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Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

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Streit unter Nachbarn endet vor Gericht

Rosenheim - Einer Umweltstraftat und dreifacher Körperverletzung wurde ein 60-Jähriger beschuldigt - und zwar vom eigenen Nachbarn. Der Fall endete vor dem Rosenheimer Amtsgericht.

Der beschuldigte Privatier aus einer südlichen Nachbargemeinde Rosenheims hatte sich vor dem Amtsgericht zu verantworten. Das Verfahren wurde wegen geringer Schuld eingestellt. Die Spekulation auf ein Schmerzensgeld blieb erfolglos.

Der Hauseigentümer hatte vor seinem Mehrfamilienhaus einen Carport errichtet. Seine Mieter sollten dort ihre Fahrzeuge einigermaßen gesichert abstellen können. Nur der Untergrund machte Probleme. Um diesen zu befestigen, bemühte er sich um Verdichtungsmöglichkeiten.

Da bot man ihm Abfräsmaterial der Bitumenschicht aus der Baustelle an der Inntal-Autobahn an. Das schien ihm durchaus geeignet, zumal es auch noch sehr preiswert war. Aber wie nun dieses Material dauerhaft und wasserfest verdichten? Da machte ihm ein Bekannter eine Idee schmackhaft, die auf den ersten Blick einleuchtend schien. Er solle doch dieses Material in einer gleichmäßigen Schicht ausbringen, es mit Diesel besprühen und dann mit einer Gasflamme - wie das auch Dachdecker tun - abflämmen. Das so erhitzte Bitumenmaterial könne er dann unschwer mit einer Rüttelplatte verdichten.

Gesagt, getan. Die Möglichkeit einer Bodenbelastung hatte er dabei jedoch nicht bedacht. Die Annahme, der Dieselkraftstoff würde beim Abflämmen zur Gänze verbrennen, war trügerisch. Der Bewohner des Nachbarhauses hat - als er dem Angeklagten bei der Verdichtungsarbeit zusah - dessen Findigkeit gerühmt. Das hielt jedoch nicht lange an. Der Hausherr hatte, zusammen mit seinem Sohn, die Arbeit kaum beendet, da tauchte der Nachbar erneut auf. Erbost beklagte er nun die Geruchsbelästigung und forderte, dass das Material umgehend entfernt werde.

Polizei und Umweltbeamte kamen und forderten den Hausbesitzer auf, die Bitumenschicht umgehend wieder zu entfernen, was auch geschah. Allerdings trat nun der Nachbar erneut auf, erstattete Anzeige wegen Körperverletzung und forderte Schmerzensgeld. Um dem Nachdruck zu verleihen, hatte er am darauffolgenden Tag den Notarzt gerufen. Die ganze Familie - Vater, Mutter und Sohn wurden ins Rosenheimer Klinikum gebracht, um dort ihre angeblichen Blessuren behandeln zu lassen. Es erging in der Folge ein Strafbefehl wegen vorsätzlicher Bodenverunreinigung und Körperverletzung an der Nachbarfamilie. 2000 Euro Strafe sollte der Angeklagte deshalb bezahlen.

Der Hausherr legte gegen den Strafbefehl Einspruch ein, die Sache kam vor Gericht. Der Vorsitzende Richter Axel Jacobi war über den Einspruch zunächst erstaunt. Nach Aktenlage schien der Fall klar und der Einspruch erschien ihm nicht viel Erfolg zu versprechen - außer der Tatsache, dass dem Angeklagten im Falle einer Verurteilung erhebliche Mehrkosten entstünden.

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Andreas Michel, mahnte seinen Mandanten zur Ruhe und erklärte dem Richter: "Herr Vorsitzender, nicht immer sind die Dinge so, wie sie nach Aktenlage erscheinen." So wurden die Sachverständigen gehört. Deren Gutachten ergaben, dass der Boden auch nach Entfernung der Bitumendecke wohl geringfügig mit Diesel kontaminiert war. Zu keiner Zeit habe sich aber eine Gefährdung für Mensch oder Grundwasser ergeben. Mit einer weiteren Entfernung von 10 Zentimeter des Erdreiches sei das Problem zur Gänze beseitigt. Eine Nebenklage des Nachbarn wurde nicht zugelassen. Zu unerheblich waren die inkriminierten Schädigungen.

Die Ärztin der Notaufnahme, welche die Nachbarn an jenem Tage im Klinikum betreut hatte, erklärte, dass es nichts zu berichten gab. Sie konnte damals nicht die geringste gesundheitliche Schädigung bei der Klägerfamilie feststellen. Rechtsanwalt Michel und die Staatsanwältin regten daraufhin ein Rechtsgespräch an, um die "Tatopferzeugen" möglicherweise vor deren eigener Aussage zu schützen.

Das Gericht beschloss im Anschluss, das Verfahren gegen eine Geldbuße von 1000 Euro einzustellen. Das hat dem Nachbarn nochmals gestunken.

au/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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