Pfarrhof-Räuber-Urteil: Das sagen die Opfer

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Pfarrer Amit Sinha Roy (Links) und Pfarrer Georg Kirchmeir wurden im vergangenen Jahr von den Tätern brutal überfallen und ausgeraubt.

Traunstein/Tuntenhausen - Für die Überfälle auf zwei Prieser wurden die 25- und 26-jährigen Täter jetzt zu hohen Haftstrafen verurteilt. Im Video sprechen die Opfer über den Prozess:

UPDATE 15.15 Uhr: Das Urteil

Das Urteil des Landgerichts Traunstein lautet wie folgt: Der 25-jährige wird zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt. Der 26-jährige Mittäter muss für zehn Jahre hinter Gitter. Soeben wurde dieses Urteil vom Richter verlesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

UPDATE 13.20 Uhr: Plädoyers der Verteidigung

Inge Bazelt, Verteidigerin des 25-Jährigen, räumte gleich zu beginn ihres Plädoyers ein, dass die "Ereignisse sicherlich dramatisch" waren. Allerdings widersprach sie in den Ausführungen der Staatsanwaltschaft in einigen Punkten. Sie sah beispielsweise die Bedrohung mit dem Brecheisen nicht als erwiesen an: "Der Pfarrer aus Tuntenhausen hat nicht von einer Bedrohung durch das Brecheisen gesprochen." Daher sei ihrer Meinung nach die Stange auch nicht als gefährliches Werkzeug anzusehen. Sie fordert für ihren Mandanten eine Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren.

Hans Barbarino, Verteidiger des 26-jährigen Angeklagten, fuhr bei seinem Plädoyer eine deutlich schärfere Linie. Er sah auch die Schreckschuss-Pistolen, die die Angeklagten bei der zweiten Tat dabei hatten, nicht als gefährliche Waffen an: "Diese waren ungeladen und wären nur gefährlich gewesen, wenn die Angeklagten dem Pfarrer damit auf den Kopf gehauen hätten." Zudem müsse der Alkohol- und Drogenmissbrauch der Angeklagten zu einer Verminderung der Schuldfähigkeit führen, so Barbarino weiter.

Pfarrhof-Räuber vor Gericht

Dafür spreche auch die unprofessionelle Vorgehensweise der Angeklagten bei den Taten. Er plädierte daher für eine Freiheitsstrafe für den 26-Jährigen von vier Jahren und neun Monaten. Mit ihren abschließenden Worten wendeten sich die Angeklagten nochmal an die beiden Pfarrer und entschuldigten sich für die Taten.

UPDATE 11.58 Uhr: Staatsanwalt fordert hohe Strafen

Staatsanwalt Christian Merkl forderte in seinem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren und drei Monaten für den 26-jährigen Angeklagten. Da für Merkl der 25-jährige Mittäter der Kopf bei den Überfällen war, forderte er für ihn eine höhere Strafe - 13 Jahre und drei Monate.

In seinem Plädoyer stellte Merkl erneut die Niederträchtigkeit der Taten heraus: "Sie bedrohten und fesselten ihre Opfer brutalst." Als besonders "dreist" empfand der Staatsanwalt auch, dass der 25-jährige Angeklagte zum Zeitpunkt der Taten noch ein Strafverfahren gegen sich laufen hatte.

Pfarrer lehnt Schmerzensgeld ab

Eigentlich hätte es bereits vergangene Woche den Richterspruch geben sollen. Allerdings haben die Anwälte der Angeklagten weitere Zeugen aufgerufen, um die schwere Drogensucht eines der beiden Männer zu beweisen. Auch sagte einer der überfallenen Pfarrer aus. Bei diesem entschuldigten sich die beiden Beschuldigten und boten ihm ein Schmerzensgeld von 2.000 Euro an. Das Geld lehnte der Pfarrer aus Tuntenhausen jedoch ab.

Der 44-Jährige sagte, dass die beiden Männer bei dem Überfall äußerst brutal vorgegangen seien. Die 25 und 26 Jahre alten Männer streiten den Vorwurf der Brutalität aber ab. In ihren Teilgeständnissen gaben sie an, die Überfälle zum Kauf von Drogen begangen zu haben. Bei den beiden Überfällen erbeuteten die Täter 6000 Euro. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu zehn Jahre Haft.

Aus unserem Archiv: Opfer spricht über den Einbruch

 

rored24/ps/Bayernwelle SüdOst

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser