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Bericht: Linkin-Park-Sänger Chester Bennington ist tot

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„Die machen das nur zum Spaß!“

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Übersee/Feldwies – Das Technische Hilfswerk hat Freitag und Samstag, 21./22. September, eine seiner Übungen, zum Schutz des Chiemsees vor einer Ölkatastrophe durchgeführt. Verärgert hat das vor allem den Vogelschutzbund.

Die Ölwehrübung im Naturschutzgebiet an der Tiroler Ache hat im Vorfeld Wellen geschlagen. Die Rede war von einer Großübung mit 150 Hilfskräften, die den Naturschützern nach, die Tiere stören würden. Das Technische Hilfswerk (THW) ist entgegen Voraus-Meldungen aber nicht mit 150 Mann in das Naturschutzgebiet angerückt. Etwa 50 Männer und Frauen sind am Samstag da gewesen, um eine kleine Ölwehrübung durchzuführen. „Die Großübung hatten wir bereits vor einem Jahr“, unterstreicht Andreas Wageneder von der Hauptgeschäfststelle des THW in Mühldorf.

Die Ölwehrübung wird im Auftrag der Regierung von Oberbayern jährlich durchgeführt, um den Betrieb der Transalpinen Pipeline zu schützen. Diese quert bei Kitzbühl die Tiroler Ache. Sollte also einmal Öl in den Fluss gelangen und dann auch den Chiemsee erreichen, haben die heimischen THW-Verbände die Aufgabe, Schlimmeres zu verhindern. Dabei wird eine bis zu 2,4 Kilometer lange Ölsperre ausgebracht, an der sich das Öl sammelt. Ein Oberflächenabsauger, auch Skimmer genannt, saugt dann von dort das verschmutzte Wasser ab. Dafür müssen zuvor kilometerlange Schläuche durch das Wasser verlegt werden.

Das verschmutzte Wasser bleibt dann erst einmal im Skimmer und kann darin bis zu 99 Prozent gereinigt werden. Für diesen Vorgang, vom Hinfahren bis zum Absaugen, haben die THW-Einsatzkräfte bis zu vier Stunden Zeit. Genau diese Vorgänge sind am Samstag von den THW-Ortsverbänden Traunstein, Traunreut und Rosenheim “am Lachsgang“ in Übersee/Feldwies geprobt worden.

Diese Schutzmaßnahmen des Chiemsees und der Transalpinen Pipeline sorgen allerdings nicht nur für Beifall. Der Landesbund für Vogelschutz ist, wie berichtet, gegen die Ölwehrübungen im Naturschutzgebiet an der Tiroler Ache. „Die machen das nur zum Spaß! Hier geht es nur darum, um an einem so schönen Ort, wie in dem Naturschutzgebiet, zu üben“, klagt der Biologe Dr. Michael Lohmann. Er ist mit zwei weiteren Naturschützern an den Chiemsee gekommen, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Wie bereits berichtet, empfinde Lohmann die seit 45 Jahren bestehende Ölwehr als Störfaktor in der Kernzone des Naturschutzgebiets am Achendelta. Sein Hauptaugenmerk liege auf den Vögeln, die sich durch die Begleitumstände der Ölwehr gestört fühlten.

Eine Übung im Achendelta sei laut Andreas Wageneder vom THW allerdings unumgänglich. Sollte wirklich einmal eine Katastrophe passieren, dass Öl droht in den Chiemsee zu fließen, wüsste niemand was zu tun ist. „Wir müssen üben, damit jeder Handgriff vor Ort im Ernstfall sitzt“, erklärt Wageneder. Dem Biologen Dr. Lohmann nach, wäre das Üben an sich auch an einer anderen Stelle möglich: „Diese Übungen könnten auch an einem kleinen Weiher durchgeführt werden und müssten nicht in dem Naturschutzgebiet an der Tiroler Ache stattfinden“.

Ölwehrübung am Achendelta

kmr

Quelle: chiemgau24.de

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