tz-Interview mit dem Oberbürgermeister

Stinkefinger? Ude: Ich zeige ihn nicht

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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mit Münchens Oberbürgermeister Christian Ude.

München - Peer Steinbrück und sein Stinkefinger-Foto im SZ-Magazin: Was sagt Christian Ude dazu, Parteigenosse Steinbrücks und SPD-Spitzenkandidat für die bayrische Landtagswahl.

Herr Ude, wie finden Sie Peer Steinbrücks Stinkefinger so kurz vor der Landtagswahl?

Christian Ude: Er hat auf eine Frage nach Rempeleien und Pöbeleien gegen ihn geantwortet. Er hat heftig reagiert, das kann ich verstehen. Dass sich das Bild verselbstständigt und isoliert gezeigt wird, hätte er stärker beachten müssen.

Die Frage ist doch: Darf sich ein Kanzlerkandidat überhaupt so zeigen?

Ude: Ich verteile da keine Zensuren. Ich weiß als Spitzenkandidat, wozu man alles gefragt wird, was die Medien alles von einem verlangen, um überhaupt Gehör zu finden. Sich dem zu verweigern, ist die andere Möglichkeit, Prügel zu beziehen.

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Ude: Richtig, so kann man argumentieren. Ich halte es aber nicht für die zentrale Frage der Kanzlerqualifikation, ob man bei einem Interviewspiel mitmacht oder nicht. Ob das hilfreich war, ist eine andere Frage.

Porträt: So tickt Christian Ude

Porträt: So tickt Christian Ude

Fürchten Sie, dass das auf die Landtagswahl abfärbt?

Ude: Nein, das glaube ich nicht. Das ist jetzt eine mediale Aufgeregtheit.

Sie haben das Interview selbst schon gegeben. Hätten Sie an seiner Stelle auch so reagiert?

Ude: Ich bin nicht nach solchen Pöbeleien gefragt worden, sondern konnte eher mit spöttischen und ironischen Gesten antworten. So ein unerfreuliches Thema war nicht dabei.

Haben Sie schon einmal den Stinkefinger gezeigt?

Ude: Das gehört nicht zu meinem körpersprachlichen Wortschatz.

Interview: David Costanzo

Quelle: tz

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