Tankstellenbetreiber beklagen Umsatzeinbußen

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Tankstellen dürfen nachts grundsätzlich nur bestimmte Mengen an Alkohol verkaufen. Zwei Tankstellen, an denen der Verkauf überhand genommen hatte, wurden von der Stadt gezielt aufgefordert, sich an die Bestimmungen des Ladenschlussgesetzes zu halten.

Rosenheim - Zwei Tankstellenbetreiber in Rosenheim klagen über Umsatzeinbußen. Ihnen hat die Stadt klargemacht, dass sie es mit dem nächtlichen Alkoholverkauf übertrieben hatten.

Dem Ordnungsamt geht es vor allem um Jugendschutz. Nächtliche Treffen von Gruppen mit reichlich Alkohol sowie Rechtswidrigkeiten hatten die Stadt zum Handeln veranlasst: An den beiden Tankstellen waren laut Ordnungsamt des Öfteren Polizeieinsätze nötig gewesen - die Palette reichte von der Ruhestörung bis hin zu Gewaltdelikten. Die Stadt hat reagiert: Vor knapp einem Monat erinnerte sie gezielt diese beiden Tankstellen an die geltenden Bestimmungen.

Zehn Fälle von Gewalt und 36 polizeiliche Einsätze hatte die Polizei im Zusammenhang mit einer der betroffenen Tankstellen in zwei Jahren registriert, 18 Gewaltdelikte und 84 Einsätze bei der anderen. Dieses Problem will man mit der Beschränkung in den Griff bekommen.

Die von der Stadt als besondere Brennpunkte ausgemachten Tankstellen dürfen unter der Woche zwischen 20 Uhr und 6 Uhr, außerdem sonn- und feiertags den ganzen Tag nur noch begrenzte Mengen Alkohol verkaufen, beispielsweise pro Person höchstens vier Flaschen Bier. Wer einen ganzen Kasten Bier haben möchte, bekommt eine Absage. Mit zunehmendem Alkoholgehalt des Getränks nimmt die erlaubte Verkaufsmenge ab.

Paradox: Nur Autofahrer bekommen Alkohol

Paradoxerweise bekommen Fußgänger und Radfahrer nachts hier nun gar keinen Alkohol mehr, denn sie haben ja keinen "Reisebedarf". Nur um den geht es laut Ladenschlussgesetz: Danach darf Alkohol nachts nur an Reisende und in kleinen Mengen verkauft werden. Fußgänger und Radfahrer gelten nicht als Reisende. Das führt zu kuriosen Situationen. Ein Tankstellenmitarbeiter berichtet: "Da gab es wirklich diesen Radfahrer, der bei mir nach 20 Uhr ein Bier kaufen wolte, und ich musste ihn abweisen. Kurz darauf kam er mit seinem Auto zurück und hat sein Bier bekommen."

Den Bescheid erhielten nur die beiden Tankstellen, die es laut Oliver Horner vom Ordnungsamt mit dem Verkauf übertrieben hatten: "Aber im Prinzip betrifft die Einschränkung alle Tankstellen in Rosenheim."

Die beiden Tankstellenstellenbetreiber legen Wert darauf, dass ihre Namen nicht in der Zeitung erscheinen. Beide erklären, die Bescheide würden sie hart treffen. "Um zu überleben, müssen wir uns bundesweit messen lassen", sagt einer von ihinen. Man habe schon den großen Nachteil der Grenznähe. "Wenn einem dann noch solche Vorschriften gemacht werden, ist das eine Katastrophe."

Auf der anderen Seite stehen die Ziele der Stadt. Sie will dem übermäßigen Alkoholgenuss entgegenwirken - vor allem bei Jugendlichen. Studien zeigen, dass die jederzeitige Verfügbarkeit den übertriebenen Konsum fördert.

Ob die Tankstellen sich an die Auflagen halten, soll die Polizei überprüfen. Zudem will das Ordnungsamt in Zukunft vermehrt jugendliche Testkäufer einsetzen.

rfe/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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