Suchaktion an der Alz: Wer muss zahlen?

+
Die Vermisstensuche am Sonntag.
  • schließen

Landkreis - Zwei Männer kenterten am Sonntag mit ihrem Schlauchboot auf der Alz. Es folgte eine große Suchaktion, nach einem der Hobby-Kapitäne. Doch wer muss nun dafür zahlen?

Zwei junge Männer kenterten am Sonntag mit ihrem Schlauchboot auf der Alz. Einer der beiden - ein 25-jähriger Tachertinger - kam wieder selbstständig zurück ins Boot. Doch vom anderen - einem 22-jährigen Trostberger - fehlte jede Spur. Nachdem der 25-Jährige auch eine Stunde später nicht beim vereinbarten Treffpunkt erschien, informierte sein Freund die Polizei und die Rettungskräfte.

Es folgte eine groß angelegte Rettungs- und Suchaktion an der Alz. Dutzende Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Wasserwacht, des DLRG, des BRK und der Polizei suchten von Altenmarkt flussaufwärts bis Truchtlaching das Gewässer ab. Sogar ein Rettungshubschrauber kam zum Einsatz. Nach über zwei Stunden tauchte der 22-Jährige unversehrt bei einer Bekannten in Trostberg auf.

Über 50 Einsatzkräfte mussten ausrücken, um den Mann zu suchen. Doch wer trägt nun die Kosten, für den Großeinsatz? "Um dem 22-Jährigen die Kosten auferlegen zu können, müsste er grob fahrlässig gehandelt oder die Gefahrensituation vorsätzlich verursacht haben. Und das ist im vorliegenden Fall wohl nicht gegeben", so Jürgen Thalmeier vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Ihm sei kein Fall bekannt, bei dem einer gesuchten Person die Einsatzkosten im Nachhinein auferlegt wurden. "Bei der Polizei fällt das unter die Gefahrenabwehr und das gehört ja schließlich zu unseren Aufgaben."

Bei der Feuerwehr sieht es ganz ähnlich aus, wie Josef Gschwendner von der Rettungsleitstelle erläutert: "Menschenrettungs-Einsätze sind für die Feuerwehr nicht verrechenbar, außer sie werden grob fahrlässig verursacht. Darüber entscheidet die Gemeinde der entsprechenden Feuerwehr." Die Rettungsdienste können hingegen - nach einer Lebensrettung - Anspruch auf Kostenerstattung an die Solidargemeinschaft der Krankenkassen stellen. Bedeutet: Die Krankenkasse des Verursachers müsste zahlen. Dies sei aber wiederum über die Vereinssatzungen der unterschiedlichen Rettungsdienste geregelt. "Das ist ein sehr komplexes Thema. Für den vorliegenden Fall kann ich mir aber nicht vorstellen, dass dem 22-Jährigen Kosten für den Einsatz auferlegt werden", so Gschwendner.

Bilder von der Suchaktion

Vermisstensuche an der Alz

Und welche Konsequenzen hat der Vorfall für die Hobby-Kapitäne auf der Alz? Bereits im Juli warnte das Landratsamt vor den Gefahren der Alzfahrt: Generell wiederholt das Landratsamt seine dringende Bitte an weniger erfahrene Alzkapitäne, Familien mit Kindern etc. ihre Fahrt bereits in Truchtlaching zu beenden! Doch genau in diesem Bereich, zwischen Truchtlaching und Altenmarkt, kenterten die beiden jungen Männer. "Wir sehen deshalb jetzt aber keine Veranlassung, amtlicherseits tätig zu werden und die Alzfahrten zu verbieten", so Pressesprecher Roman Schneider.

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser