Die Stadt hat gekauft!

Rosenheim - Die Stadt Rosenheim hat in der vergangenen Woche ihr Vorkaufsrecht für das Gelände am Happinger See wahrgenommen:

Der Versuch, die Frist für das Vorkaufsrecht der Stadt durch eine Vereinbarung zwischen der Verkäuferin und der Stadt zu verlängern, war gescheitert. Um den Stadtratsbeschluss vom 27. Juli zu vollziehen, musste die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Es lief am 4. September aus. Wieviel die Stadt für das Grundstück bezahlt, dazu wollte sich gestern Stadtkämmerer Karl Zinsmeister nicht äußern: „Das sind nichtöffentliche Vertragsangelegenheiten.“ Jedenfalls fallen 100.000 Euro Notarkosten und Grunderwerbssteuer an, die auch Kathrein hätte zahlen müssen.

Verkauft die Stadt das Gelände zum selben Preis weiter, sind diese 100.000 Euro vom Käufer noch einmal zu zahlen, egal wie er heißt.

„Kathrein als möglicher Bewerber an erster Stelle“

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Wie berichtet, ist es Ziel des Stadtrats, dass die Badebereiche am See öffentlich zugänglich bleiben. Die Hotelplanung von Kathrein sah vor, das Gelände direkt vor dem jetzigen Gasthaus „Hubertus“ dem geplanten Hotel zuzuordnen und daneben eine kostenpflichtige Badeanstalt zu schaffen. Auf den Stadtratsbeschluss hatte der Unternehmer Kathrein mit der Drohung reagiert, einen Einstellungs- und Investitionsstopp für sein Antennen-Werk in Rosenheim auszusprechen und Teile der Verwaltung und der Entwicklungsabteilung abzuziehen.

Nach klärenden Gesprächen mit Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer hat Kathrein, gleichzeitig Dritter Bürgermeister in Rosenheim, diese Ankündigung nicht mehr wiederholt. Die Stadt gab ihrerseits bekannt, man sei dabei, auszuloten, ob und wie die unterschiedlichen Interessen des Investors und der Stadt doch noch unter einen Hut gebracht werden könnten. Die bisherige Besitzerin ist nun nicht mehr an den Verhandlungen darüber beteiligt, was mit dem Gelände und einem Teil des Sees geschieht. Dies ist nun Sache des Stadtrats.

Der Stadtkämmerer hält es nicht für ausgeschlossen, dass der Verkauf an Kathrein noch zustande kommt: „Auf einer möglichen Bewerberliste stünde Kathrein natürlich an erster Stelle.“ Das Ausüben des Vorkaufsrecht durch die Stadt ändere nichts daran, dass man weiterhin Gespräche darüber führe, wie die öffentliche Nutzung dauerhaft gesichert und die naturschutzfachlichen und planungsrechtlichen Voraussetzungen zum Bau des Hotels geschaffen werden können. Oberbürgermeisterin Gabrile Bauer hatte erst kürzlich wieder betont, die Stadt habe ein grundsätzliches Interesse an der Verwirklichung moderner Hotelprojekte zur Stärkung des Tourismus-Standorts Rosenheim, gleichzeitig aber versichert: „Für die Stadt geht kein Weg daran vorbei, dass der seit 1934 öffentlich genutzte See auch weiterhin öffentlich zugänglich sein muss. Wir stehen in dieser Frage gegenüber den Rosenheimer Bürgerinnen und Bürgern im Wort und in der Verantwortung.“ Kathrein wiederum hatte auf die Chancen des Projekts verwiesen und erklärt, er sei grundsätzlich bereit, eine öffentliche und gebührenfreie Nutzung von Teilen des Areals im Rahmen der weiteren Planungen zu berücksichtigen. Für das Konzept sei es allerdings zwingend notwendig, die Wiese vor dem Hotel und der Restaurantterrasse für die Gäste und damit für diese Öffentlichkeit zu reservieren.

Im Grundbuch ist die Stadt als Besitzerin noch nicht eingetragen. Zuvor sind noch einige Urkunden auszustellen. Doch das ist nur noch eine Formsache.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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