Feldwies: Bald Ballermann am Chiemsee?

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Eine Bürgerinitiative will mit einem Entscheid den Ausbau der Feldwieser Bucht kippen.
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Übersee - Der Bettenbetrieb in der Feldwieser Bucht in Übersee soll weiter ausgebaut werden. Jetzt gibt es Bürgerinitiative gegen den Ausbau:

Am Strand des Chiemsees auf einer Liege den Sonnenuntergang genießen – es gibt nichts Besseres nach einem harten Arbeitstag. Bislang ist das an mehreren Stellen in der Feldwieser Bucht in der Gemeinde Übersee möglich: Beim Seewirt, am Chiemgauhof und im Strandbad mit seiner angeschlossenen Beachbar. Eine breite Palette für die rund 4900 Einwohner kleine Gemeinde Übersee im Landkreis Traunstein.

Was geplant ist:

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Nun sollen der Bettenbetrieb in der Feldwieser Bucht ausgebaut, die Parkplätze vor Ort besser strukturiert und mehr Erholungsfläche für die Familien mit einem Spielplatz geschaffen werden. Die Rede ist von einem 10.000 qm großen Park. Bislang ist es nur im Chiemgauhof möglich zu übernachten, der Seewirt ist noch ein reiner Restaurant-Betrieb. Das soll sich jedoch ändern. Während der Chiemgauhof seine Bettenanzahl von 50 auf 100 erhöhen möchte, will auch der Seewirt acht Familienzimmer mit 20 Betten für Gäste anbauen.

Wie ein Betroffener die Situation sieht:

Blick vom Seewirt aus auf den Chiemsee.

Der Geschäftsführer des Chiemgauhofs, Christof Imdahl, sieht den Ausbau ganz pragmatisch: „Wir wollen nicht einfach nur mehr Zimmer haben sondern den Fortbestand unseres Unternehmens sichern!“ Mit der aktuellen Zimmeranzahl von drei Suiten, 18 Doppelzimmern, davon die Hälfte kleiner als 15 qm, könne der Chiemgauhof nicht mit anderen Hotels konkurrieren. Der Grund hierfür sei, dass „Urlaubsgäste von Heute“ keine kleinen Zimmer mehr buchen würden, vor allem nicht in Regionen wie im Chiemgau. Hier müssten Urlauber mit Regen rechnen. „Was macht man dann in einem kleinen Zimmer wenn es regnet“, fragt sich Imdahl.

Was die Bürgerinitiative fordert:

Gegen Imdahl´s Pläne und gegen die Planungen des Seewirts hat sich nun eine Bürgerinitiative gegründet, die versucht, den rechtskräftigen Bebauungsplan mit einem Bürgerentscheid zu kippen. Den Kritikern gehe es darum, dass die Feldwieser Bucht möglichst naturnah bleibe. Davon konnte die Bürgerinitiative auch bereits rund 1000 Menschen aus dem Ort überzeugen, das entspricht etwa 23 Prozent der Wahlberechtigten von Übersee. Die gesammelten Unterschriften wurden bereits dem Bürgermeister von Übersee, Marc Nitschke, übergeben. Diese würden nun geprüft und in der nächsten Gemeinderatssitzung am 13. Juni besprochen, so Nitschke. Jedoch soll es vorher, morgen, am Mittwoch 29. Mai, noch einmal ein internes Gespräch mit Vertretern der Initiative gegen die Planungen in der Feldwieser Bucht geben.

Fotos von der Feldwieser Bucht vom März 2013:

Die Feldwieser Bucht in ihrer vollen Pracht!

Hier erhofft sich der Überseer Bürgermeister eine Lösung. Bislang sei im Ort mit viel „Unwahrheiten gearbeitet“ worden, so Nitschke. Es sei von einem 1000-Betten-Hotel und Ballermann-Verhältnissen die Rede gewesen, was jedoch nicht im Sinne der Gemeinde sei. „Wir wollen mit der Erweiterung der bestehenden Betriebe keine Gäste herlocken, die aus Feldwies einen Ballermann machen. Die neuen Betten liegen wahrscheinlich im 4-Sterne-Bereich“, erklärt der Bürgermeister. „Es ist schon traurig, dass mit solchen Ausdrücken gearbeitet wird“, so Nitschke. Wegen dieser Unwahrheiten hätten auch bereits Bürger ihre Unterschrift gegen den Ausbau wieder zurückgezogen.

Quelle: chiemgau24.de

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