TV-Kritik: In Germany people call me the Kaiser!

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Franz Beckenbauer vor der Entscheidung in Durban

München - "Schade, Munich – aber you were wonderbar": tz-Kolumnist Jörg Heinrich widmet sich in seiner TV-Kritik der Olympia-Übertragung - und zieht den Vergleich zur Frauen-WM-Berichterstattung.

Unser Thema heute: Wir learnen English mit the Bundespräsident. Lektion 1: Schade, Munich – aber you were wonderbar! Lektion 2: Much luck, Südkorea, with the Winterspiele 2018! Leider hat’s nicht gereicht für München, aber man muss trotzdem sagen: Die rund 47-stündigen Übertragungen am Mittwoch aus Südafrika waren großer Sport, nicht zuletzt im Vergleich mit der Frauen-WM. Wir haben erlebt, dass Bundesoberbürgermeister, pardon, Bundespräsident Christian Wulff noch schlechter Englisch spricht als Silke Rottenberg Deutsch. Und wir waren begeistert, wie der polyglotte Franz die IOC-Mitglieder charmiert hat: „In Germany people call me the Kaiser,“ also quasi den Emperor. Ihn sieht man im Fernsehen noch lieber als Michael Antwerpes. Deshalb heute unsere neueste Anna-Liese: Olympiabewerben oder Frauenfußball – what makes im Far-See-Gerät more fun? Und: War Poschi schuld?

Jubel in Pyeongchang, Trauer und Ernüchterung in Bayern: Reaktionen auf die Olympia-Entscheidung

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- Sprache: Viel weltläufischer als bei Rotti Rottenberg. „Thank You, Kaiser“, hat sich Kati Witt beim Emperor bedankt. Und eigentlich war Wulff der einzige, der keine Weltsprache wie Englisch, Französisch oder Bairisch (The Häckl-Tschortsch) drauf hatte. „Great, Stella. Sänk ju, Stella“, bedankte sich der Bundespräsident bei einem Münchner Mädel, und flüchtete dann eilig ins Deutsche. Wobei: Seine Ansprache, in der es ums Schlittenfahren mit seinen Kindern ging, hätten auch Lothar oder Westerwelle noch unfallfrei vom Teleprompter abgelesen. „Let Drihms kamm truh“, schloss der monolinguale Präsident, was dann leider nicht ganz funktioniert hat. Das mit dem Englisch üben wir fei noch mal bis zur Bewerbung für München 2022, gell, Herr Wulff? Falls Sie then noch im Amt sind.

- Spannung: Grandios am Mittwoch in Durban Beim Frauenfußball ist es ja so: Wenn die 90 Minuten vorbei sind, weiß man in aller Regel auch bereits, wie es ausgegangen ist. Wie langweilig! Das macht das IOC besser: Nachdem der erste und einzige Wahlgang am Mittwoch um 15.47 Uhr vorbei war, nahm man sich 90 Minuten Zeit, um in Ruhe zu schauen, ob einem das Ergebnis auch zusagt. Während dieser Wartezeit ereigneten sich im BR, der mit einem Großteil seiner Belegschaft zum Betriebsausflug nach Südafrika aufgebrochen war, dramatische Szenen. „Es ist anscheinend jetzt doch so passiert, dass Pyeongchang die Spiele hat“, japste Christian Neureuther um 15.57 Uhr plötzlich, die Rosi neben ihm wurde auf einen Schlag leichenblass. Grund: Der von einem Journalisten missinformierte Wasi hatte Fehlalarm beim Rosi-Mann ausgelöst. Für so viel Drama, Fußball-Mädels, müsst Ihr noch lange stricken!

- Poschi: Man kann’s nicht anders sagen – der Poschmann hat unseren Rathausbalkonentweiht. Er moderierte von dort die Entscheidung und freute sich über den Jubel der Menschen auf dem Marienplatz. Hey, Poschi: Die haben Willy Astor und Markus Othmer gemeint, und nicht Dich, du winterolympischer Seuchenvogel! Man mag sich gar nicht vorstellen, was sich am Mittwoch die japanischen Touristen gedacht haben, die aufs Rathaus schauten, ein Glockenspiel suchten – und einen Poschmann erblickten. Die kommen nie wieder nach Bayern! Viele glauben ja: Ohne Poschi hätten wir die Spiele bekommen, aber beweisen lässt sich das natürlich nicht. Wir hoffen jetzt auf 2022, wenn’s mit der Bewerbung hoffentlich klappt. Oder, um es mit Chrissi Wulff to sayen: „The Hope dies too letzt.“

Jörg Heinrich

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