Infos über Chancen und Risiken des "Mobile Computing"

"Suchst du noch, oder wirst du schon gefunden?"

Rosenheim - "Sagt Ihnen Google, Facebook, iPod, Open Source, Creative Commons, Live Scribe, Peer-Production, Personal-Branding, Ad Words, Social Inbox und Coworking etwas?"

"Verlassen Sie sich auf Navigationsgeräte und Google Maps, um Orte zu finden? Nutzen Sie Twitter für Ihren Support und Marketing?"

Diese und viele weitere oft provokante Fragen stellte Prof. (FH) Dr. Hans Ebert von der Fachhochschule Kufstein den rund 130 Teilnehmern des Rosenheimer IT-Forums "Mobile Computing" im Kuko. Und Ebert lieferte verblüffende Informationen: "Während dieses 20-minütigen Vortrags werden 50 Millionen Suchanfragen an Google gestellt, 17000 WLANs in Deutschland illegal genutzt, 4,5 Millionen Produktbewertungen durchgeführt, 85000 Produkte bei Amazon EU-weit bestellt, Facebook verdient ungefähr eine Million Dollar und Apple hat alle fünf Sekunden 25000 Programme für das iPhone verkauft."

Das sogenannte Mobile Computing, also die Nutzung von nicht lokal gebundener Informationstechnologie wie PCs, gilt als einer der größten Trends mit enormen Wachstumsprognosen, wie auch Manfred Grundei, Leiter des Amts für Informationsverarbeitung der Stadt Rosenheim, betonte. Gemeinsam mit dem Landkreis Rosenheim war die Stadt Veranstalter des EU-geförderten Projektes "netIT-Forums".

Jeder muss überall erreichbar sein

Während vor nicht einmal 20 Jahren die erste Internetseite veröffentlicht wurde, hatten zu der jetzt fast alle Teilnehmer ein Smartphone - einen "Minicomputer für die Hosentasche", wie Annette Schütz von der Telekom Deutschland GmbH das vielseitig einsetzbare IT-Gerät in ihrem Vortrag nannte - dabei, doch mit dessen Einsatzchancen und vielfältigen Nutzungsrisiken waren nur die wenigsten vertraut. Neben telefonieren und SMS schreiben können Smartphone-Besitzer auch überall E-Mails abrufen, im Internet surfen, mit Freunden chatten, Bankgeschäfte erledigen oder Termine online verwalten. "Man ist und muss stets und überall für seine Kunden und Freunde erreichbar sein", fasste es Referentin Schütz zusammen.

Noch schnellere Übertragungsraten, wie sie mit der Versteigerung von LTE-Frequenzen dieses Jahr in die Wege geleitet wurden, werden für noch mehr Komfort und bessere Verbindungen sorgen, sind sich Schütz und Dipl.-Ing. Jürgen Rumold von den Kathrein Werke KG sicher. Weiße Flecken auf der IT-Landkarte sollen möglichst bald verschwinden.

Hauptproblem bei aller Mobilität im Internet bleibt die Sicherheit: "Es ist nur eines sicher, dass nichts sicher ist", betonte Moderator Dr. Roland Feindor. Alle Daten, die auf Handys oder Laptops verwendet und gespeichert würden, könnten auch "geknackt" werden oder schwirrten frei abrufbar im Cyberspace herum. Firmen wie Apple oder Android würden offen zugeben, dass alle heruntergeladenen Daten wie Apps in "virtuellen Clouds" gespeichert würden. Was mit diesen Daten passiere, sei ungewiss.

Daher fand Referent Ebert folgende Frage mehr als berechtigt: "Suchen Sie noch, oder werden Sie schon gefunden?"

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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