Schreckliche Bluttat in Königsdorf bei Bad Tölz

Kopp: "Ausnahmetat" - Tote aus NRW und Hessen

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Der Tatort in Königsdorf bei Bad Tölz.
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    Heinz Seutter
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Königsdorf - Im kleinen Ort Höfen bei Königsdorf (Lkr. Bad Tölz) hat sich ein schreckliches Gewaltverbrechen ereignet. Eine Polizeistreife hatte in der Nacht auf Sonntag an einem Haus Einbruchsspuren entdeckt und beim Betreten des Hauses dann zwei Leichen und eine schwerverletzte Frau gefunden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Polizei hat im Königsdorfer Weiler Höfen (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) am Samstagabend einen toten Mann (81), eine tote Frau (75) und eine schwerverletzte Frau entdeckt.
  • Bei den beiden Toten handelt es sich um einen Mann aus Nordrhein-Westfalen und eine Frau aus Hessen.
  • Die Schwerverletzte (76) ist weiterhin nicht vernehmungsfähig
  • Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich auf einer Pressekonferenz am Montagnachmittag.
  • Polizeipräsident Robert Kopp sprach von einer "Ausnahmetat".
  • Die Ermittlungen laufen laut Polizei auf Hochtouren
  • Die Täter sind weiterhin flüchtig

UPDATE, 17.30 Uhr: Faschingszug findet statt

Der Königsdorfer Faschingszug wird definitiv stattfinden, berichtet der Münchner Merkur. Die Organisatoren und Gemeinden hätten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Man habe Argumente für Zu- und Absage abgewägt und sei dann zu dieser Entscheidung gekommen.

UPDATE, 17 Uhr: Video von der Pressekonferenz

UPDATE, 15.35 Uhr: Pressemeldung der Polizei

Die Sonderkommission „Höfen“ arbeitet mit Hochtouren an der Aufklärung des Verbrechens. Die Opfer konnten mit hoher Wahrscheinlichkeit identifiziert werden. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd wird die polizeiliche Präsenz in der Region verstärken. Polizeipräsident Robert Kopp und Leitender Oberstaatsanwalt Hajo Tacke: "Die Sicherheit der Bevölkerung und die Aufklärung des Verbrechens haben oberste Priorität!"

Die beiden Todesopfer sind mit hoher Wahrscheinlichkeit identifiziert. Es handelt sich um einen alleinstehenden 81-jährigen Mann aus Nordrhein- Westfalen und eine 76-jährige Frau aus dem Raum Frankfurt, die mit der Hausbesitzerin befreundet waren. Beide starben eines gewaltsamen Todes durch stumpfe Gewalt. Die schwer verletzte 76-jährige Hausbesitzerin ist noch nicht vernehmungsfähig.

Letzter Kontakt am Mittwoch

Die Sonderkommission "Höfen" unter Leitung von Kriminaloberrat Markus Deindl wurde sukzessive auf rund 50 Mitarbeiter erweitert. Ebenfalls involviert sind Beamte der Operativen Fallanalyse Bayern. Polizeipräsident Robert Kopp hat der Sonderkommission die volle personelle und logistische Unterstützung zugesichert. Die Staatsanwaltschaft München II hat die Sachleitung übernommen. 

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen dürfte sich die Tat zwischen Mittwochabend, 22. Februar, und Samstagvormittag, 25. Februar, ereignet haben. An diesem Mittwoch soll der letzte Kontakt zu einem der Opfer stattgefunden haben.

Die aufwändigen kriminaltechnischen Untersuchungen am Tatort dauern noch an. In den vergangenen Tagen wurde bereits eine intensive Befragung der Anwohner und Nachbarn im Weiler Höfen durchgeführt. 

