Bewaffneter im "psychischen Ausnahmezustand"

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Stephanskirchen - Nach über vier Stunden ist am Freitagabend ein Großeinsatz von Polizei und SEK in Kragling unblutig zu Ende gegangen. Am Samstagnachmittag gab es neue Infos zum Fall:

UPDATE 16:50 Uhr

Am Samstagnachmittag gab es vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd neue Informationen zum gestrigen SEK-Einsatz.

So sei die Mutter des später Festgenommenen gegen 16.30 Uhr von einem Taxifahrer zum Haus gebracht worden. Gegenüber dem Taxifahrer und der Mutter habe der 54-Jährige Sohn Drohungen ausgesprochen und dabei auch die im Haus gelagerten Schusswaffen erwähnt.

Mutter und Taxifahrer verließen daraufhin das Haus und verständigten die Polizei.

Wie bereits zuvor erwähnt, rückten sofort Polizeikräfte an, umstellten das Einfamilienhaus und sicherten die Umgebung mit Straßensperren weiträumig ab. Auch nebenstehende Wohngebäude wurden geräumt, die Anwohner wurde in einem Gebäude der Gemeinde verpflegt und betreut. Das SEK wurde gerufen.

Der Sohn ist Sportschütze und damit berechtigt mehrere Waffen zu besitzen. Bei einer Hausdurchsuchung am Abend wurden Kurz- und Langwaffen (Pistolen und Gewehre) gefunden. Ob der Mann diese rechtmäßig besitzt, muss jetzt geklärt werden.

Zudem soll er derzeit in einem "psychischen Ausnahmezustand" sein, teilte Polizeisprecher Andreas Guske mit. Psychologisch besonders geschulte Beamte versuchten Kontakt mit ihm herzustellen, was aber misslang. Nach der Festnahme wurde der Mann noch von einem Arzt untersucht und danach vorläufig in ein Bezirkskrankenhaus eingeliefert.

UPDATE 10.45 Uhr: Umfangreiches Waffenarsenal gefunden

Wie die Polizei am Vormittag mitteilte, war die Suche nach den Waffen auch erfolgreich. Polizeisprecher Andreas Guske sagte, dass die Beamten in den Räumen ein umfangreiches Waffenarsenal gefunden hätten.

Ein 54-jähriger Mann konnte festgenommen werden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatte es am späten Nachmittag in einem Haus in der Simsseestraße offensichtlich einen Streit zwischen dem Mann und seiner Mutter gegeben. Nachdem der Mann, der nach eigenen Angaben bewaffnet war, nicht auf die Vermittlungsversuche der Polizei eingegangen war, stürmte das SEK letztendlich gegen 21.30 Uhr das Haus.

Polizeisprecher Andreas Guske im Gespräch mit Radio Charivari:

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Zuvor hatte aber bereits die Mutter das Haus unversehrt verlassen können. Der Täter konnte ebenfalls unverletzt festgenommen werden und wurde anschließend auf die Rosenheimer Polizeiinspektion gebracht. Bevor sich die Beamten zum Zugriff entschlossen, waren alle Vermittlungsversuche – sowohl auf persönlicher Ebene als auch telefonisch – fehlgeschlagen. Laut Polizeisprecher Andreas Guske habe der Täter die Polizei lediglich einmal aufgefordert „zu verschwinden“. Ansonsten habe es keinen direkten Kontakt zwischen Polizei und Täter gegeben.

Weil die Polizisten die Bedrohungslage zwischenzeitlich als „sehr ernst“ einstuften, waren die beiden nebenstehenden Häuser sicherheitshalber evakuiert und die umliegenden Straßenzüge gesperrt worden. Dass letztlich alles glimpflich zu Ende ging, ist wohl vor allem dem umsichtigen Handeln der Polizei zu verdanken. So sah es auch eine Passantin, die den Einsatz direkt hinter der Absperrung live verfolgte und gegenüber dem OVB sagte: „Wir müssen der Polizei wirklich dankbar sein für ihr umsichtiges Handeln. Nicht auszudenken, was da alles hätte passieren können.“

Die Fotos vom Einsatzort:

Großeinsatz mit SEK

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Auch Stephanskirchens Bürgermeister Rainer Auer war am Abend zum Ort des Geschehens geeilt. Er gab zu, zunächst sehr erschrocken über den Vorfall gewesen zu sein. Dann habe er aber beruhigt festgestellt, wie professionell die Einsatzkräfte und das SEK gearbeitet hätten. „Sie waren stets Herr der Lage“, so der Politiker gegenüber der Heimatzeitung.

Weitere Ermittlungen sollen nun den genauen Hintergrund der Tat klären. Die Polizei hatte noch am Abend das Haus gründlich nach Waffen durchsucht, weil der 54-Jährige zu Beginn der Tat gegenüber seiner Mutter erklärt hatte, nicht näher genannte Waffen zu holen bzw. gegebenenfalls auch einzusetzen.

redro24/Radio Charivari/OVB Heimatzeitungen/mw/Polizeipräsidium Oberbayern

Quelle: rosenheim24.de

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