Burgkirchener Axt-Schläger sind verurteilt

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Burgkirchen/Traunstein - Zwei türkische Familien sind im Mai 2012 mit Stöcken und einer Axt aufeinander losgegangen. Jetzt ist im Prozess das Urteil gefallen.

Am 1. Mai 2012 kam es in Burgkirchen zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen zwei türkischen Familien. Angefangen hatte alles damit, dass der 42-jährige Angeklagte K., zusammen mit seinem 18-jährigen Sohn auf den 19-jährigen Sohn der ebenfalls türkischstämmigen Familie A. losgegangen war. Der 42-Jährige schlug dabei ohne rechtfertigenden Grund mit einem Stock auf den jungen Mann ein. Ein weiterer Sohn des Angeklagten K. eilte auch noch zur Hilfe und beteiligte sich an der Schlägerei. Als der 47-jährige Vater des 19-jährigen A. sah, dass sein Sohn verprügelt wird, holte er sich kurzerhand einen Stock und eine Axt aus seinem Auto und ging auf den Angeklagten A., und seine beiden 18- und 22-jährigen Söhne los. Es entstand ein wilder Kampf zwischen den Beteiligten, in dessen Verlauf der 47-Jährige zuerst mit dem Stock auf die drei Männer einschlug. Als der 42-jährige K. zu Boden ging, machte A. von seiner Axt gebrauch. Den ersten Schlag konnte der 42-Jährige noch mit dem Arm abwehren, mit dem zweiten Hieb erwischte ihn A. aber am Kopf. Das Resultat der Auseinandersetzung waren eine Gehirnerschütterung, eine Kopfplatzwunde, eine Nasenbeinfraktur und etliche Prellungen bei den Beteiligten. Der Angeklagte K. und sein 18-jähriger Sohn mussten sich anschließend in stationäre Behandlung begeben.

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Wegen versuchten Totschlags wurde der 47-jährige A. am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der vorsitzende Richter Dr. Klaus Weidemann meinte bei der Urteilsverkündung, dass die Verletzung der Familienehre kein Rechtfertigungsgrund für eine Körperverletzung sei. "Allerdings ist der versuchte Totschlag unter anderem als minderschwerer Fall einzustufen, weil der 47-jährige Angeklagte durch die Gewalt gegen seinen Sohn zu der Tat hingerissen wurde." Der Anwalt des Angeklagten verzichtete nach der Verhandlung darauf, Rechtsmittel einzulegen. Damit ist dieses Urteil rechtskräftig.

Wegen gefährlicher Körperverletzung verhängte das Gericht gegen den 42-jähirgen Familienvater K. eine Freiheitsstrafe von neun Monaten. Auch seine Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Sein 18-jähriger Sohn muss wegen der gefährlichen Körperverletzung ein Anti-Aggressionstraining aus eigener Tasche bezahlen. Der andere Sohn wurde zur Zahlung einer Geldstrafe von 2250 Euro verurteilt.

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ps/red

Quelle: innsalzach24.de

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