Dealerquartett zu 21 Jahren Haft verurteilt

Landkreis - Mit der Verurteilung eines lange gesuchten, holländischen Drogenhändlers im März 2012 durch das Landgericht Traunstein hat jetzt eine unendliche Geschichte doch ein Ende:

Mit dem rechtskräftigen Urteil fand die intensive und beharrliche Ermittlungstätigkeit der Drogenfahnder der Rosenheimer Kripo seine Bestätigung.

Bereits Ende 2007 war den Beamten nach monatelangen Vorermittlungen ein Dealertrio, bestehend aus einem 45-jährigen Türken, einem 35-jährigen Deutschen und seiner 46-jährigen Freundin, ins Netz gegangen. Damals hatte der in Holland ansässige und mit dem Zug angereiste Türke in der Nähe des Rosenheimer Bahnhofs knapp ein Kilogramm Kokain an den Mann und dessen Freundin übergeben. Das Rauschgift war nachweislich für den Zwischenhandel in der Region bestimmt. Gleichzeitig wurden ca. 3.700 Euro Drogengeld beschlagnahmt, das als Abschlagszahlung gedient hätte. Der 35-jährige und einschlägig vorbestrafte Kokainempfänger war zu diesem Zeitpunkt Freigänger einer geschlossenen Suchthilfeeinrichtung im Landkreis Rosenheim. Seine 46-jährige Freundin und Mittäterin war dort als Putzfrau beschäftigt. Dem Trio konnte die illegale Einfuhr und der Handel mit mindestens einem Kilogramm Kokain und einem weiteren Kilogramm Heroin nachgewiesen werden.

Der 35-jährige Wiederholungstäter wurde deswegen Ende Juli 2008 vom Landgericht Traunstein zu der sehr hohen Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Seine 46-jährige Freundin kam mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon. Auch der Kurier in dieser Sache, der 45-jährige in Holland ansässige Türke, wurde Mitte Dezember 2008 vom Landgericht Traunstein zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt und nach Verbüßung der Haft nach Holland abgeschoben.

Damit war der Fall aber noch lange nicht abgeschlossen.

Im Zuge ihrer Ermittlungen stießen die Fahnder auf den mutmaßlichen holländischen Rauschgiftlieferanten und Auftraggeber der damaligen Kurierfahrt. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Traunstein wurde gegen den 44-jährigen Drogendealer türkischer Herkunft ein europäischer Haftbefehl erwirkt und damit die internationale Fahndung nach ihm eingeleitet. Bereits Anfang Oktober 2008 konnte er in den Niederlanden festgenommen werden. Da der 44-Jährige aber zunächst dort eine Haftstrafe verbüßen musste, konnte er von den niederländischen Behörden erst im Jahr 2010 an Deutschland ausgeliefert werden.

Den Abschluss fand dieses Großverfahren nun im März 2012 mit dem Urteil des Landgerichts Traunstein. Es verhängte in seinem mittlerweile rechtskräftigen Urteil eine Haftstrafe von acht Jahren gegen den 44-Jährigen. Zusätzlich muss er auch noch eine Restfreiheitsstrafe von zwei Jahren aus einem früheren Verfahren absitzen, dem er sich damals durch Flucht entzogen hat. Nach Haftende wird er voraussichtlich in die Türkei abgeschoben, da die niederländischen Behörden gegen ihn ein Einreiseverbot erlassen haben.

Das Gesamtergebnis der umfangreichen Ermittlungen hat den Rosenheimer Drogenfahndern einmal mehr gezeigt, dass die ursprüngliche Bedeutung des altbekannten Sprichwortes "was lange währt..." nach wie vor seine Gültigkeit hat.

Pressebericht Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser