Endlich kein Lärm und Dreck mehr

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18.000 Reisende täglich am Rosenheimer Bahnhof: Sie erwartet ab sofort eine hellere Halle, die größer und einladender wirkt.

Rosenheim - Baubeginn war im Mai 2008. Fast 40 Millionen Euro wurden investiert. Nun erstrahlt der Bahnhof Rosenheim in neuem Glanz. Am Samstag ist die offizielle Eröffnung.

 Erleichterung ist bereits in den Tagen davor bei vielen Bahnangestellten und Pendlern deutlich spürbar. Die lange Bauphase brachte Lärm, Dreck, Sperrungen und Verspätungen mit sich und kostete damit beiden Seiten Nerven. Das Ergebnis der umfangreichen Sanierung wird überwiegend positiv beurteilt, es gibt aber auch kritische Stimmen.

Täglich kommen rund 18.000 Reisende zum Bahnhof Rosenheim. Jahrzehntelang erwartete sie dort ein eher tristes Bild. Trotz vieler negativer Stimmen dauerte es aber lange, bis die Bauarbeiten endlich in Angriff genommen wurden. "Die Bahnhofsverwaltung hat schon seit vielen Jahren nach einer Lösung gesucht, diese hat sich aber lange nicht gefunden", sagt dazu der Bahnbeamte Hans Söldner. Letztendlich habe dann wohl die Landesgartenschau den Anstoß zum Handeln gegeben.

Söldner ist mit dem Ergebnis des Umbaus sehr zufrieden. "Jetzt sieht die Halle viel heller und größer aus. Damit können wir nun jederzeit einem Vergleich mit anderen Städten standhalten", meint der 56-Jährige.

Seine Meinung teilen auch viele andere Beamte, Angestellte und Arbeiter auf dem Bahnhofsgelände. Das neue Gesicht des Bahnhofs sei "schön", hört man immer wieder. Außerdem ist auch ein deutliches Aufatmen zu spüren. Die zurückliegenden Jahre waren für die am Bahnhof Beschäftigten oft alles andere als leicht. Sie mussten sich immer wieder mit Lärm, Dreck und Einschränkungen auf allen Ebenen arrangieren.

Impressionen nach dem Umbau

Impressionen nach dem Umbau

Außerdem waren da ja auch noch die Reisenden. "Die nahmen das Baugeschehen und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten größtenteils sehr gelassen und ruhig hin. Aber manchmal reagierten einige schon auch mit Wut und Ärger", berichtet eine 46-jährige Bahnangestellte aus Rosenheim.

Patricia Multrus gehört wohl zu den "gelassenen" Fahrgästen. Die 20-jährige Studentin war während der Bauphase täglich mit Verspätungen, Sperrungen und damit verbundenen Umwegen konfrontiert. "Das hat mich aber nicht gestört. Ich kam trotzdem immer pünktlich nach Salzburg", sagt die Rosenheimerin.

Die neue Gestaltung des Bahnhofs gefällt ihr. "Das schaut jetzt alles viel freundlicher und einladender aus", meint die junge Frau.

Ähnlich sieht das Ingrid Luthner. "Für mich kommt das Ende der Bauarbeiten gerade recht. Ab kommender Woche nehme ich für drei Monate an einer Schulung in München teil. Eigentlich wollte ich mit dem Auto fahren. Nun habe ich mir den neuen Bahnhof genauer angesehen. Er gefällt mir. Jetzt werde ich wohl den Zug nutzen", plant die 51-jährige Schechenerin. Außerdem begrüße sie die vielen neuen Geschäfte in der Bahnhofshalle: "Da kann auch das Warten nicht mehr langweilig werden."

Neben den vielen positiven Stimmen kann man derzeit auf dem Gelände des Rosenheimer Bahnhofs aber auch immer wieder einmal Kritik hören. Bemängelt wird vor allem die "Engstelle" am Gleis 1. "Das höre ich immer wieder einmal", sagt der Bahnangestellte Georg Weiß. Er selbst findet den Umbau aber durchwegs gelungen und ist froh, dass die Bauphase zumindest in Rosenheim nun ihren Abschluss gefunden habe. "Für uns war das eine anstrengende Zeit."

Leidtragende während der Bauphase waren auch die ansässigen Geschäftsleute am Bahnhof. "Wir hatten starke Einbußen. Viele Kunden blieben weg, suchten sich einen anderen Laden. Jetzt dauert es wohl auch noch eine Zeit, bis sie wieder zu uns kommen", klagt Wolfgang Palluch vom Tabakfachgeschäft. Seit 32 Jahren arbeitet der 53-jährige nun schon am Bahnhof in Rosenheim. "Lange herrschten da unglaubliche Zustände. Leitungen waren kaputt. Alles war dreckig. Es gab Zeiten, da standen in der Halle ganze Seen mit schmutzigem Regenwasser", erinnert sich der Ladeninhaber. Endlich gehöre diese Situation der Vergangenheit an. Mit seinem derzeitigen Umsatz sei er auch schon sehr zufrieden.

In einigen der anderen Geschäfte am Bahnhof sei die Situation aber ganz anders. "Da gibt es Läden, da verirrt sich im Moment noch kaum ein Kunde hin", beobachtet Palluch. Außerdem höre er auch von Seiten seiner Kunden immer wieder deutliche Kritik an der Umgestaltung. "Es gibt viele Leute, die sagen, da wurde unglaublich schlampig gearbeitet", weiß der Geschäftsmann. Auch die Aufteilung des Areals und der Halle sorge immer wieder einmal für Unmut. Palluch selbst sei aber trotzdem froh, dass sich am Bahnhof endlich was getan hat: "Jetzt sehe ich auf eine moderne Halle. Da macht das Arbeiten gleich viel mehr Freude."

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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