Heute stellt der DWD den Betrieb ein - Nun Messreihen ohne das menschliche Auge

"Und dann bauen wir die Geräte ab"

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Brannenburg - Jetzt ist es so weit: Heute schließt der Deutsche Wetterdienst seine Messstation am Wendelstein. Erst geht das Personal - dann werden die Geräte abgebaut.

Zunächst wird das Personal von der nach der Zugspitze zweithöchsten deutschen Bergwetterwarte abgezogen. "Und dann bauen wir nach und nach die Geräte ab", sagt DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Doch die 129 Jahre zurückreichende Messreihe geht damit nicht völlig zu Ende. Wie berichtet, wird die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) die Wettermessungen fortführen.

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Die LMU will auch die frei werdenden Räume auf dem Wendelstein mieten. Sie befinden sich direkt neben den Zimmern, die die LMU bereits für ihre Sternwarte gepachtet hat. "Wir wollen den zusätzlichen Platz als Aufenthaltsfläche für unsere Mitarbeiter nutzen", erklärt Luise Dirscherl, Sprecherin der LMU. Eigentümer des Gebäudes und Areals sei die Forstverwaltung Brannenburg. Aber: "Der jetzige Mietvertrag ist noch nicht unterzeichnet", sagt Dirscherl. Doch die Lichter stünden auf Grün.

Neue Messgeräte wird die LMU dort allerdings nicht installieren. Vielmehr läuft die vollautomatische Wettererfassung, die die Einrichtung dort bereits seit längerem betreibt, einfach weiter. Die universitäre Messstation bleibt unbemannt. Neu ist aber, dass die Daten im Internet veröffentlicht werden. Diese können etwa die Betreiber der Wendelsteinbahn oder der Wetterdienst verwenden. DWD-Sprecher Friedrich betont aber: "Die Werte der LMU können wir nicht in dem Maße nutzen wie unsere alten." So könnten zwar Windrichtung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit automatisch erfasst werden. Für die Bestimmung der Wolkenarten etwa sei aber immer noch das menschliche Auge erforderlich.

mar/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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