"Zähne ausschlagen und Frau abschlachten"

Albtraum für Ehepaar aus Söchtenau: Ainringer (37) jetzt verurteilt

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Traunstein/Söchtenau/Ainring - Ein 37 Jahre alter Ainringer attackierte im Februar 2019 seine Freunde mit einem Baseballschläger und einem Messer und musste sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Das Urteil für den psychisch kranken Mann: Unterbringung mit Bewährung. 

Bedrohung, körperlichen Attacken und Verletzungen sowie bis heute anhaltende Angstzustände - das erlebte ein Ehepaar aus Söchtenau in ihrer Wohnung, als ein Bekannter plötzlich durchdrehte. 

Der Freund des Mannes aus Jugendtagen habe seit Januar diesen Jahres in der Wohnung gewohnt. Nach der Kündigung seiner eigenen Wohnung wäre er sonst auf der Straße gesessen. Er sei in einer Krise gesteckt ihn hätten Sorgen geplagt unter anderem wegen eines Sorgerechtsstreits um seinen Sohn. Regelmäßig sei Drogenkonsum im Spiel gewesen.

Gefährliche Körperverletzung und massive Drohungen

Der Streit am frühen Morgen des 17. Februars habe in der Küche begonnen, als der 38-Jährige laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft die Frau aufgefordert habe, ihre Hausarbeit zu unterlassen - andernfalls würde er ihr "die Hand abhacken". Die Frau habe daraufhin ihren Mann geweckt und ihr den Vorfall in der Küche geschildert. 

Als dieser den 37-Jährigen zur Rede habe stellen wollen, habe der Angeklagte "wirre Anschuldigungen" gegen die Frau geäußert, von Hinterrücks-Verbindungen gegen ihn zwischen der Frau, seiner Ex-Freundin und der Familie seiner früheren Lebensgefährtin geredet. Der Vorwurf der "schweren Misshandlung" der gemeinsamen Kinder sei im Raum gestanden. Während seiner Ausführungen habe er immer wieder "drohend einen Baseballschläger" geschwungen, der Angeklagte sei zusehends aggressiver geworden. 

Im Laufe des Gefechts sei es zu einer gefährlichen Körperverletzung durch Schläge mit dem Baseballschläger und weiterer Drohungen gekommen. Der 37-Jährige aus Ainring habe unter anderem seinem Freund "die Zähne ausschlagen" sowie "seine Frau abschlachten" wollen. 

Währenddessen habe er dem Paar untersagt, das Haus zu verlassen oder den Notruf zu wählen. Mithilfe eines Nachbars sei es schließlich gelungen die Situation zu deeskalieren und auch die beiden Kinder des Paares, die sich zu dem Zeitpunkt ebenfalls in der Wohnung befanden, in Sicherheit zu bringen. 

Urteil zur Bewährung ausgesetzt 

Der Angeklagte gab alle Vorwürfe von Staatsanwalt Hans-Martin Neidhardt zu, berief sich auf "Überforderung" durch damalige Probleme und Drogenmissbrauch sowie Stresssituationen. Der psychiatrische Sachverständige vom Innsalzach-Klinikum attestierte dem 37-Jährigen zur Tatzeit eine Schuldunfähigkeit.

Vorsitzender Richter Dr. Jürgen Zenkel sprach als Urteil, den 37-Jährigen in einer Psychiatrie unterzubringen. Unter strengen Auflagen wurde das Urteil zur Bewährung ausgesetzt.

mb

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa/pixabay.com (Montage)

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