"Unbedingt nötig" contra "Viel zu teuer"

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Wimpasing/Ampfing - Beim Informationstag zum Ausbau der A94 Ampfing-Heldenstein herrschte am Samstagmittag eine geteilte Meinung über das Bauvorhaben. Wir haben die Standpunkte.

Seit dem 7. August 2009 wird am 4,3 Kilometer langen Abschnitt Ampfing-Heldenstein gebaut. Die Fertigstellung ist auf Ende 2012 angesetzt und bis dahin wird die neue Autobahnstrecke 70 Millionen Euro schlucken. Die 680 Meter lange Einhausung Wimpasing wird seit Frühjahr 2010 gebaut, heuer ist der Rohbau weitestgehend abgeschlossen. Laut Autobahndirektion Südbayern steht einem pünktlichem Abschluss der Arbeiten nichts im Wege.

A94-Baustellen-Informationstag

Pro und Contra des A94-Ausbaus aus Sicht der Baustellenbesucher

Vor allem die besagten Kosten - 70 Millionen Euro -  stoßen dem ein oder anderen sauer auf. "Die Trasse B12 reicht doch völlig aus", so ein Baustellenbesucher. "Der Nutzen der Straße  ist auf keinen Fall ausreichend, um die riesigen Kosten zu rechtfertigen!"

Eine andere Anwesende beschwerte sich über die Unannehmlichkeiten wegen der Bauarbeiten, mit denen sie seit Jahren zu kämpfen habe. "Die dauernden Umleitungen stören mich wahnsinnig. Ich wohne in Dorfen und brauche viel länger in die Arbeit, außerdem wird der ganze Verkehr durch unsere Straße umgeleitet. Dieses Verkehrsaufkommen können Sie sich gar nicht vorstellen", berichtet sie Innsalzach24.

Ganz anders die Meinung eines Mannes, der sich in das Gespräch einschaltete: "Für mich hat der Ausbau oberste Dringlichkeitsstufe! Die B12 ist einfach zu gefährlich geworden. Was da immer Unfälle passieren, und das liegt daran, dass man da nicht überholen kann und mindestens zwei Lkw stets vor einem herwackeln." Darum sei es so wichtig, dass man schnellst möglich mehr Ausweichmöglichkeiten biete.

Auch die wirtschaftliche Bedeutung einer besseren A94 betonten einige Baustellenbesucher. "Ist doch klar, dass eine bessere Verbindung von München nach Passau uns wirtschaftlich enorm voranbringt!"

Etwas schockiert zeigte sich ein älterer Herr von den Bauarbeiten. "Ich habe das bisher ja nur auf Bildern gesehen - aber dass es hier so groß ist - und vor allem, mit welcher Brutalität die Landschaft umgegraben wird, erstaunt mich sehr. Sowas ist in einem Naturschutzgebiet eben doch immer problematisch..."

Und bei all dem Pro und Contra gab es auch einige Besucher, die das Bauvorhaben eigentlich gar nicht besonders interessierte. Viel mehr freuten sie sich über die Möglichkeit, bei schönem Wetter im Freien zu sitzen und ein kühles Getränk genießen zu können.

ds

Quelle: innsalzach24.de

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