Polizei bittet um Hinweise

Darüber hinaus sind für die Soko folgenden Fragen von Bedeutung, die sich vor allem auch an die Bewohner der benachbarten Weiler und Gemeinden richten:

  • Wer hatte vor oder während des fraglichen Tatzeitraums Kontakt, z.B. am Gartenzaun oder an der Haustür, zu Personen, die augenscheinlich nicht ins Ortsbild passen bzw. nicht in der Region wohnhaft sind?
  • Wer hat in diesem Zeitraum Personen oder entsprechende Fahrzeuge gesehen, die sich normalerweise nicht in Königsdorf und den angrenzenden Weilern aufhalten?
  • Wem sind während diesen Zeitraums Veränderungen in der täglichen Routine aufgefallen? „War etwas nicht so, wie es normalerweise ist?“

Hinweise werden von der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim unter der Telefonnummer 0881/640-0 entgegen genommen.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

UPDATE, 15.20 Uhr: Pressekonferenz der Polizei

"Eine überaus schreckliche und brutale Tat", nannte Polizeipräsident Robert Kopp auf der Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag in Weilheim die Tat von Königsdorf, "So etwas hat es bei uns in der Region bisher noch nicht gegeben!" Kopp betonte, dass es sich um eine Ausnahmetat handelt, "Der normale Wohnungseinbrecher ist scheu und flüchtet, wenn er auf Widerstand stößt."

Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft erläuterte, dass aus ermittlungstaktischen Gründen nicht alle Details zu den laufenden Ermittlungen genannt werden könnten. Er betonte ebenso wie der Leiter der Weilheimer Kriminalpolizei, dass sich die Ermittlungen noch über längere Zeit hinziehen könnten. "Es wird noch mehrere Tage dauern, alle Spuren zu sichern, die dann aber auch ausgewertet werden müssen." Gleichzeitig liefen die Ermittlungen auf Hochtouren.

Weiterhin erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft, dass Mitglieder osteuropäischer Einbrecherbanden als Täter nicht auszuschließen seien. Dies sei aber nur eine von vielen Möglichkeiten. Ob und was die Einbrecher erbeuteten, könnte noch nicht gesagt werden. Es sei vor Ort nicht ersichtlich gewesen, ob etwas entwendet wurde, da unter anderem nichts aufgebrochen wurde. 

"Das könnte uns nur die Hauseigentümerin sagen", erläuterte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier. Diese sei jedoch immer noch nicht vernehmungsfähig. Auch zum Verhältnis der Opfer untereinander könne noch nichts gesagt werden. "Sie waren aber definitiv nicht erst seit einem Tag dort zu Gast." Bei den beiden Toten handele es sich um einen Mann aus Nordrhein-Westfalen und eine Frau aus Hessen.

UPDATE, 14.45 Uhr: Buden werden aufgebaut

Wie der Münchner Merkur berichtet, werden die Buden für den Faschingszug in der Gemeinde weiterhin aufgebaut. Die Gemeinde wollte mit einer Entscheidung für eine Absage wegen des schrecklichen Ereignisses noch bis Dienstagmittag warten.

UPDATE, 14.40 Uhr: Bürgermeister schildert Eindrücke

"Da war mir klar: Wir finden hier nichts Gutes", schilderte der Königsdorfer Bürgermeister Anton Demmel gegenüber dem Münchner Merkur seinen ersten Eindruck beim Anblick des verwüsteten Hauses. Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr war er bei der Öffnung des Anwesens mit dabei. Kurz darauf habe er einen Polizisten"Sanitäter" rufen gehört.

UPDATE, 13.40 Uhr - Luise S. war viel beim Wandern

Nach und nach sickern weitere Details zur Bluttat und den Opfern durch. Der Münchner Merkur hat mit weiteren Anwohnern gesprochen. "Wir hoffen alle, dass die schwer verletzte Frau durchkommt und dass die Verbrecher möglichst schnell gefasst werden", so ein Nachbar, dessen Familie mit Luise S., der Schwerverletzten, gut bekannt, ja sogar befreundet ist.

So sei Luise S., die in den 1980er-Jahren nach Höfen kam, für ihr Alter noch "recht aktiv" und in der Tölzer Gegend oft beim Wandern gewesen. Zuletzt hatte die 76-Jährige ihren schwer kranken Mann gepflegt, so der Münchner Merkur weiter. Ihr Ehemann sei jedoch im vergangenen Oktober verstorben, erzählte der Nachbar weiter - ein weiterer Schicksalsschlag im Leben von Luise S.!

