Stadt bekräftigt Ablehnung gegen "Aventura"

Rosenheim/Kiefersfelden - Die Stadt Rosenheim bekräftigt ihre ablehnende Haltung gegenüber den vorgesehenen Handelsnutzungen für das geplante multifunktionale Center „Aventura Kiefersfelden“.

Am 5. Mai 2011 hat die Stadt Rosenheim, gestützt auf ein einstimmiges Votum des Stadtrats, gegenüber der Regierung von Oberbayern bereits eine negative Stellungnahme im Raumordnungsverfahren zu diesem Projekt abgegeben. Diese negative Beurteilung hat sich im Rahmen des inzwischen von der Gemeinde Kiefersfelden beantragten Zielabweichungsverfahrens aus Sicht der Stadt Rosenheim noch verschärft.

Denn während man bisher von 7.800 Quadratmeter Verkaufsfläche ausgehen musste, werden nun bereits knapp 8.000 Quadratmeter Verkaufsfläche geplant. Die Fläche eines sog. „Anchor-Stores“ (2.865 qm inkl. Galaxeon) ist weder separat ausgewiesen, noch inhaltlich beschrieben. Es steht zu befürchten, dass es sich hier um weitere Verkaufsflächen in bedeutendem Maße handelt. Nachdem „Aventura Kiefersfelden“ noch bis zum 25. Febuar 2011 in seinem Internetauftritt mit vermietbaren Verkaufsflächen von 8.745 m² geworben hat, bestehen begründete Zweifel an der Seriosität der o.g. Flächenangaben. Zweifellos ist der nachhaltige Trend erkennbar, das Projekt mit der sukzessiven Ausweitung von Verkaufsflächen wirtschaftlich zu führen.

Zum Vergleich: In der Stadt Rosenheim beträgt die Verkaufsfläche im Bereich Sport insgesamt etwa 15.000 Quadratmeter. Das heißt, im Aventura würden mehr als die Hälfte der in Rosenheims Innenstadt insgesamt verfügbaren Verkaufsflächen in diesem Sortimentsbereich geschaffen. Dass eine so große Ansiedlung von Sportfachhandel auch innerhalb der Region Rosenheim zu erheblichen Kaufkraftverschiebungen und massiven Auswirkungen auf die mehr als 20 innerstädtischen Betriebe in diesem Sortimentsbereich führen wird, liegt auf der Hand. Erschwerend kommt hinzu, dass der derzeitige Stand der Planungen mit einer Gesamtverkaufsfläche von knapp 8.000 Quadratmetern innenstadtrelevanter Sortimente eine Verträglichkeitsprüfung nach Art. 11 Absatz 3 BauNVO seitens des Projektträgers erfordert. Diese Verträglichkeitsprüfung liegt nach Kenntnisstand der Stadt Rosenheim bis heute nicht vor.

Schon allein deshalb ist im Rahmen des Zielabweichungsverfahrens eine seriöse Beurteilung der Auswirkungen des Projekts auf die Handelsstrukturen in der Region nicht möglich – ganz abgesehen davon, dass es für ein Zielabweichungsverfahren bis jetzt überhaupt keinen administrativen Maßstab gibt, an dem ein solches Projekt abgeprüft werden könnte.

Deshalb hat die Stadt Rosenheim mit Schreiben vom 18. April 2011 an das bayerische Wirtschaftsministerium das Projekt Aventura im Hinblick auf die geplanten Handelsflächen vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats neuerlich nachdrücklich abgelehnt. Der Stadtrat wird in seiner Sitzung am 8. Juni 2011 hierüber beschließen.

Pressemitteilung Stadt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Förg

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser