Weinstraße: Stühle und Tische raus!

Rosenheim – „So, wie es sich dort etabliert hat, sollte es auf Dauer bleiben“. So eröffnete Gabriele Bauer die Diskussion zu Sondernutzungen in der Adlzreiter- und Weinstraße.

"So, wie es sich dort etabliert hat, sollte es auf Dauer bleiben", eröffnete Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer im Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss die Diskussion zu Sondernutzungen in der Adlzreiter- und Weinstraße in der Altstadt Ost. Vor einem Jahr war mit 7:4 Stimmen die Erlaubnis für die Außenbestuhlungen am Restaurant "Zur historischen Weinlände" und der Vinothek "Arte & Vino" in der Weinstraße erteilt worden. Sie wurde befristet für die Saison 2010 unter dem Vorbehalt des Widerrufs, beschränkt auf 22 Uhr und auf die Fläche vor der Außenwand einschließlich jeweils zweier Stellplätze.

Die Sondernutzung des "Kaffä", das der Vinothek gegenüberliegt, wurde, da öffentliche Stellplätze nicht in Anspruch genommen werden, dauerhaft zugelassen.

Die Anträge auf Außenbestuhlung für die Gaststätte "Wok & Wine" in der Kaiserstraße, von der dortigen Gebäudeecke entlang der Weinstraße bis zur Passage, waren im Juli abgelehnt worden. Gleiches gilt für die "Kölschbar" und die "Altstadtkneipe" in der Adlzreiterstraße.

Eine Bestuhlung entlang des "Wok & Wine" an der Weinstraße bis zum Durchgang zum Hofbräukomplex weist laut Stadtentwicklungsausschuss auf eine weitere Aufenthaltsqualität der verkehrsberuhigten Zone hin.

Die Erfahrungen in der Saison 2010 hätten laut Verwaltung gezeigt, dass die zugelassenen Außenbestuhlungen keine besonderen Störungen in Bezug auf die Wohnruhe des Quartiers, aber auch die Verkehrsabwicklung hervorgerufen haben. Die Umwandlung der auf ein Jahr befristeten Erlaubnis für das Restaurant und die Vinothek in der Weinstraße in eine dauerhafte Nutzungsberechtigung erscheine damit auch unter Berücksichtigung des laufenden Bebauungsplanverfahrens für die Adlzreiter- und Weinstraße möglich.

Der Betreiber des "Arte & Vino" hatte beantragt, etwas reduziert die Flächen vor dem Gebäude auch außerhalb der Saison nutzen zu können und somit zwei öffentliche Stellplätze dauerhaft für die Außenbestuhlung zu belegen. Er begründete das mit einer attraktiveren Darstellung des Betriebs nach außen und der Notwendigkeit, ein angemessenes Angebot zum Aufenthalt für Raucher anbieten zu müssen.

Die Anwohner dagegen hätten sich entschieden für den Erhalt der öffentlichen Stellplätze außerhalb der Saison ausgesprochen, was auch der Beschlusslage entspreche, so dass der Gaststättenbetreiber die Flächen ab 1. November räumen musste. Gegen die Aufstellung eines Bistro-Stehtisches für Raucher neben dem Eingang gebe es keine Einwände.

Kritisch hinterfragt wurde die ablehnende Entscheidung bei der Kaiserstraße. Die Außenbestuhlungsfläche im Innenhof des Hofbräukomplexes mit 40 Quadratmetern sei sehr gering und der Betrieb durch die Be- und Entladetätigkeit insbesondere zugunsten des benachbarten Ballhausbetriebs beeinträchtigt.

Das Gremium signalisierte, eine Außenbestuhlung von der Ecke Kaiserstraße entlang des "Wok & Wine" in der Weinstraße sei denkbar und weise auf die weitere Aufenthaltsqualität der verkehrsberuhigten Zone hin. Ordnungsdezernent Hermann Koch erklärte, dazu komme ein neuer Antrag, und die Oberbürgermeisterin schlug vor, dann einen Ortstermin zu vereinbaren.

Das Gremium beschloss, die Sondernutzungserlaubnisse für die "Historische Weinlände" und das "Arte & Vino" in der Weinstraße in dauerhafte Erlaubnisse für die Saison von März bis Ende Oktober umzuwandeln. Eine Ausweitung der Erlaubnisse auf den Zeitraum außerhalb dieser Saison wird nicht zugelassen.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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