UPDATE, 12.50 Uhr - Altbürgermeister äußert sich

Jetzt hat sich der Königsdorfer Altbürgermeister Alfred Stangler öffentlich geäußert. Er sagte gegenüber dem Isar-Loisach-Boten: "Ich kenne die Opfer persönlich nicht, soweit ich das – Stand jetzt – beurteilen kann. Ein solch brutales Vorgehen ohne Rücksicht auf Verluste gegen Menschen in unserer Gemeinde – das ist kaum vorstellbar. (...) Meine Tochter wohnt in Schwaighofen. Das liegt nicht weit weg von Höfen. Man macht sich natürlich seine Gedanken, wenn plötzlich so nah ein Verbrechen geschieht. (...)"

UPDATE, 12.30 Uhr - Doch kein Faschingszug in Königsdorf?

Wird in Königsdorf jetzt zurückgerudert? Bürgermeister Anton Demmel (Frei Wähler) sagte auf Nachfrage des Isar-Loisach Boten: Die Entscheidung, ob der Faschingszug in Königsdorf am Dienstag stattfindet, sei noch nicht endgültig gefallen. Man wolle erst die Ergebnisse der Pressekonferenz am Montagnachmittag abwarten, hieß es.

UPDATE, 11.20 Uhr:

Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd soeben mitteilte, wurde für den Nachmittag (15 Uhr) im Weilheimer Feuerwehrhaus eine Pressekonferenz angesetzt. Dort werden Polizeipräsident Robert Kopp, der leitende Oberstaatsanwalt Hajo Tacke und Kriminaloberrat Markus Deindl, der Leiter der "Soko Höfen", möglicherweise neue Erkenntnisse veröffentlichen.

UPDATE, 9.40 Uhr:

Wie der Bayerische Rundfunk soeben berichtet, sei der Zustand der schwerverletzten Frau weiterhin kritisch, jedoch nicht lebensbedrohlich. Wann die Dame vernommen werden kann, ist derzeit aber noch völlig unklar. Die Ermittler erhoffen sich durch die Einvernahme der Frau jedoch wichtige Erkenntnisse zum Tathergang.

Die Erstmeldung:

Bei den Toten handelt es sich laut unserem Partnerportal tz um einen 81-jährigen Mann und eine 75-jährige Frau. Beide wurden offenbar erschlagen. Bei der Schwerverletzten (76) soll es sich um die Hauseigentümerin handeln. Wie die Bild-Zeitung nun berichtet, soll es sich bei den beiden Toten um Verwandte der Verletzten handeln.

Bestätigt sind diese Vermutungen jedoch noch nicht. Vielmehr ermittelt die eigens eingerichtete Sonderkommission weiter in alle Richtungen. Die bisherigen Erkenntnisse würden allerdings einen Raubmord nahe legen, hieß es seitens der Polizei am Sonntag. Die umfangreichen Ermittlungen würden aber noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann wollte sich am Sonntag zur Tat noch nicht äußern. Dafür sei es noch zu früh.

Unklar ist auch, wann genau die schreckliche Bluttat passierte. "Das Verbrechen könnte bereits einige Tage zurückliegen", sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier dem Münchner Merkur. Zudem wurde am Sonntag großräumig die Umgebung abgesucht. Auch die nahegelegene Bundesstraße 11 geriet ins Visier der Ermittler und wurde mit Spürhunden abgesucht. Wer von der B11 Richtung Höfen fahren wollte, musste an einer Polizeiabsperrung vorbei.

Bilder vom Tatort in Königsdorf

Die Nachbarn und Anwohner in dem 20 Häuser-Weiler sind unterdessen weiterhin geschockt. Eigentlich sei dies "eine Supergegend zum Wohnen", so eine Frau gegenüber der tz. "Hier kennt jeder jeden, man hilft sich gegenseitig, es ist nicht zu fassen, was da passiert ist", so ein anderer Anwohner gegenüber dem Portal.

Der Vorstand der Kinschdarfer Maschkera, Hans Köglsperger jun., zeigte sich betroffen von der schrecklichen Gewalttat in Höfen. Der Faschingszug in Bichl fand am Sonntagnachmittag jedoch statt. Die Vorstandschaft des Vereins will die Ereignisse am Montagabend aber noch einmal gemeinsam aufarbeiten.

mw

Quelle: rosenheim24.de

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