Vorfall im April

Nach Attacke auf Mutter: Waldkraiburger muss in Psychatrie

+

Waldkraiburg/Traunstein - Im Fall des psychisch kranken 29-Jährigen, der im April seine Mutter attackierte, ist nun eine Entscheidung des Landgerichts gefallen.

Das Landgericht Traunstein ordnete am Donnerstag die Unterbringung eines psychisch kranken 29-Jährigen an, wie die Waldkraiburger Nachrichten schreiben. Die vorsitzende Richterin habe in ihrem Urteil unterstrichen, der Beschuldigte sei krank und habe schwerwiegende Straftaten begangen, so die Zeitung. Dies erfordere eine Unterbringung, damit er "endlich mal behandelt wird, damit so etwas nicht wieder vorkommt", wie die Waldkraiburger Nachrichten sie zitieren. 


Attacke auf Mutter

Laut der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft habe der Beschuldigte seit seiner Entlassung aus einer Unterbringung im Inn-Salzach-Klinikum im Herbst 2017 weiterhin in der Wohnung seiner Mutter in Waldkraiburg gewohnt. Bereits etwa zwei Wochen vor dem Vorfall Mitte April habe er sich auffällig verhalten. Er habe keine feste Nahrung mehr zu sich genommen und in den letzten zwei Tagen laute Monologe geführt.

An einem Tag Mitte April, gegen Mittags schließlich habe er wiederum in der Wohnung einen mehrstündigen Monolog geführt. Plötzlich sei er aus seinem Zimmer gerannt, habe seine Mutter gepackt, diese ins Wohnzimmer gezogen und angefangen, sie zu schlagen und zu beschimpfen. Zeitweise habe er sie auch am Hals in einer Art Schwitzkasten gepackt. Die Mutter habe kurze Zeit Atemnot und Todesangst verspürt. Er habe sie auch mit dem Kopf an die Wand gestoßen.


Auch Polizisten angegriffen

Dabei habe er "Ich bringe dich um!" gerufen. Die Mutter habe Hämatome, Schwellungen und Schürfungen am Körper, Blutungen in den Augenlid- und Bindehäuten, sowie Bisswunden erlitten.

Eine Nachbarin habe auf Grund der Hilferufe der Frau einen Notruf abgesetzt. Zwei eintreffende Polizeibeamte hätten sich dann über ein gekipptes Fenster Zugang zur Wohnung verschafft, da ihnen nicht geöffnet worden sei. 

Sie hätten den Beschuldigten auf seiner Mutter knieend und auf sie einschlagend vorgefunden. Einer der Beamten sei draufhin unter mündlicher Androhung mit gezogener Dienstwaffe auf den Beschuldigten zugegangen. Der Beschuldigte sei daraufhin auf die Beamten losgegangen und habe nach ihnen geschlagen. Gegen Versuche, ihn zu fixieren, habe er sich mit Schlägen und Tritten gewehrt und auch versucht, nach der Dienstwaffe eines der Polizisten zu greifen. 

Letztlich sei es den beiden Beamten unter Einsatz massiver Gewalt und Reizgas gelungen, den Mann zu fesseln. Einer der beiden Beamten habe dabei eine Ellbogendistorsion und eine Daumenprellung erlitten, der andere eine Bindehautreizung. Auch gegen das Anlegen von Fußfesseln habe sich der Beschuldigte mit Tritten gewehrt. 

Quelle: chiemgau24.de

Kommentare