Obduktion: Frau (44) von Ex-Freund erstochen

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Kolbermoor - Für die Polizei besteht jetzt kein Zweifel mehr: Ein 49-Jähriger aus Bayreuth hat in Kolbermoor seine Ex-Freundin (44) brutal erstochen. Neue Details.

Die Tat in Kolbermoor

Am Sonntag, 27.11.2011, wurde  gegen Mitternacht eine 44-jährige Frau tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Da es Hinweise für einen gewaltsamen Tod gab, nahm die Kriminalpolizei Rosenheim zusammen mit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf. Dem vorausgegangen war am Sonntagabend gegen 21.35 Uhr der Suizid eines 49-jährigen Mannes aus Bayreuth. Er war auf der Bahnstrecke Kolbermoor-Rosenheim von einem Regionalzug erfasst und tödlich verletzt worden. Über die persönlichen Gegenstände des Toten schloß die Polizei auf eine Verbindung zu der 44-Jährigen in Kolbermoor. 

Als die Beamten ihre Wohnung kontrollierten, konnte diese nur mehr tot aufgefunden werden. Sie lag im Wohnzimmer. In der Wohnung befand sich auch der vierjährige Sohn des Opfers. Der Bub lag schlafend und unverletzt in seinem Kinderbettchen. Die Beamten übergaben das Kind in die Obhut der Tante. Der Vierjährige hat möglicherweise vom gewaltsamen Tod der Mutter nichts mitbekommen.

In diesem Haus kam die 44-Jährige zu Tode:

Bilder vom Tathaus

Auto in der Nähe des Tatorts gefunden

Am Montagvormittag wurde im Zusammenhang mit der Tat dann die Suche nach dem grauen Ford Focus eingeleitet, der auf die getötete Frau zugelassen war. Die Suche war rasch erfolgreich. Der Wagen stand im Rosenheimer Ortsteil Fürstätt. Dort hat der 49-Jährige nach Erkenntnissen der Polizei das Auto in einer Wohnsiedlung abgestellt, um sich an die Bahnstrecke Rosenheim-Holzkirchen zu begeben.

Fotos von der Fahndung nach dem Wagen:

Fahndung nach dem Auto der Getöteten 

Jetzt spricht ein Nachbar

In Kolbermoor sind die Nachbarn der getöteten Frau schockiert. Ein Mann berichtete rosenheim24, dass der Mann aus Bayreuth der Vater des vierjährigen Kindes gewesen sei. Die Polizei hat dies mittlerweile bestätigt. Der 49-Jährige soll zuletzt am Sonntagmittag zusammen mit dem Kind in der Nachbarschaft gesehen worden sein.

Der Kolbermoorer berichtete weiter, dass zwischen der 44-jährigen Frau und dem 49-Jährigen, der zuletzt im Ausland gearbeitet haben soll, ein gutes Verhältnis geherrscht habe. "Ich bin sehr geschockt. Ich kannte die Getötete als freundliche Frau und gute Mutter", so der Nachbar, der in der Nacht (gegen 0 Uhr) vom plötzlichen Auftauchen der Polizei in Aufruhr versetzt worden war.

Verstorbene lernten sich im Urlaub kennen

Wie die Polizei am Montagmittag bestätigt hat, waren die beiden Verstorbenen bis vor circa zwei Jahren ein Liebespaar.

Die 44-Jährige, die in Kolbermoor bis vor circa fünf Jahren ein Kosmetikstudio betrieben hat, soll den späteren Vater ihres Kindes beim Urlaub auf einer spanischen Ferieninsel kennengelernt haben. Der 49-Jährige soll dort in einem Bootsverleih gearbeitet haben. "Sie war schwer verliebt und sehr glücklich. Nachdem sie öfter am Wochenende zu ihm geflogen ist, ist sie dann bald zu ihm gezogen“, erzählt eine langjährige Kosmetik-Kundin der Getöteten. Nach einigen Jahren sei die Frau aber nach Kolbermoor zurückgekehrt.

Beziehung beendet, aber guter Kontakt

Die Beziehung des Paares war beendet, der gute Kontakt habe jedoch angedauert, bestätigen Bekannte der Frau rosenheim24. Der Vater des Kindes soll mit mehreren Monaten Abstand regelmäßig Mutter und Kind besucht haben. Ein Nachbar: „Das hier sind dünne Wände. Ich habe nichts von Streitereien oder so gehört. Er hat oft Pakete und Blumen geschickt.“

Obduktion am Montagnachmittag

Die Obduktionen, die am Institut für Rechtsmedizin in München  am Montagnachmittag abgeschlossen wurde, spricht jedoch eine andere Sprache. Demnach verstarb die 44-jährige Frau aus Kolbermoor an zahlreichen Stichverletzungen. Der Täter hat demzufolge eine Vielzahl von Messerstichen gegen den Oberkörper der Frau geführt, von denen mehrere lebensgefährliche Verletzungen verursachten.  

Verdacht gegen 49-Jährigen erhärtet

Im Rahmen der Spurensicherung wurde bei dem 49-Jährigen aus Bayreuth die mutmaßliche Tatwaffe aufgefunden. Im sichergestellten Fahrzeug und der Wohnung des Opfers ergaben sich außerdem zusätzlich Spuren und Indizien, die den Tatverdacht gegen den 49-jährigen Mann erhärten.

Wie die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, hat sich der 49-jährige Mann am Sonntag in der Wohnung seiner früheren Lebensgefährtin aufgehalten. In den frühen Abendstunden ist es dann vermutlich zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden gekommen, in deren weiterem Verlauf die Frau ihre tödlichen Verletzungen erlitten hat.

Die Ursache des vermuteten Streits und damit das Motiv für die Bluttat sind noch ungeklärt. Die Getötete soll seit einiger Zeit aber eine neue Beziehung gehabt haben.

cs/mw/Pressmeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

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