Lager- und Wiederaufbereitungsbetrieb sucht neuen Standort

Südliche Lösung möglich

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Der beantragte Lager- und Wiederaufbereitungsbetrieb an der Innfeldstraße (rote Markierung) ist planungsrechtlich unzulässig. Stattdessen könnte er gegenüber dem Möbelkaufhaus Weko (links unten) in dem Eck zwischen Brannenburger Straße und B15 (violette Markierung) angesiedelt werden.

Aising - Rund 300 Meter entfernt von der Siedlung Schönau möchte die Firma Zehentbauer an der Innfeldstraße eine landwirtschaftliche Fläche zur Lagerung von Beton, Asphalt und Erdreich nutzen.

Bisher ist der Betrieb an der Seestraße in Happing angesiedelt. Die Genehmigung mehrfach verlängerte Genehmigung dort läuft aber demnächst aus. Das Vorhaben lag jetzt erneut dem Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss vor, nachdem sich die Ausschussmitglieder am Ort getroffen und das Gelände in Augenschein genommen hatten. Mit Ausnahme der Zufahrt, die zur Brannenburger Straße führt, soll das Gelände von einem sechs Meter hohen, bepflanzten Erdwall umgeben werden. Zur Unterbringung von Fahrzeugen und Geräten soll eine 40 mal 20 Meter große Halle mit 10,55 Meter Firsthöhe errichtet werden. An zwei Tagen im Jahr ist vorgesehen, mit einer mobilen Brechanlage etwa 2000 bis 2.500 Tonnen Material wiederaufzubereiten.

Das Grundstück, so die Stellungnahme der Verwaltung, liegt im Außenbereich. Dort befinden sich auch, abgetrennt von einer Baumgruppe, zur B 15 hin Freizeitgrundstücke Es handelt sich nicht um ein privilegiertes Vorhaben, da die beantragte Nutzung auch in einem Gewerbe- oder Industriegebiet ausgeübt werden könne. Das ruhige Landschaftsbild an dieser Stelle würde durch den steil aufragenden Schutzwall gestört. Das Vorhaben stehe damit im Widerspruch zur natürlichen Eigenart der Landschaft und sei daher abzulehnen.

In geringer Entfernung zu den beantragten Betriebsgrundstücken liegt der Bereich der zwischen Gittersbach, B 15 und Brannenburger Straße liegenden Flächen, für die der Stadtrat im März 2001 die Aufstellung des Bebauungsplans "Am Innfeld" beschlossen hat. Die zwischen dem Geltungsbereich des Bebauungsplans und den beantragten Betriebsgrundstücken liegenden Flächen werden zum Teil - nach Nordosten und Nordwesten hin - von dem Baumbestand des obengenannten Freizeitgrundstücks zur freien Flur hin begrenzt.

Da der Bedarf an antragsgemäßen Lagerflächen im Stadtgebiet und im näheren Umfeld durchaus gegeben ist, vergleichbare Flächen aber - jedenfalls in ausgewiesenen Gewerbe- und Industriegebieten - derzeit nicht zur Verfügung stehen, schlug die Verwaltung vor, gemeinsam mit dem Antragsteller die Möglichkeiten zu prüfen, ob die beantragte Nutzung auf den südlich des genannten Freizeitgrundstücks liegenden Flächen und unter Einbeziehung in das Planungsgebiet "Am Innfeld" verwirklicht werden könnte. Bei den vom Baumbestand nicht abgeschirmten Flächen könnte der Übergang zur freien Flur durch eine Geländemodellierung mit leichten Übergängen landschaftsverträglich gestaltet werden.

Bauoberrat Michael Kettenstock erklärte, das müsse im Bebauungsplan geklärt werden. CSU-Stadtrat Josef Gasteiger merkte an, man könne doch auch dem Antragssteller stattdessen die weitere Nutzung an der Seestraße gestatten. Wegen der kommenden Ausbauten im Bereich der Seestraße wegen einer Straßenüber- oder -unterquerung der Bahnstrecke in Happing werde dort ohnehin mehr Verkehr zu erwarten sein, so dass der Schwerlastverkehr zum bestehenden Betrieb nicht mehr so ins Gewicht falle.

Der Ausschuss beschloss einstimmig, dass das Vorhaben aufgrund seiner Lage im Außenbereich und der beeinträchtigenden Wirkung auf das Landschaftsbild planungsrechtlich unzulässig ist. Die Verwaltung wurde beauftragt zu prüfen, ob im Bereich des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans "Am Innfeld" unter entsprechender Erweiterung des Geltungsbereichs die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden können, um das Vorhaben dort zu verwirklichen.

re/hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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