U-Bahn Salzburg: So profitiert auch Bayern

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Bad Reichenhall - Nach der Machbarkeitsstudie laufen die Planungen für die Salzburger U-Bahn an - doch inwieweit werden auch bayerische Strecken davon profitieren?

Eine U-Bahn durch die Salzburger Altstadt, dazu eine Verdichtung des Takts in die Mozartstadt von bayerischer Seite und komplett neuerschlossene Strecken nach Salzburg: Die Machbarkeitsstudie für die Salzburger Landesbahnen im März klangen vielversprechend. Nun informierte das "Verkehrsforum BGL" am Montag über die konkreten Planungen.

Per "Salzachspange" direkt in die Altstadt

Der 15-Minuten-Takt von Freilassing nach Salzburg scheint sich abzuzeichnen, auch durch den vieldiskutierten Bau des dritten Gleises. Wichtig dabei: Für den schnelleren Transfer in den Tunnel zur Salzburger Altstadt wird die sogenannte Salzachspange zentral sein - quasi eine Umfahrung des Salzburger Hauptbahnhofs, von Freilassing direkt in die Salzburger Altstadt, zur angedachten Haltestelle Mirabell. "Ziel ist, die Leute möglichst früh in Bayern schon abzufangen und mit dem Zug in die Stadt zu bringen, damit Verkehr und Abgase eingespart werden können. Ohne Umstiege oder Bustransfer", so Michael Behringer, der Sprecher des "Verkehrsforums".

Nach den Vorhaben sollen auch die Züge aus Richtung Traunstein, Berchtesgaden oder Laufen direkt in den Salzburger Altstadttunnel einfahren können: "In den nächsten Monaten soll der Planungsauftrag für den Tunnel kommen. Da herrscht Einigkeit bei den Politikern. Der Planungsauftrag wird europaweit ausgeschrieben", so Behringer. Allein die Planungskosten sollen zu 50 Prozent durch die Europäische Union übernommen werden.

Schlechte Chancen für die Marktschellenberger Route

Eine gänzlich neue, in der Machbarkeitsstudio angedachte Route ist dagegen alles andere als in trockenen Tüchern: Eine Direktverbindung von Berchtesgaden nach Salzburg über Marktschellenberg und Anif. Momentan sei die Route noch nicht rentabel genug, so das "Verkehrsforum BGL", aber: "Man kann ja nicht vorhersehen, wie sich Gewerbe, Tourismus und Schülerzahlen in Zukunft entwickeln." Ganz ausschließen könne man die Route daher auch in Zukunft nicht. Zwischen 1909 und 1938 hatte sie schon einmal Bestand: "Spruchreif ist dagegen, dass das Gleis in Berchtesgaden in Richtung Osten zur Haltestelle ,Bergwerk' erweitert werden soll."

Nun sind die Bürgermeister gefordert

Eines sei für alle Salzburger Pläne aber besonders wichtig: "Die Bürgermeister der Gemeinden müssen die möglichen Trassen und zusätzlichen Bahnhaltepunkte frei halten", so Michael Behringer. An der Hellbrunner Brücke in Salzburg konnte die Verwaltung bereits von Bauplänen abgebracht werden, um dort eine Haltestelle zu ermöglichen. Auch in Schönau, Hammerau oder Surheim wurden schon Maßnahmen getroffen, um die Trasse freizuhalten. "Aber: Zuerst braucht es die Entscheidung, dass auch gebaut wird."

xe

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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