeschlagen, aber niemanden getroffen.

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Die Familie dagegen erhebt schwere Vorwürfe gegen die zehn Polizisten, die bei dem Routine-Einsatz in Pfaffenhofen dabei waren. Diese hatten in dem Haus per richterlichem Beschluss einen Russlanddeutschen gesucht - allerdings vergeblich, weil der Mann kurz zuvor aus seiner Wohnung ausgezogen war. Von den Polizisten seien sie im Hausflur des Wohnblocks grundlos und brutal zu Boden gebracht, überwältigt und gefesselt worden, erklären Josef und Aloisia E. sowie deren Tochter. Alle drei wurden stationär im Romed-Klinikum behandelt. Lediglich der Ehemann der 36-Jährigen überstand den Polizei-einsatz stehend und ungefesselt. Er wurde ambulant behandelt.

Beim Prozessauftakt setzte Richter Dr. Ralf Burkhard die Verhandlung für zwei Wochen aus, nachdem die Verteidigung wegen "nicht mehr reparabler Verfahrensfehler" die sofortige Einstellung gefordert hatte. Die Art der Ermittlungen habe gegen den Grundsatz eines fairen Verfahrens und der Unschuldsvermutung verstoßen, so die Anwälte der Familie.

Heute werden die Staatsanwälte Martin Forster und Thilo Schmidt zum Antrag der Verteidiger Stellung nehmen und deren Schilderungen zu widerlegen versuchen. Danach entscheidet Richter Burkhard. Sollte er den Antrag ablehnen, werden die Angeklagten gehört. Geladen sind auch noch zwei weitere Zeugen. Verläuft die Verhandlung zügig, kommen auch sie noch zu Wort.

ls/Oberbayerisches Volksblatt

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Quelle: rosenheim24.de

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