Stromrechnung war falsch

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Rosenheim - Es ist eine alte Masche, mit der ein Betrüger im ganzen Bundesgebiet aktiv war. Er verschickte im Namen einer „Stadtwerke GmbH“ gefälschte Stromrechnungen – jetzt auch an einen Kunden der Rosenheimer Stadtwerke.

Die Fälschung war aber so plump, dass niemand darauf hereingefallen ist.

Eine Nachzahlung über mehrere hundert Euro für verbrauchten Strom flatterte einem Rosenheimer Privatmann ins Haus. Der Brief enthielt eine Verbrauchsabrechnung sowie einen vorgedruckten Überweisungsträger. Absender war eine "Stadtwerke GmbH". Doch weder Name noch Logo stimmten mit den Rosenheimer Stadtwerken überein, von denen der Mann seinen Strom bezieht. Eine Adresse war überhaupt nicht angegeben und die angegebene Internet-Seite www.stadtwerke.de gehört zu den Stadtwerken Hannover. Das Konto, auf das das Geld überwiesen werden sollte, befindet sich bei einer Sparkasse in Nordrhein-Westfalen.

Als sich der Mann bei den Stadtwerken Rosenheim erkundigte, warnte man ihn dort: "Auf keinen Fall bezahlen," sagt Stadtwerke-Chef Dr. Götz Brühl.

Die gefälschten Rechnungen sind in den letzten Tagen im ganzen Bundesgebiet in Städten aufgetaucht, in denen jeweils Stadtwerke ihre Versorgungsleistungen anbieten. Nachdem der Verband kommunaler Unternehmen vor der Masche gewarnt hat und auch die Polizei aktiv geworden ist, hat sich der mutmaßliche Täter mittlerweile bei der Polizei gestellt. Der 39 Jahre alte Mann hat für die Zahlungsaufforderungen, die er an Privatleute und Geschäftskunden verschickt hat, eigens zwei Konten eingerichtet, die mittlerweile blockiert sind. Nach den ersten Erkenntnissen gibt es keine Geschädigte: Der Mann war nicht nur so dumm, die Konten unter seinem eigenen Namen einzurichten, sondern hat sich auch wenig Mühe gegeben. Die Fälschungen sind auf den ersten Blick als solche auszumachen.

"Das ganze Vorgehen ist ziemlich dreist", erklärt dazu Brühl. Die fingierten Schreiben seien so plump, dass wohl kaum jemand darauf hereinfalle. "Da stimmt einfach nichts mit unserem Erscheinungsbild überein, nicht einmal der Name und die Adresse." Er rät seinen Kunden, sofort bei den Stadtwerken nachzufragen, wenn es irgendwelche Unklarheiten bei Rechnungen geben sollte: "Im Zweifelsfall sollte man immer erst anrufen, bevor Geld überwiesen wird."

An die Rosenheimer Stadtwerke hat sich nur dieser eine Kunde gewandt. Wie viele der Zahlungsaufforderungen in Stadt und Landkreis Rosenheim verschickt wurden, die gleich im Papierkorb gelandet sind, ist unklar.

Einen weiteren Fall gab es in Wasserburg. Dort sollte der Betreiber eines chinesischen Restaurants schlappe 1180 Euro nachzahlen. Als er sich an die Wasserburger Stadtwerke wandte, schrillten dort die Alarmglocken. "Auf keinen Fall überweisen", warnte auch der Wasserburger Werkleiter Kurt Fritsch, der die Rechnung gleich an die Polizei übergeben hat.

Klaus Kuhn (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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