Offener Brief an Traunsteins Oberbürgermeister

Behandelt "Circus Krone" seine Tiere doch artgerecht? 

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Löwen-Darbietung im Circus Krone
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Traunstein - In der Regel erhält unsere Redaktion Pressemeldungen von Tierschützern, die protestieren, wenn in der Region ein Zirkus mit Tieren Halt macht. Oft wird sogar verlangt, dass die Gemeinden den Zirkus wieder ausladen solle. Nun kam wieder eine E-Mail - nur andersherum! 

Zuletzt kritisierte die "Aktionsgruppe Tierrechte Bayern" scharf, dass Circus Krone von Mai bis Juni in Rosenheim gastieren will. Der Zirkus sorge nicht für eine artgerechte Haltung, was zu Verhaltensstörungen der Tiere führe. 

Die Kritik findet in der Öffentlichkeit Gehör: Bei einer Umfrage auf dem Portal rosenheim24.de stimmten 49 Prozent (2061 Stimmen) der Meinung zu, dass die Tierhaltung im Zirkus nicht artgerecht sei. 

Circus Krone kommt in diesem Jahr unter anderem auch noch nach Freilassing/Ainring, Burghausen, Mühldorf - und eben nach Traunstein. Der dortige Oberbürgermeister Christian Kegel erhielt nun Post - in diesem Fall wurde der Zirkus aber gegen Kritiker verteidigt. 

Zirkusfreunde nehmen Krone in Schutz

In dem Offenen Brief des Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus", der unserer Redaktion vorliegt, werden auf vier Seiten mehrere Gründe aufgeführt,warum Circus Krone eben doch für eine artgerechte Tierhaltung sorge. 

So würden allen Krone-Tiere "großzügige Freigehege" und "vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten" zur Verfügung stehen, den Seelöwen beispielsweise ein "sehr großes Wasserbecken". 

Alle Tiere des Circus Krone würden sich außerdem in einem "hervorragenden Pflege- und Ernährungszustand" befinden und würden daher auch ein höheres Alter als in freier Wildbahn erreichen. So werden Krone-Löwen meist mehr als 20 Jahre alt, freilebende Löwen dagegen im Durchschnitt um die 13 Jahre, schreibt das Aktionsbündnis. Auch Asiatische Elefanten würden im Zirkus oftmals rund zehn Jahre älter. Pferde und Ponys dürften ihren Lebensabend im betriebseigenen Gestüt Wessling in der Nähe von München verbringen. 

Auch die oft kritisierte Dressur der Tiere sei keineswegs brutal oder arbeite mit Zwang. Das Aktionsbündnis meint in dem Brief: "Die Dressur der Circustiere beruht auf einem engen wechselseitigen Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier. (...) Wer einmal zugeschaut hat, wie z. B. der berühmte Raubtierlehrer Martin Lacey (Circus Krone) seine Löwen ausbildet, der wird nicht mehr daran zweifeln, dass der Lernprozess in der Manege den Tieren Freude bereitet und ihnen in jeder Hinsicht gut tut."

Auch ein weiterer Kritikpunkt versucht das Aktionsbündnis zu entkräften: Der Transport der Tiere von Stadt zu Stadt. "Ein Circus-Elefant steigt so selbstverständlich in seinen Transportwagen ein, wie ein Hund in das Auto seines Herrchens", behauptet die Gruppierung in dem Offenen Brief. Schließlich seien die Tiere von klein auf an die Transporte gewöhnt worden. 

Quelle: chiemgau24.de

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