Toter Winkel: Spiegel für Lkw-Fahrer!

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Rosenheim – Für Lkw-Fahrer, die nach rechts abbiegen, befinden sich Fahrradfahrer und Fußgänger zeitweise im toten Winkel. Die Stadt wird nun an ausgewählten Stellen Spiegel anbringen, um die Unfallgefahr zu mindern.

Einer dieser Spiegel wurde bereits vor längerer Zeit genau an der Stelle montiert, wo es vor Jahren zu einem tödlichen Unfall kam. Ein Mensch starb, als ein Bagger von der Rathausstraße in die Königstraße abbog – er befand sich in dem Bereich, den der Baggerfahrer nicht einsehen konnte.

Nachdem im Mai dieses Jahres eine 16-jährige Fahrradfahrerin von einem von der Samerstraße in die Prinzregentenstraße nach rechts abbiegenden Lastwagen mitgeschleift und schwer verletzt worden ist, hat die Wählerinititiave Rosenheim nun den Antrag gestellt, an sinnvoll erscheinenden Stellen in der Stadt weitere "Trixi-Spiegel" zu montieren. Benannt sind sie nach Beatrix "Trixi" Willburger, die 2002 gleichfalls als junges Mädchen einen schweren Unfall erlitt, als ein rechts abbiegender Lkw sie erfasste. Seither ist sie stark gehbehindert. Ihr Vater Ulrich Willburger erdachte daraufhin den speziellen Spiegel, der Lkw-Fahrern einen Blick zurück über die gesamte Fahrzeuglänge gestattet. Vom Fahrersitz aus lässt sich der Bereich vor und neben dem Fahrzeug komplett einsehen. Die Montage ist einfach, die Kosten pro Spiegel liegen bei knapp über 100 Euro.

Der Spiegel ist in zwei Größen zu haben, mit einem Durchmesser von 35 und 50 Zentimeter. Am Ampelmast befestigt, liegt er direkt im Sichtfeld des Lkw-Fahrers.

In der Schweiz sind die runden Spiegel flächendeckend angebracht, in Deutschland gibt es bislang nur wenige Städte, in denen sie hängen. In Freiburg hat man gute Erfahrungen damit gemacht. Während es dort in den Jahren 2005 bis 2007 allein 13-mal zu Unfällen kam, weil ein Lastwagenfahrer beim Rechtsabbiegen einen Radler übersah, hat die Polizei seit dem Aufhängen der Trixi-Spiegel nur noch einen einzigen Unfall dieser Art registriert.

In der Freiburger Stadtverwaltung hatte man sich anfangs skeptisch gezeigt, denn der tote Winkel bleibt ein Gefahrenfaktor. Der Trixi-Spiegel hilft nichts mehr, sobald sich der Lastwagen in Bewegung gesetzt hat. Radfahrer dürfen sich also auch an einer solchen Stelle keinesfalls darauf verlassen, gesehen zu werden und müssen die Situation jeweils nach den Gegebenheiten einschätzen.

In Deutschland sterben jährlich 200 Menschen, die von Lkw-Fahrern im toten Winkel nicht gesehen werden, darauf wies die WIR in ihrem Antrag hin.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser