Stadt investiert 14 Millionen in Krippen

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Sanierung oder Neubau? Das ist die Frage bei der Kinderkrippe in der Frühlingstraße.

Rosenheim - Die Stadt geht mit Volldampf ihr Krippenbauprogramm an. Rund 14 Millionen Euro gibt die Stadt in diesem und im nächsten Jahr aus, um der gesetzlichen Vorgabe gerecht zu werden.

Ab 2013 besteht für Kinder unter drei Jahren ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

Bis dahin luft auch noch das Förderprogramm des Bundes. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zeigte sich im Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien optimistisch, dass die Stadt das angestrebte Ziel erreicht, obwohl immense Summen investiert werden müssen. Die zunächst eingeplanten zwölf Millionen Euro an Kosten werden aber nicht ausreichen. Derzeit stehen 14 Millionen Euro im Raum. Bei den Vorplanungen hat sich gezeigt: Das Ziel, pro Krippengruppe nur 500.000 Euro an Baukosten anzusetzen, war zu ehrgeizig. Die Grundzüge einer Krippe lassen sich nicht, wie gehofft, auf jede andere übertragen. Dafür, so die OB, biete jeder Standort zu viele spezielle Eigenheiten.

Ein Überblick im Ausschuss zeigte, dass die Planungen insgesamt weit gediehen sind. Bei etlichen Krippen stehen der Zeitpunkt für Baubeginn und Fertigstellung und auch die Kosten schon fest, bei anderen geht es zunächst einmal, den Stadträten die Notwendigkeit vor Augen zu führen.

Die Arbeiterwohlfahrt errichtet im Bereich der Gaborhalle am der Ebersberger Straße eine viergruppige Kinderkrippe mit einem zusätzlichen Beratungsraum. Der Spatenstich fand im Mai 2011 statt. Im September 2012 soll die Krippe fertig sein.

Die bestehende zweigruppige Kinderkrippe in der Frühlingsstraße ist stark sanierungsbedürftig. Überlegt wird derzeit ein Abriss des Gebäudes und ein Neubau einer viergruppigen Einrichtung an derselben Stelle. Der Bezug ist bis zum Herbst 2013 vorgesehen. Während der Neubauphase könnten die zwei vorhandenen Gruppen in die dann fertig gestellt Kinderkrippe an der Ebersberger Straße vorübergehend ausweichen. Allerdings sieht das entsprechende Finanzprogramm des Bundes nur die Förderung neuer Krippengruppen vor und nicht bereits bestehender. Deshalb muss die Stadt noch klären, wie es im Fall eines Neubaus mit den Zuschüssen aussieht.

Der Stadtrat wird sich noch im Juli mit mit der Projektgenehmigung für die Kinderkrippe in der Meraner Straße beschäftigen. Die Fertigstellung ist bis Sommer 2013 vorgesehen.

Die Kindertagesstätte Endorferau wird um zwei Krippengruppen erweitert. Die Entwurfsplanung wird dem Stadtrat gleichfalls noch im Juli zur Projektgenehmigung vorgelegt. Der Baubeginn des Anbaus ist für Frühjahr 2012 geplant.

Die Gemeinde Schechen plant eine zweigruppige Krippe im Ortsteil Pfaffenhofen, wovon eine Gruppe mit Rosenheimer Kindern belegt werden soll. Bezüglich Baubeginn und Fertigstellung finden derzeit Gespräche mit der Gemeinde Schechen statt.

Der Kindergarten Severinstraße wird um zwei Kinderkrippengruppen erweitert. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2012 vorgesehen.

Die Stadt hat in Aising in der Nähe des bestehenden Kinderhauses ein Grundstück angeboten bekommen. Es ist geplant, dort eine viergruppige Kinderkrippe zu errichten. Im Moment ist noch nicht entschieden, ob der Grundstückseigentümer das Grundstück im Erbbaurecht vergibt oder selbst als Investor auftritt. Die Fertigstellung soll 2013 erfolgen.

Der Verein des Waldorfkindergartens möchte auf eigenem Grundstück in der Schwaig einen Anbau an den bestehenden Kindergarten für eine eingruppige Kinderkrippe verwirklichen und will den Bau durch Eigenleistung kostengünstig ermöglichen.

Bedarf ist auch weiterhin für Krippenplätze rund um die Pichlmayrstraße gegeben. Ein Investor hat zusammen mit einem Betreiber der Verwaltung das Finanzierungskonzept für eine viergruppige Einrichtung vorgestellt. Vorgesehen ist dort eine sogenannte Sportkinderkrippe mit Schwerpunkt auf der Bewegungsförderung der Kleinkinder. Zurzeit wird das Finanzierungskonzept erstellt. Sollte in den nächsten Wochen eine Einigung stattfinden, könnte laut Investor der Baubeginn noch 2011 erfolgen.

Die Fertigstellung von 3,5 Krippengruppen, 1,5 Kindergartengruppen und einem Familienzentrum in der Finsterwalderstraße ist für 2013 geplant. Durch die dichte Wohnbebauung, die im Viertel rund um die Finsterwalderstraße vorgesehen ist und den Abriss der GRWS-Wohnblöcke, in denen bisher die Sportgruppe und eine Krippengruppe untergebracht waren, wurde der zusätzliche Bedarf ausgelöst.

Um den Bedarf an Krippenplätzen für den Rosenheimer Norden abzudecken, ist ein Neubau einer viergruppigen Krippe im Bereich der Marienberger Straße auf einem städtischen Grundstück geplant. Das wäre gleichzeitig ein Ersatz für die bisher diskutierte Erweiterung des Kindergartens Gluckstraße beziehungsweise Kindergarten Hailerstraße. Es ist jedoch noch nicht klar, ob das Bauvorhaben planungsrechtlich zulässig ist. Dies wird in den nächsten Wochen geklärt.

Im Bereich Mühlbachbogen ist eine viergruppige Kinderkrippe in der Diskussion. Der Architektenwettbewerb hat bereits stattgefunden. Die Realisierung hängt vom Bebauungszeitplan für das gesamte Areal und vom Investor ab. Deshalb ist unklar, ob dies bis 2013 geschieht.

Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien hat die mittelfristige Notwendigkeit eines Neubaus des Kindergartens, des Hortes und einer zweigruppigen neuen Krippe in Happing bestätigt. Damit könnte auch die Raumnot des Hortes beziehungsweise der Mittagsbetreuung gelöst werden. Eine Realisierung im Rahmen des Kinderkrippenbauprogramms erscheint aufgrund umfangreicher Ausschreibungen und Planungen allerdings nicht mehr möglich. Mit den Planungen soll trotzdem begonnen werden. Der Städtetag hat bereits eine Verlängerung des Förderprogramms gefordert.

Der Kindergarten Oberwöhr ist sanierungsbedürftig. An einer zusätzlich angebauten Kinderkrippe würde sich die Erzdiözese finanziell nicht beteiligen.

bi/re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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